UBS expandiert auf chinesischem Markt

UBS - diese drei Buchstaben gibt es jetzt auch auf Chinesisch. Die Grossbank hat eine chinesische Tochterfirma eröffnet. Nun kann sie auch in Yuan handeln. Doch ist die UBS nicht schon zu spät?

Filiale der UBS in Shanghai. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Filialen hat die UBS in China schon länger: Blick ins brandneue Büro in Shanghai vor der Eröffnung im Jahr 2003. Keystone

Der chinesische Bankenkuchen ist riesig. Und davon will sich nun auch die UBS ein noch grösseres Stück abschneiden. Das Ziel: Sie will zu einer führenden Vermögensverwalterin werden. Um das zu erreichen, hat sie eine Tochter nach chinesischem Recht gegründet. Diese darf nun auch Geschäfte in Yuan abwickeln.

Horst Löchel, Professor an Frankfurt School of Finance and Management, hat jahrelang in Shanghai gelehrt. Eine Tochter in China bringe  viele Vorteile, sagt er: Der Umgang mit den chinesischen Behörden ist einfacher. Das Geschäftsmodell kann ausgedehnt werden. Die UBS kann einfacher eigene Filialen eröffnen und Kunden aus der immer grösseren chinesischen Mittelklasse bedienen.

Kommt die UBS zu spät? (Roman Fillinger )

1:57 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.01.2013

Riesiger Markt

Ist die UBS spät dran? Rund 40 internationale Grossbanken wie JPMorgan. HSBC oder Morgan Stanley sind in China bereits mit Töchtern präsent. Sie haben schon früher das verlangte Eigenkapital - gut 100 Millionen Franken - für eine eigene chinesische Tochter aufgebracht.

Wenn man früher da sei habe man bessere Marktchancen, das stimme schon, sagt Löchel dazu. Der Markt laufe aber erst jetzt so richtig an, «so dass auch für die UBS noch sehr, sehr gute Markchancen existieren».

An diesem grossen und wachsenden Markt haben ausländische Banken einen Anteil von nur zwei Prozent. Nach wie vor dominieren die vier staatlichen Grossbanken. Aber in zehn Jahren werde das der grösste Bankenmarkt der Welt sein, ist Professor Löchel überzeugt. Bei so einem grossen Kuchen ist auch ein schmales Stück nahrhaft.

Beziehung muss stimmen

Ob es der UBS gelingt, viele chinesische Vermögen anzuziehen, hänge ganz wesentlich vom Verhalten der einzelnen Berater in China ab.

Da gehe es nicht einfach um Geld, sondern um Beziehung, sagt Chinakenner Löchel. «Das muss gepflegt werden mit Privatflugzeugen und mit Essen und so weiter.» Und dafür brauche die UBS nicht nur eine chinesische Tochter, sondern auch gute chinesische Banker.

Schon lange in China präsent

Erfahrung mit China haben UBS-Banker schon lang. Fuss gefasst hat die Schweizer Bank dort bereits 1989. Nach eigenen Angaben erhielt sie als einer der ersten ausländischen Anbieter überhaupt Zugang zum chinesischen Binnenmarkt. Geschäfte im Wertpapierhandel und im Fondsbereich betreibt die UBS zusammen mit lokalen Partnern. Im Gegensatz zu Tochterfirmen, können Filialen mit Hilfe des Eigenkapitals des Konzerns wirtschaften. Momentan beschäftigt die UBS in China rund 300 Mitarbeiter.