Web-Geschäft von Yahoo geht an Telekomgigant Verizon

Mit massiven Problemen kämpfte das Internet-Unternehmen Yahoo schon lange. Jetzt geht das Web-Geschäft des Internetpioniers an den Telekommunikations-Konzern Verizon – die 4,8 Milliarden Dollar sind laut Experten ein Schnäppchen.

Logo von Yahoo Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verizon blättert 4,8 Milliarden US-Dollar für den Internet-Pionier Yahoo hin. Keystone

Der Internet-Pionier Yahoo verliert nach langer Krise seine Eigenständigkeit. Für 4,8 Milliarden Dollar in bar geht das Kerngeschäft an den US-Telekomkonzern Verizon, wie der Käufer mitteilte und damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Sonntagabend bestätigte.

Verizon sichert sich damit einen relativ günstigen Deal. Denn Analysten hatten den Wert der Internet- und E-Mail-Sparte von Yahoo zuletzt auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt.

Das Internet dominieren vor allem Google und Facebook. Yahoo kann dieser Übermacht nicht mehr viel entgegensetzen, obwohl Firmenchefin Marissa Mayer eine Trendwende versprochen und dafür auch viel Geld in Übernahmen investiert hatte.

Verjüngung trug keine Früchte davon

Die ehemalige Google-Managerin setzte auf einen Ausbau des Medienangebots, Investitionen in eigene Anstrengungen bei der Web-Suche und wollte jüngere Nutzer mit dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr für rund eine Milliarde Dollar anlocken. Die Zahlen wurden aber nicht besser. Unter dem Druck eines Milliarden-Verlustes hatte Mayer dann im Februar die Reissleine gezogen und den Verkauf angekündigt.

Verizon will Yahoo mit seiner Internet-Tochter AOL zusammenlegen, um besser mit Google und Facebook bei der Online-Werbung konkurrieren zu können. In der alten Yahoo-Gesellschaft bleiben die Beteiligungen an der chinesischen Online-Plattform Alibaba und Yahoo Japan.

Yahoo-Chefin Mayer will aber auch nach dem Verkauf an den Telekomriesen weiter im Unternehmen bleiben. «Ich persönlich plane zu bleiben», schrieb sie in einem Blogeintrag. Nach bisherigen Informationen könnte Mayer bis zu 55 Millionen Dollar einsacken, wenn sie nach einer Übernahme von Yahoo ihren Job verlieren würde.