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Wirtschaft Was macht Facebook mit meiner Nummer?

Der Nachrichtendienst Whatsapp wird die Nummern seiner Nutzer an den Mutterkonzern Facebook weitergeben, wie die beiden Unternehmen kürzlich angekündigt haben. Was bedeutet das? Gefährdet diese Neuerung die Privatsphäre der Kommunizierenden? SRF-Digitalredaktor Guido Berger liefert Antworten.

SRF News: Was genau gibt Whatsapp an Facebook weiter?

Guido Berger: Es handelt sich um zwei Datenstückchen, die weitergegeben werden. Einerseits ist es die Telefonnummer, die ich bei Whatsapp brauche, um den Dienst überhaupt nutzen zu können. Facebook hat diese Nummer unter Umständen schon. Andererseits wird Facebook nachher wissen, dass ich Whatsapp nutze.

Was macht Facebook denn mit meiner Nummer?

Kurzfristig geht es um Werbung. Damit verdient das Unternehmen viel Geld, und man will noch gezielter Werbung schalten. Mittelfristig geht es auch um Kommunikation mit Unternehmen. Diese ist sich jetzt am Verschieben. Wenn ich zurzeit Supportanfragen habe oder Kundendienstaufgaben, dann kommuniziere ich wahrscheinlich noch per Telefon oder per Mail. In Zukunft werden Nachrichtendienste wie der Messenger von Facebook oder Whatsapp sein. Da geht es dann darum, Personen richtig identifizieren zu können. Die Übergabe der Telefonnummer an Facebook ist ein Schritt dazu. Das zeigt, wie sich diese sozialen Netzwerke entwickeln.

Das war von Anfang an eine Prognose von uns, dass es zuerst um das Profil und um den Newsfeed und um die Ferienfotos gehe – aber im Hintergrund wurden Personen mit Personen verknüpft. Dieses Netzwerk, das man aufgebaut hat von dieser Milliarde Menschen auf der ganzen Welt kann man auch übertragen, beispielsweise auf die Kommunikation mit Unternehmen. Das ist das, was die Unternehmen jetzt machen.

Die Ankündigung, dass Whatsapp die Nummern an Facebook weitergibt, wurde in den Medien kritisiert. Wird die Privatsphäre der Nutzer weiter verringert?

Es ist ein kleines Schrittchen. Und klar, viele kleine Schrittchen geben einen grossen. Ich persönlich würde aber sagen, das grosse Bild hat sich nicht verändert. Schon vor dieser Ankündigung wussten Facebook und Whatsapp sehr, sehr viel über uns. Und nach dieser Ankündigung ist es immer noch so.

Das Gespräch führte Joël Hafner.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Whatsapp kann für genau 3 Chf durch Threema ersestzt werden. Threema hinterlässt nicht mal Metadaten und verschlüsselt Mitteilungen auf den Handy, d.h. nicht mal die Firma Threema kann die Nachrichten lesen. Wer mit 20 Leuten in Whatsapp-Kontakt steht, wirft 60 CHF auf, denn man kann Threema sehr einfach verschenken. Danach kann man ohne Datenweitergabe chatten.
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  • Kommentar von Valentin Imsand (Vali)
    Liebe Datenschützer Ich finde es immer wieder sehr spannend was für grosse Sorgen ihr euch über unser Privatleben macht. Hier ein paar Fragen: 1. Wieso habt ihr überhaupt einen SRF account? Hier wird ja schon lange die Nummer und die Email@ verlangt. 2. Wer von euch benutzt eigentlich alles ein Smartphone, welches mit einem original Betriebssystem läuft, und somit immer lokalisiert werden kann? 3. Coop Superkarte und CO. Wer gibt täglich seine Einkaufs-Gewohnheiten preis? Denkt mal darüber nach
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Das ist ein guter Grund in Zukunft auf Whatsup zu verzichten so sehr ich es auch geschaetzt habe diese Institution zu nutzen!
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