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Wirtschaft Vasella: 7500 Franken täglich + Aktien + Beraterhonorar

2,7 Millionen Franken in bar, plus Aktien im Wert von 2,2 Millionen: Novartis unterstützt Vasella auch nach dessen Abgang grosszügig. Dazu bekommt er 25'000 Franken – pro Beratertag. Die Firma machte im ersten Halbjahr 5 Milliarden Gewinn.

Der ehemalige Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella wird in einer Übergangszeit mit Barwerten und einem Aktienpaket entschädigt. Er erhält für «Übergangs-Dienstleistungen» in diesem Jahr 2,7 Millionen Franken sowie Aktien im Wert von 2,2 Millionen.

Legende: Video SRF-Wirtschaftsredaktor Martin Stucki über das Honorar für Daniel Vasella abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.07.2013.

Für die Kalenderjahre 2014, 2015 und 2016 wird ihm zudem ein Gesamthonorar von mindestens 250'000 Dollar garantiert. Er erhält pro Beratertag 25'000 Dollar, mindestens aber eine Viertelmillion Dollar pro Jahr.

Zudem wird er Ehrenpräsident der Firma. Nach Schätzungen hat er seit 2000 fast 400 Millionen Franken bei dem Pharmakonzern kassiert.

Im Februar hatten Vasellas Abgangshonorare für öffentliche Empörung gesorgt. Er hatte daraufhin auf eine Gesamtsumme von 72 Millionen verzichtet.

«Bill Clinton nimmt für einen 90-minütigen Auftritt bis zu 500‘000 Dollar und das ist zwanzig Mal mehr als Vasella», rückt Martin Stucki die Relationen etwas zurecht. Für den SRF-Wirtschaftsredaktor besitzt Vasella in der öffentlichen Wahrnehmung das Stigma des Oberabzockers. «Er kann jetzt verdienen was er will, es wird ihm immer als zu viel ausgelegt.»

650 Millionen eingespart

Der Pharmakonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 2 Prozent auf 28,50 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn stieg um 1 Prozent auf 4,97 Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen bekanntgab, erhöhte es seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Novartis erwartet neu ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen.

Grund für die angehobene Prognose sind die geringer als ursprünglich erwartet ausgefallenen Einbussen durch Generikakonkurrenz. Ursprünglich rechnete Novartis mit einem Nettoumsatz auf dem Niveau des Vorjahres.

Für das operative Kernergebnis ging das Management von einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Insgesamt veranschlagt Novartis die Einbussen durch Generikakonkurrenz neu auf 2,7 Milliarden Dollar. Bislang ging das Unternehmen von 3,5 Milliarden aus. 2014 rechnet man mit höheren Einbussen.

Weiter auf Kurs sieht sich Novartis bezüglich Verbesserung der Produktivität. Mit den Initiativen zur Produktivitätssteigerung seien im zweiten Quartal Bruttoeinsparungen von rund 650 Millionen Dollar erzielt worden.

Entschädigung für Nachfolger

Anfang August wird der frühere Bayer-Manager Jörg Reinhardt Verwaltungsratschef bei Novartis. Er erhält als Entschädigung für verlorene Ansprüche gegenüber seinem bisherigen Arbeitgeber 2,6 Millionen Euro und künftig jährlich eine Vergütung von 3,8 Millionen Franken, davon die Hälfte in bar und den Rest in frei verfügbaren Novartis-Aktien.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Das sind die Auswüchse von Neoliberalismus in der Globalisierten Welt. 1:12 Initiative und Abzocker-Iniative sind da reine Kosmetik.
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  • Kommentar von Gerhard Meier, Gockhausen
    Ist die Konzernleitung von Novartis wirklich so schwach, dass sie weiterhin "Nachhilfeunterricht" vom grössten Abzocker der Schweiz benötigt? Dann hat der VR bei deren Nomination kläglich versagt!. Die gewährten Geschenke musste sich Hr. Vasella vom VR und der GL absegnen lassen. Der Skandal ist, dass die Personen dieser Gremien nicht das Wohl der Firma im Blickwinkel haben. Untereinander werden Geld und Ansprüche zugeschoben. Die Folge ist die Zerstörung unseres Wirtschaftssystems.
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    Das den Managern der Multis das Geld nach geschossen wird, dass sie bis ende ihres Lebens nicht auszugeben vermögen, hat in seiner Wichtig-u.Gefährlichkeit noch einen ganz anderen Zweck, den Zweck einer ungeheuren konzentrierten Macht. Um diese Macht in einem kleinen Kreis zu verwalten und zu erhalten, braucht es Leute wie Vasella u. andere. Alleine kann V. mit seinem Zaster niemandem weh tun. Aber er ist einem Machtklüngel verpflichtet, die noch anderes im Sinn hat, als nur Geld zu verteilen
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