US-Notenbank verschiebt die Leitzinserhöhung

Die US-Notenbank Federal Reserve hat in ihrer Aprilsitzung den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Er bewegt sich weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Das gebäude der US-Notenbank. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die US-Notenbank zögert noch mit der ersten Zinserhöhung in diesem Jahr. Reuters

Keine Überraschung bei der US-Notenbank (Fed): Der Leitzins bleibt zunächst wie er ist. Dass sich die Fed jedoch nicht zu internationalen Risiken äusserte, deutet für manche Analysten auf einen Zinsschritt in der nächsten Sitzung hin.

Damit bewegt sich der Leitzins weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Fed liess offen, ob es im Juni zu einem Anstieg der Leitzinsen kommen könnte.

Hoffnungen bei Inland-Entwicklung stärker als Ängste vor Ausland-Risiken

Die Federal Reserve hat sich bisher für die Abwägung von Risiken aus der Weltwirtschaft und den Aussichten für Wachstum und Inflation im Inland stark gemacht. Die grossen Risiken, etwa durch den niedrigen Ölpreis und die Wachstumsschwäche in China, erwähnte die Notenbank in ihrem Statement im April nicht mehr.

Zusatzinhalt überspringen

Japan hält an Geldpolitik fest

Japans Zentralbank wird die Geldschleusen vorerst nicht weiter öffnen. Das entschied die Bank von Japan nach dem Abschluss zweitägiger Beratungen. In Marktkreisen war mit einer weiteren Lockerung der geldpolitischen Zügel gerechnet worden. In Reaktion auf die Entscheidung der BoJ, dies nicht zu tun, gab der Dollar zum Yen deutlich nach.

Tags zuvor hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) noch darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Zahl fauler Kredite in China beängstigend erhöht.

Stattdessen konzentrierte sich die Fed in ihrer Betrachtung vor allem auf die Situation im Inland, wo sie einen stabilen Arbeitsmarkt und optimistische Wachstumsaussichten konstatierte.

Zinswende im Juni?

Analysten bewerteten dies als einen Hinweis, dass es zu einer Zinsanhebung bei der nächsten Sitzung im Juni kommen könnte, sollten sich die Aussichten für die weiterhin eher schwache Inflation in den USA erholen. Paradoxerweise würde eine Erhöhung der Zinsen vermutlich den US-Dollar stärken, damit Importe verbilligen und die Preissteigerung weiter belasten.

Die US-Notenbank hatte zuletzt im Dezember eine leichte Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte verkündet und damit ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet. Zuvor war es seit 2006 stetig nach unten gegangen. Mit ihrer Aufwärtstendenz bewegt sich die Fed gegenläufig zur Europäischen Zentralbank (EZB), die zuletzt die Geldpolitik noch einmal gelockert hatte.