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Wirtschaft Was Menschen zur Steuerhinterziehung treibt

Warum zahlen in einem Land Bürger Steuern mit Überzeugung, und im anderen lässt die Steuerehrlichkeit zu wünschen übrig? «ECO» zeigt: Es ist nicht vor allem die Höhe der Steuern, die schreckt. Es geht um Vertrauen.

Legende: Video Warum Bürger Steuern hinterziehen abspielen. Laufzeit 11:04 Minuten.
Aus ECO vom 13.05.2013.

«Wenn man für das, was man an Steuern bezahlt, vernünftige Leistungen erhält und die staatlichen Entscheidungen als legitim ansieht, hat man eine höhere Bereitschaft, Steuern zu zahlen», sagt Lars Feld. Er ist einer der fünf Wirtschaftsweisen, die die deutsche Regierung beraten.

Dänemark: Steuern rekordhoch, Hinterziehung rekordtief

Dass hohe Steuern die Menschen nicht zwingend zur Steuerflucht treiben, zeigt das Beispiel Dänemark. Der skandinavische Staat ist ein Hochsteuerland, Einwohner zahlen bis zu 60 Prozent Steuern. Gleichzeitig gibt es im Land kaum Steuerhinterziehung. Die Schattenwirtschaft beträgt geschätzte 0,3 Prozent.

Taschenrechner
Legende: Steuern zahlen oder Geld verstecken? Der Staat profitiert davon, wenn er sich um das Vertrauen seiner Bürger bemüht. Colourbox

Die Schattenwirtschafts-Quote setzt sich aus Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit zusammen und wird gemessen in Prozent des Bruttoinlandprodukts BIP.

«Die Dänen sind überzeugt, dass die Regierung ihre Steuergelder angemessen ausgibt», sagt der dänische Abgeordnete Nadeem Farooq. «Es gibt eine Umverteilung zwischen Arm und Reich.»

In Südeuropa schwindet dagegen das Vertrauen zunehmend. Korruption und Willkür verdunkeln das Verhältnis zum Beispiel der spanischen Bürger zu ihrem Staat. Die Schattenwirtschafts-Quote beträgt deshalb dort ein Vielfaches.

Schweiz: 5 Prozent Steuerhinterzieher

Und in der Schweiz? Hier geniessen die staatlichen Institutionen ein vergleichsweise hohes Vertrauen. Die Schattenwirtschaft ist zwar höher als in Dänemark, allerdings deutlich niedriger als in Deutschland oder Spanien. In einer Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsmagazins «ECO» geben 5 Prozent der Befragten an, schon einmal Steuern hinterzogen zu haben.

Je eher der Bürger das Gefühl hat, sein abgegebenes Geld werde zu seinem Wohl eingesetzt, desto wahrscheinlicher begleicht er seine Steuern.

Und am Ende zahlt sich Steuerehrlichkeit für alle Beteiligten aus. Denn je höher diese ist, desto weniger Kontrollmassnahmen muss der Staat ergreifen – und desto weniger Geld für diese ausgeben.

Legende:
Schattenwirtschafts-Quote in verschiedenen Ländern gemessen in Prozent des Bruttoinlandprodukts BIP DIW Berlin

Studie zur Schattenwirtschaft

The Shadow Economy in International Comparison: Options for Economic Policy Derived from an OECD Panel Analysis (Ulrich Thiessen), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    In Südeuropa schwindet das Vertrauen zunehmend wegen Korruption+Willkür,da,weil die Gelder zunehmend nicht mehr fürs einh.Volk eingesetzt werden,die Regierung ihre eigenen Entscheidungen am Volkswillen vorbei durchsetzt.Alltägl.Beobachtungen zeigen,was auf höh.Ebene in gr.Stil angerichtet wird.Einer armen,alten Frau verwehrt man im Abseitshüttchen neue Wasserzufuhr,stellt ihr einfach gefüllte Kannen hin,während im Dorf Sozialhelfer mit exkl.eingekleideten Asylanten gross einkaufen gehen.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Sollange der Staat dem Volk nicht Vertraut, und es Politisch sowie Wirtschaftlich hintergeht, wundert es mich nicht. Zudem werden unsere Steuergelder schon lange nicht mehr fuer unser Volk Eingesetzt, siehe: Kohaesions-Milliarde, Hilfsgelder, Asylwesen, etc. die Liste ist lang. Aber dann dem Eigenen Volk die Temp. Eingefuehrte MwSt. und Autobahnvignett, nicht wieder erlassen, nein Erhoehen! Staatsauftraege an AUSLAENDISCHE Unternehmen, etc. Noch fragen? Ein wunder das es nur 5% sind...
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  • Kommentar von ueli kohler, obligado-py
    In Sachen Steuern habe ich den Staat immer als Feind betrachtet.Gründe erwähnt von Waldeck-Bellinzona.
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