Von der Strasse auf die Schiene – Erfolge und Probleme

Die Schweiz hat einiges unternommen, um den Güterverkehr von der Strasse vermehrt auf die Schiene zu bringen. Laut den neusten Zahlen des Bundes werden 38 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene abgewickelt, das ist deutlich mehr als im übrigen Europa. Und doch steht nicht alles zum Besten.

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Bildlegende: Güterverkehr in Millionen Tonnenkilometer in der Schweiz. SRF

Für den Güterverkehr mit der Bahn spricht manches, doch der grosse Vorteil ist der sogenannte Nachtsprung: Nachts unterliegen die meisten LKW dem Nachtfahrverbot. Die Bahn hingegen kann dann Güter quer durch die Schweiz transportieren.

Daniel Bürgy leitet beim grössten Bahn-Transporteur in der Schweiz, bei SBB Cargo, den Vertrieb: «Wenn Herr und Frau Schweizer am Morgen aufstehen, dann sind die Getränke und die Lebensmittel beim Frühstück meist mit der Bahn gefahren, ebenso die Zeitung, das Smartphone oder der Kehricht.»

Engpässe in Ballungsräumen

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«Trend»-Sommerserie

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Die Bahn kämpft um Anteile im Güterverkehr. Nach jahrelangen Verlusten gelang es ihr nun in den letzten Jahren, Anteile gegenüber der Strasse gutzumachen (siehe Grafik). Derzeit werden 38 Prozent des Schweizer Güterverkehrs auf der Schiene abgewickelt. Der Gotthard-Basistunnel könnte neuen Schub geben.

Doch der Güterverkehr auf der Schiene kämpft mit Engpässen, vor allem in Ballungsräumen wie Zürich, Bern, Basel oder Genf. Bürgy zieht eine Parallele: «Das kennt man ja auch privat: Meistens rollt der Verkehr über Land gut, aber Richtung Stadt stockt er dann.»

Kampf um Kapazitäten auf der Schiene

SBB Cargo und die anderen Bahn-Transporteure müssen die verfügbaren Kapazitäten auf der Schiene regelmässig neu unter sich aufteilen. Dabei probiere man, allen Bedürfnissen möglichst gerecht zu werden, sagt der SBB-Cargo-Manager.

Laut dem Fachmann gibt es grundsätzlich genügend Platz für den Güterverkehr in der Schweiz, auch mittelfristig. Denn dank dem neuen Gütertransport-Gesetz geniesst der Personenverkehr nicht mehr absoluten Vorrang wie bisher.

Schlecht gerüstet für internationale Container

Ein Problem bleibt laut Daniel Bürgy allerdings: Die Schweiz tue sich schwer damit, den internationalen Güterverkehr auf die Schiene zu hieven. «Im kombinierten Verkehr werden alle Güter, die in die Schweiz kommen oder aus der Schweiz herausgehen, in Containern transportiert. Das hat stark zugenommen. Dort haben wir aber keine Anlagen, die zeitgemäss sind.»

Im besagten Bereich soll das Projekt «Basel Nord» Abhilfe schaffen: SBB Cargo baut dort mit verschiedenen Partnern, unter anderem mit den Schweizerischen Rheinhäfen, einen grossen Container-Verladeplatz für Strasse, Schiene und Wasser.