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Wirtschaft VW streicht in Deutschland 23'000 Stellen

Mit einem Zukunftspakt will die Automarke wieder an Fahrt aufnehmen: Die Kosten sollen um mehrere Milliarden gesenkt und weltweit 30'000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Trotzdem: Kündigungen sollen bis 2025 ausbleiben.

Legende: Video VW streicht 30‘000 Stellen abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Volkswagen streicht weltweit bis zu 30'000 Stellen – 23'000 davon in Deutschland.
  • Die Kosten sollen um 3,7 Milliarden Euro gesenkt werden.
  • Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.
  • 5700 Leiharbeiter stehen vor dem Aus.

Die renditeschwache Hauptmarke des Volkswagen-Konzerns unterzieht sich unter dem Druck des Dieselskandals und milliardenhoher Investitionen einer Rosskur.

VW-Mitarbeiter bei der Produktion
Legende: Keine Kündigungen: Vorerst soll der Abbau über die natürliche Fluktuation erfolgen. Keystone/archiv

Mit dem so genannten Zukunftspakt solle das operative Ergebnis bei VW bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro im Jahr verbessert werden, teilte der Konzern in einer Medienkonferenz mit. Davon sollten drei Milliarden Euro an den deutschen Standorten und 700 Millionen Euro im Ausland eingespart werden. Die Produktivität der deutschen Werke soll zugleich um 25 Prozent steigen.

Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts will der Konzern den Absatz von neuen Elektroautos rasch hochfahren. Diese Umstellung führt zu weniger Beschäftigung, da Verbrennungsmotoren mit viel mehr Personal gebaut werden als Elektromotoren.

Die nach monatelangem Ringen erzielte Einigung von Management und Betriebsrat sieht einen Abbau von 23'000 Stellen in Deutschland vor. Einschliesslich des Wegfalls im Ausland sollen bis zu 30'000 der aktuell rund 200'000 Stellen wegfallen. Zugleich sollen 9000 neue Jobs etwa in der Software-Entwicklung entstehen.

Opfer sind die Leiharbeiter

Investitionen von 3,5 Milliarden Euro

«Mit dem Zukunftspakt macht Volkswagen einen grossen Schritt nach vorne», erklärte VW-Markenchef Herbert Diess. Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft seien sicher, erklärte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Beide Seiten hätten einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2025 vereinbart. Vor allem über altersbedingtes Ausscheiden solle die Mitarbeiterzahl reduziert werden.

Opfer sind die Leiharbeiter

Der Kündigungsschutz bis 2025 gilt aber nicht für die vielen Leiharbeiter, die von VW beschäftigt werden. Viele von ihnen müssen sich wohl eine neue Stelle suchen. Der neue Kurs von VW könnte mittelfristig das Aus für rund 5700 Jobs bedeuten.

Die Vereinbarung sieht zudem Investitionen von 3,5 Milliarden Euro für die kommenden Jahre vor. VW will mit dem Fitnessprogramm die operative Rendite bis 2020 auf vier Prozent steigern, gegenüber dem aktuellen Stand ist das etwa eine Verdoppelung.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    In meinem ganzen bisherigen Leben, das sicher nicht immer leicht war, habe ich aber trotzdem noch nie so einen fiesen Typ kennen gelernt wie sie einer sind. Schlimm genug dass der Arbeiter die Verbrechen der oberen Etage ausbaden müssen, sie freuen sich noch darüber. Wie armselig müssen sie sein dass sie sich am Leid der anderen aufgeilen müssen.
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Die Zeche für endlose Gier und das pervertierte Erfolgsstreben in der Teppichetage zahlt nun wieder mal der Fliessbandarbeiter...zum Kotzen!
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Der Wirtschaftskrieg der USA gegen Deutschland scheint blendend zu funktionieren!!! Augen auf, alternativen suchen für US-Produkte!!!
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Dann finden Sie es richtig das VW im grossen Stiele betrogen hat und die Umwelt mit ihren "Dreckschleudern" verpestet, die VW als sauber verkauft, ohne das deutsche oder europäische Behörden eingreifen. VW hatt für xMillionen in die USA verkauft und wird von den US Kunden jetzt dafür belangt.
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    2. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      @RG Nein, natürlich nicht! Aber die USA ist kein Drittweltland, 1973 wurde dort der erste Kat. hergestellt. Die wissen wie Abgasanalyse geht, haben 50 Jahre Erfahrung damit und warteten bewusst bis gegen 100'000 Fahrzeuge in den USA verkauft worden waren, um VW maximal zu schaden. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung, nämlich zur Eröffnung einer der grössten US-Fahrzeugausstellungen war bewusst gewählt. VW war #1 der Branche, jetzt nicht mehr.
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