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WEF 2014 Wikipedia-Gründer: «Im Handy liegt unsere Zukunft»

Jimmy Wales hat mit Wikipedia das grösste Lexikon der Weltgeschichte aufgebaut. Jetzt steigt er ins Handygeschäft ein. Er verrät SRF News Online, wie er damit die Welt verbessern will.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales
Legende: Jimmy Wales sucht neue Herausforderungen: Nach dem Internet will er den Mobilfunkmarkt erobern. Keystone

Jimmy Wales hat eine neue Mission. Deshalb hetzt er am Weltwirtschaftsforum in Davos von Termin zu Termin. Sein Ziel: eine Milliarde Dollar Spenden einsammeln. «Da ich noch nicht selbst zum Internet-Milliardär worden bin, setze ich auch hier auf die Gemeinschaft, um dieses Geld zusammenzubringen», sagt er zu SRF News Online.

Dies geht wie folgt: Der Wikipedia-Gründer wird Chef eines britischen Mobilfunkanbieters, der wohltätige Zwecke unterstützt. Zehn Prozent der Rechnungssumme jedes Nutzers gehen direkt an von den Kunden festgelegte Organisationen.

Ich bin leider kein Internet-Milliardär.

Das junge Unternehmen «The People's Operator» existiert bis jetzt erst in Grossbritannien. Bei der Expansion will Wales seine Dienste anbieten. Denn er hat bereits das Wissen globalisiert. Nun will er mit der gemeinnützigen Mobilfirma, die Welt erobern.

Spenden sammeln per Handy

«Ich bekomme viele Angebote irgendwo einzusteigen», führt er aus. «Doch entweder sind die Ideen langweilig oder nicht realistisch. Dieses Projekt war für mich inspirierend und zukunftsweisend zugleich.» Jimmy Wales will bei Startup sein Netzwerk, wie auch seine Erfahrung einbringen. «Vor allem in den Entwicklungsländern wächst der Mobilfunkmarkt sehr stark. Dort gehen die Nutzer nicht mehr über den Computer, sondern mit dem Handy online». Deshalb ist der Mobilfunkmarkt für den Wikipedia-Gründer zukunftsweisend.

Das Handy ist in den Entwicklungsländern zentral.

Bereits mit dem Projekt «Wikipedia Zero» wollte er digitale Kluft verringern. Ein Projekt, das das Wikipedia-Wissen in alle Teile der Welt bringen soll. Dafür hat er sich auf die mobile Variante von Wikipedia konzentriert und mit Mobilfunkanbietern beispielsweise in Afrika spezielle Deals abgeschlossen: Nutzer dürfen dort das Online-Lexikon abrufen, ohne dafür Verbindungsgebühren zu bezahlen. Der Erfolg des Projekts bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Anzahl der Seitenabrufe, die über «Wikipedia Zero» erfolgen, war im Jahr letzten Jahr massiv überschätzt worden, wie auf Wikipedia zu lesen ist.

Neue Idee, neues Glück: In Davos will Wales nun die Mächtigen der Welt dazu bringen in seine jüngste Mission mit «The People's Operator» zu investieren.

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