Zum Inhalt springen

Wirtschaft Unternehmen wollen Schraube bei Personal anziehen

Vier von fünf Unternehmen wollen bei den Personalkosten sparen, fast die Hälfte erwägt einen Stellenabbau. Das geht aus einer Umfrage unter Schweizer Finanzchefs hervor.

Legende: Video «Steigender Druck auf den Arbeitsmarkt» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.07.2015.

Die Schweizer Unternehmen müssen sich noch immer an die Aufhebung des Euro-Mindestkurses anpassen. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte unter 111 Schweizer Finanzchefs lässt der Pessimismus nach dem Frankenschock zwar nach. Aber: Vier von fünf Unternehmen planen ihre Personalkosten zu senken, wie die «Sonntags-Zeitung» berichtet.

Seit Januar haben bereits mehrere Unternehmen Massnahmen wie den Abbau von Stellen oder Arbeitszeiterhöhungen bei gleichem Lohn beschlossen. Nach der Umfrage wird die Schraube beim Personal weiter angezogen: Fast die Hälfte erwägt einen Stellenabbau. 61 Prozent wollen einen Einstellungsstopp verhängen, 57 Prozent einen Lohnstopp.

Investitionen in Innovation gefragt

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Stärke des Frankens seien Vorkehrungen zum Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unabdingbar, kommentierte Deloitte-Chefökonom Michael Grampp in der Medienmitteilung. Neben Kosteneinsparungsmassnahmen könnten Unternehmen aber auch Innovation als eine Möglichkeit dazu nutzen.

Immerhin: Mehr als die Hälfte der befragten Finanzchefs planten eine Erhöhung ihrer Innovationsausgaben über die kommenden drei Jahre. "Aber noch mehr Unternehmen müssen die Bedeutung von Innovation und Investitionen in neue Technologien erkennen, um die hohe Wettbewerbsfähigkeit zu halten, welche die Schweizer Unternehmen und die Schweizer Wirtschaft derzeit besitzen."

So planten Unternehmen zwar die Einführung neuer Technologien im Informations- und Kommunikationsbereich sowie den Einsatz von Sensoren, Roboter und 3D-Druck. Jüngste Technologien wie der Einsatz von Drohnen werden von Unternehmen laut der Studie aber noch kaum berücksichtigt.

Nachlassender Pessimismus

Generell blicken die Finanzchefs nach dem Frankenschock wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft: Nach dem erheblichen Stimmungseinbruch im ersten Quartal gebe es nun Anzeichen dafür, dass der Pessimismus nachlasse, hiess es.
Im ersten Quartal hatten noch 60 Prozent der Finanzchefs die wirtschaftlichen Aussichten der Schweiz für die kommenden zwölf Monate als negativ bewertet. Nun waren noch 41 Prozent dieser Meinung.

Auch die Geschäftserwartungen für das eigene Unternehmen sind optimistischer. Aber noch immer erwartet mit 53 Prozent eine Mehrheit der Finanzchefs sinkende Umsätze. Fast drei Viertel rechnen zudem mit sinkenden operativen Margen.

34 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Wie sagte Oligarch Henry Ford so siebenklug in einer Rede - bald brauche ich keine Büezer mehr, weil ich alle weg rationalisiere mit meiner Massenproduktion und den Automaten u. Robotern - da stand ein unbedeutender aber kluger Büezer auf und sagte, - grossartig Mr. Ford, nun müssen sie uns nur noch sagen wer ihre Autos denn kaufen soll ? Tosender Applaus begleitete den kleinen Mann - Ford vor Wut -dann verschenke ich sie alle ! Und das Gelächter der Meute begleitete ihn bis an sein Lebensende.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Chris Teufi, Rebstein
      Tja, und die Roboter und Automation sind mit aller Wucht gekommen, die Arbeitsplätze wurden verlagert, anstatt Muckis braucht es den Muskel zwischen den Ohren und es werden mehr Autos verkauf wie jemals zu vor... Wer lacht jetzt!?! Etwa Sie M.Kaiser?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Ja ich lache jetzt C. Teufi , weil Ford eben nicht Recht behalten hat und alle die glaubten, den Büezer weg rationalisieren zu können, sich in die Fimger geschnitten haben . Sie müssen nochmals mein Statement besser lesen und das zwischen ihren Ohren zirkulieren lassen , nicht einfach etwas Zusammenhangloses hier von sich zu geben .
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Würden die Bosse bei sich und dem Kader aufräumen, könnten sie am meisten Geld sparen! Es ist aber einfacher, die Arbeitssklaven auf die Strasse zu setzen und bei Bedarf wieder günstiger aus dem Ausland zu holen. Da in der Schweiz kein Arbeitnehmerschutz existiert, können die Firmen auf Gedeih und Verderben Leute entlassen. Die Gewerkschaften verdienen ihren Namen nicht und die Politiker und Bosse, selber in den Verwaltungsräten, interessieren sich nur für den Umsatz. Sozialpartnerschaft? Haha!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Chris Teufi, Klosters
    Ich lese hier nur gefärbte Kommentare von Arbeitnehmenden, die leider nur wenig Ahnung und noch weniger Verständnis von der Welt da draussen haben und denken das Geld am Monatsende ist Gottgegeben! Nur weiter die Scheuklappen auf lassen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen