Weko verdächtigt sieben Banken der illegalen Absprachen

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat eine Untersuchung gegen Banken wegen möglicher Absprachen im Handel mit Edelmetallen eröffnet. Betroffen sind in der Schweiz die UBS und die Julius Bär. Auch gegen die Deutsche Bank wird ermittelt.

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Weko nimmt UBS und Julius Bär unter die Lupe

1:56 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.9.2015

Die Untersuchung der Weko richtet sich gegen die beiden Schweizer Banken UBS und Julius Bär sowie die ausländischen Institute Deutsche Bank, HSBC, Barclays, Morgan Stanley und Mitsui.

Sie verfüge über Anhaltspunkte, dass unter den Banken möglicherweise unzulässige Wettbewerbsabreden im Handel mit Edelmetallen getroffen wurden, teilte die Weko am Montag mit. Es bestehe insbesondere der Verdacht, dass es zur Abstimmung von Preisen der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium gekommen sei.

Kann die Manipulation nachgewiesen werden, drohen den Banken Bussen. Das Gesetz sieht Strafen in der Höhe von bis zu 10 Prozent des in den letzten drei Jahren in der Schweiz generierten Umsatzes vor.

Keine schnellen Resultate

Die Untersuchung dürfte sich länger hinziehen. Ein Abschluss ist laut der Weko angesichts der Komplexität des Falles und der umfangreichen Daten frühestens im kommenden, wenn nicht gar erst im übernächsten Jahr zu erwarten. Der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey vermutet, dass die Untersuchungen nicht vor 2017 abgeschlossen sein werden.

Die Bank Julius Bär kündigte bereits an, vollumfänglich mit den Behörden kooperieren zu wollen. Bei der UBS sagte ein Sprecher lediglich, die Bank kommentiere wie üblich laufende Untersuchungen nicht.

Untersuchungen auch in den USA

Im Februar hatte bereits das amerikanische Justizdepartement eine Untersuchung gegen rund zehn Banken wegen möglicher Preismanipulationen bei Edelmetallen eingeleitet. Dabei hatte die Behörde auch die Grossbanken UBS und die Credit Suisse im Visier.

Mit Preisabsprachen im Edelmetallhandel durch die UBS hatte sich auch schon die Finanzmarktaufsicht (Finma) beschäftigt. Sie band den Edelmetallhandel in ihre Untersuchungen zu Manipulationen von Referenzsätzen am Devisenmarkt ein.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann:

Über die konkreten Tricksereien der betreffenden Edelmetallhändler ist fast nichts bekannt. Und was die Vorteile für die Banken an den mutmasslichen Preismanipulationen sein sollen, ist auch unklar. Ebenso unbekannt ist, in wieweit das Management von den Manipulationsvorwürfen Kenntnis hatte. Klar ist allerdings: Täglich werden weltweit für Milliardensummen Edelmetalle gehandelt, da genügen bereits kleine Abweichungen vom fairen, unverfälschten Preis, um hohe Gewinne einzuheimsen.

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