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Wirtschaft VW offenbar auch im Visier der US-Justiz

Hat VW kriminell gehandelt? Die manipulierten Abgastests bei VW in den USA könnten laut US-Medien strafrechtliche Folgen haben. Das Bundesamt für Strassen will derweil die Verkäufe von VW-Dieselautos prüfen.

Legende: Video Diesel-Debakel: VW am Pranger abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.09.2015.

Eine halbe Million Dieselfahrzeuge sind von der Manipulation betroffen. Manipulation, die mit beträchtlicher krimineller Energie geschahen. VW drohen Strafzahlungen in Milliardenhöhe, Rückrufkosten, Sammelklagen. Noch nicht absehbar sind die Kosten wegen des Image-Schadens, denn Volkswagen ist in den USA ein Synonym für deutsche Qualität, Ingenieurskunst und technischen Fortschritt, für «made in Germany».

Wie sagte Amerika-Chef von VW, Michael Horn, doch gleich? «Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut.» Tatsächlich. Und dieser Misthaufen dampft immer gewaltiger. Denn nun wird offenbar auch die US-Justiz tätig. Diese ermittle, ob dem Konzern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen seien, berichteten US-Medien.

Die Folgen für VW sind nicht absehbar. In Kriminalfällen können Ermittlungen in den USA Monate oder Jahre dauern, ergebnislos enden, aber auch zu heftigen Strafen führen.

VW Thema im US-Kongress

Damit nicht genug. Der Skandal wird auch Thema im Ausschuss des US-Kongresses sein. Das kündigten die US-Politiker Fred Upton und Tim Murphy an. In den kommenden Wochen wird danach eine Anhörung zu den Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA angesetzt, weil VW Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeug-Tests geschönt hat. «Das amerikanische Volk verdient Antworten und Zusicherungen, dass dies nicht wieder passiert», heisst es in der Erklärung der beiden US-Kongressmitglieder.

Frankreich, Australien und Südkorea wollen auch untersuchen

Nun fordert auch Frankreich eine Untersuchung auf europäischer Ebene. Die Untersuchung solle aber nicht nur Volkswagen betreffen, sagte Finanzminister Michel Sapin.

Die Australier fordern ebenfalls Antworten von dem deutschen Konzern. VW müsse klären, ob betroffene Modelle auch in Australien verkauft worden seien, hiess es nach Regierungsangaben.

Daneben will auch Südkorea Klarheit: Das Umweltministerium will den Schadstoffausstoss von Diesel-Fahrzeugen der Marken VW und Audi untersuchen. Betroffen sind 4000 bis 5000 Autos der VW-Modelle Jetta und Golf sowie des Audi A3, die 2014 und 2015 produziert worden sind.

Astra überprüft Verkäufe

Ob der Skandal auch die Schweiz betrifft, ist unklar. Zwar gab PR-Chef Livio Piattia von Volkswagen Schweiz Entwarnung: Alle hierzulande zugelassenen VW-Modelle erfüllten zum Zeitpunkt der Zulassung Abgas-Vorschriften in der Schweiz vollumfänglich. Doch so klar ist das für VW-Importeur Amag nicht. Dort meinte man: Entsprechende Untersuchungen seien am Laufen.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) untersucht, ob derselbe Typ von Diesel-Fahrzeugen, welche in den USA für Aufsehen sorgten, auch in der Schweiz verkauft wurde. Mit Ergebnissen sei innerhalb von einigen Tagen zu rechnen. VW war für eine Stellungnahmen vorerst nicht erreichbar.

Börse bestraft VW

Gestern brach die VW-Aktie streckenweise um mehr als 20 Prozent ein. Damit hatte das Unternehmen auf einen Schlag über 10 Milliarden Euro an Börsenwert eingebüsst. Heute startete VW erneut mit einem Verlust in den Tag.

Die grosse Frage bleibt: Wie konnte VW so etwas passieren? Und wird VW-Chef Martin Winterkorn?

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die USA ist bewundernswert. Sie deckt Betrug vieler Branchen im grossen Stil auf. Das gelingt ihr dadurch, indem sie schlau alle Bereiche der Gesellschaft/Wirtschaft ausspionieren und jeweils im richtigen Zeitpunkt zuschlagen, um ihre eigene Wirtschaft jeden nötigen Vorteil zu verschaffen. Dem Rest bleibt dann meist nur noch, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Sie selber können sich wenig Gutes und allerlei Böses erlauben, ohne das sie Konsequenzen zu befürchten haben.
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    1. Antwort von Thomi Capelli (thomicapelli)
      Wenn Chrysler, Ford, GMC, und Chevorlet da auch mitgemacht haben, gehoeren auch die an den Pranger! Bis jetzt sind es aber die Deutschen. Und wenn die beschissen haben, scheint es mit der "Deutschen Qualitaet" endgueltig vorbei zu sein. Aber bloss immer schoen verteidigen, auch wenn MIst gemacht wird...
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Skandal ist auch, dass die USA als Weltmacht Nr.1 in allen Gebieten, sich auch als Klimaschützer Nr.1 aufspielt. Obwohl die USA das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, massen sie sich nun an, dass die an sich treibstoffsparende Dieseltechnologie mit Höchstleistung aus Europa nun mundtot gemacht wird. Und das weil die siamesischen Zwillinge Erdöl/PKW immer noch voll auf SUV/Offroader/Pickups als „Benzinfresser“ setzen. Die Weltmacht Nr.2 Europa u. der EURO werden mit allen Mitteln gebodigt.
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    1. Antwort von Thomi Capelli (thomicapelli)
      Wenn sie mal in den USA leben wuerden, dann wuerden sie sehen dass die Wahrheit anders aussieht: "Benzinfresser" wurden in den letzen Jahren all durch neue sparsame Modelle ersetzt. Sie sind heuit enicht extremer als "normale" Autos. Im uebrigen sind die Distanzen hier in den USA einfach groesser, man faehrt nicht vom Wurzenbach nach Luzern und braucht fuer die 3 Kilometer 1 Stunde, hier ist mein Arbeitsweg 40 Kilometer (one way) und ich brauche 30 Minuten.
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    2. Antwort von Thomi Capelli (thomicapelli)
      Notabene hat Kalifornien weltweit die strengsten Abgas- und Umweltvorschriften, die anderen Staaten sind nicht weit davon weg. Aber das kuemmert ja die "generell USA feindlichen Europaer" nicht. Man sieht ja jetzt wie Europa mit Kriesen fertig wird, einbfach Grenzen zu machen, wird dann schon... Viel Spass drueben!...
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Jetzt wird es wohl so richtig heftig. Ist ja anzunehmen, dass nicht nur VW getrickst hat. Die US-Justiz wird wohl bald ein "Programm" vorlegen, wo dann alle deutschen Autobauer "mitmachen" können (analog den Schweizer Banken) um sich milliardenschwer freizukaufen. Ob dann Merkel immer noch gute Mine zum bösen Spiel macht (Abhöraffäre) nimmt mich dann schon wunder.
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