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Wirtschaft US-Senat wirft Apple massive Tricksereien bei Steuern vor

Happige Vorwürfe an den Apple-Konzern: Er soll sich in den vergangenen Jahren Milliarden an Steuern entzogen haben. Der US-Senat will nun handeln und die Steuer-Schlupflöcher stopfen.

Legende: Video US-Steuersystem in der Kritik abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.05.2013.

Der US-Computerkonzern Apple hat durch ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten Firmen in den USA Steuerzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe vermieden. Dies stellt ein Bericht des US-Senats fest.

Die Untersuchung wirft Apple zwar nicht vor, illegal gehandelt zu haben. Sie verdeutlicht aber Gesetzeslücken in den USA, die viele Grosskonzerne nutzen.

«Apple war nicht damit zufrieden, Gewinne in ein Niedrig-Steuer-Paradies zu verlegen», erklärte Senator Carl Levin, der den permanenten Senatsunterausschuss für Untersuchungen leitet. Er betonte zudem, der Ausschuss werde Vorschläge unterbreiten, wie diese von Grossunternehmen genutzten Lücken im Steuerrecht geschlossen werden könnten.

Laut dem Senatsbericht verfügt Apple über 145 Milliarden Dollar Barreserven, von denen 102 Milliarden ausserhalb der USA liegen, um Steuern zu sparen.

So verlagerte der Konzern zum Beispiel Rechte an geistigem Eigentum in Firmen in Ländern mit niedriger Besteuerung. Oder eine Filiale habe Nettozuflüsse von 30 Milliarden Dollar verbucht, sich aber geweigert, einen Steuerstandort anzugeben, heisst es.

Apple-Chef klagt über Steuern

Apple-Chef Tim Cook wehrte sich vor ein paar Tagen in einem Interview mit der «Washington Post» gegen den Vorwurf, den Staat um sein Geld zu bringen. Zugleich sagte er, dass die Steuern in den USA zu hoch seien: «Diese sollten angemessen sein.»

3 Kommentare

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  • Kommentar von Dr. Walter Häcki, 6390 Engelberg
    Apple hatte schon als kleine Firma in den 1980er Jahren in Irland eine Produktion aufgebaut und von Irland aus uns beliefert, als sie noch sehr kleine Brötchen bucken und IBM und Mikrosoft alles dominierten. . Mich ärgert es gewaltig, wenn unsere Journalisten jetzt auf Apple eindreschen und der Steuerkonstrukte beschuldigen. Apple trägt sehr viel zum Bruttosozialprodukterhöhung in allen Ländern weltweit bei, Selbst Google Gründer war im Apple-Verwaltungsrat und Samsung profitiert vom kopieren!
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  • Kommentar von Hanspeter Liebermann, Zürich
    Zwei unterschiedliche Masse Was die US-Finanzbehörde im eigenem Land nicht zulässt, dass erlaubt sie amerikanischen Unternehmen umgekehrt im Ausland. Ich denke da an Opel (GM), in DEU-Bochum. GM kassierte jahrelang vom DEU-Steuerzahler Milliarden an Subventionen und führte aufgrund Steuertrickserei, in DEU keine Steuern, sondern in den USA ab. Auch diese Form der US-Gerechtigkeit, finde ich aus meiner einmal mehr als nur fragwürdig.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Auch hier passt: Fettnaepfli, Fettnapfdeckeli.. beide sind hmmm... schmierig! Die masslose Gier International! Der einzige Punkt wo sich die Welt einig ist, die Welt der Machthaber der Wirtschaft. Und waer zahlts...?
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