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Nachhaltige Anlagepolitik Verliert die Schweiz den «grünen» Anschluss?

Die EU will ihren Finanzplatz nachhaltiger machen. Die einstige Pionierin Schweiz liege arg zurück, kritisiert der WWF.

Legende: Audio «WWF: Schweiz investiert zu wenig nachhaltig» abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
2:09 min, aus HeuteMorgen vom 14.07.2017.
  • Der Finanzplatz Europas soll «grüner» beziehungsweise nachhaltiger werden.
  • Eine Expertenkommission der EU hat dazu Empfehlungen veröffentlicht. Ziel ist es, die Wirtschaft umweltfreundlicher zu machen.
  • In der EU sollen unter anderem nachhaltige Finanzprodukte stärker gefördert und Finanzmarktteilnehmer mehr in die Pflicht genommen werden.
  • Die Situation in der Schweiz ruft den WWF auf den Plan.

In der Schweiz werden erst sieben Prozent der Fonds nachhaltig verwaltet. Die Schweiz, in den 1990er Jahren noch Pionierin in Sachen nachhaltige Kapitalanlagen, drohe den Anschluss zu verlieren, kritisiert Britta Rendlen vom WWF und wirft der hiesigen Politik und den Ämtern vor mangelnde Unterstützung vor.

Wir sehen einfach, wie die Politik und unsere Ämter nachhaltiges Investieren nicht aktiv unterstützen.
Autor: Britta RendlenWWF

Gerade fortschrittlich denkende Pensionskassen in der Schweiz würden zu wenig unterstützt, wenn sie nachhaltig investieren möchten, sagt Rendlen. Als Gegenbeispiel nennt sie Grossbritannien. Dort seien Pensionskassen gesetzlich dazu aufgerufen, sich nachhaltig auszurichten. Diese Art von Rahmenbedingungen fehlten in der Schweiz.

Sabine Döbeli von Swiss Sustainable Finance warnt ebenfalls: Tatsächlich liefen in Europa zurzeit recht viele Initiativen auch auf regulatorischer Ebene. In Frankreich etwa müssten institutionelle Anleger neu obligatorisch ihre Klimarisiken offenlegen.

Banken und Versicherungen widersprechen

Laut der Bankiervereinigung ist die Angst unbegründet: Nachhaltiges Investieren werde so oder so zum Mainstream. Auch der Versicherungsverband sieht sich auf Kurs: «Die Versicherer nehmen ihre Verantwortung im Bereich der Nachhaltigkeit freiwillig und auch ohne Regulierung wahr», betont Sprecherin Sabine Alder. Nachhaltigkeit sei nötig, damit die Umweltrisiken versicherbar blieben.

Nachhaltigkeit ist nötig, damit die Umweltrisiken versicherbar bleiben.
Autor: Sabine AlderSprecherin des Versicherungsverbandes

Das Vorpreschen der EU dürfte in der Schweiz dennoch für Bewegung sorgen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Hoffentlich verlieren wir diesen Anschluss, denn er ist es nicht wert zu gehen er ist zu idiologisch und somit nicht nachhaltig und Zukunftsorientiert, zu einseitig, was wir brauchen ist einen Mix und es hat sich in der Schweiz immer gezeigt wenn wir nicht bei den Ersten waren, war dies nie ein Nachteil, denn die sog. Fortschrittlichen haben immer viel Lehrgeld bezahlt und gerade wenn es unter der Schirmherrschaft dieser Institution EU war. Gross am Aufreissen und nachher ??????
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    1. Antwort von Jos Schmid (Jos Schmid)
      Die Schweiz hat viele gute Pionierleistungen gewagt. Die Neat, unsere Verfassung, der Gewässerschutz, die Liberalisierung im Betäubungsmittelgesetz. Wenn die Schweiz wirklich etwas anpackt, funktioniert das oft sehr gut.
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Die Schweiz macht noch nicht, die Betonung liegt auf noch, ganz jeden Irrsinn mit, der auf europäischer Ebene gepredigt wird. Man kann das durchaus positiv werten.
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  • Kommentar von Manfred Aregger (Manare)
    Was hat dieses Bild eigentlich mit nachhaltiger Anlagepolitik zu tun? Ein Beispiel mehr, wie suggestiv die Medien und die Politik arbeiten...
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