Warum steigen die Rohstoffpreise nicht?

Der Preis für Erdöl ist so tief wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der für Silber ist sogar auf ein Vierjahrestief gefallen. Offenbar wirken sich weder die Ukraine-Krise noch der Vormarsch der Dschihadisten vom IS auf die Rohstoffpreise aus.

Ein Giesser im Schutzanzug wirft einen Silberklumpen ins geschmolzene Gold. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Silberproduktion läuft trotz tiefer Preise auf Hochtouren. Reuters

Auf den ersten Blick ist es erstaunlich: Terror und Krieg im Nahen Osten und die geopolitischen Spannungen wegen der Ukraine-Krise machen Schlagzeilen. Trotzdem sind die meisten Rohstoffe so günstig wie schon lange nicht mehr. Offenbar sind es andere Faktoren, die derzeit die Rohstoffpreise bewegen.

Starker Dollar ist nur ein Grund

Zwar legte der Dollar in letzter Zeit zu. Das bringt die Rohstoffpreise jeweils unter Druck, weil es so pro Dollar mehr Erdöl, mehr Edel- und mehr Industriemetall zu kaufen gibt. Doch das allein genügt als Erklärung für die überraschend tiefen Rohstoffpreise nicht. Rohstoff-Analyst Carsten Menke von der Bank Julius Bär bestätigt: «Diese Schwäche nur auf den Dollar zurückzuführen, wäre viel zu kurz gegriffen.»

Produktion wird nicht gedrosselt

Bei Silber etwa produzierten die Minen weiterhin Rekordmengen trotz der Preisrückgänge. Es kommt also mehr Silber auf den Weltmarkt, als die Abnehmer kaufen wollen. Auch beim Erdöl übersteigt das Angebot die Nachfrage. Die wichtigsten Ölquellen im Nahen Osten blieben bislang vom Konflikt mit der Terrorgruppe Islamischer Staat unberührt. Von einem Versorgungsengpass könne keine Rede sein, sagt Experte Menke.

Wirtschaft wächst nur langsam

Kommt dazu, dass die Weltwirtschaft derzeit nur langsam wächst. «Was sich insgesamt dann auch in einem eher moderaten Nachfragewachstum in den Rohstoffen niederschlägt.» Die meisten Rohstoffe dürften darum auch weiterhin billig bleiben.

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