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Löhne und Teuerung Weniger im Portemonnaie trotz Lohnerhöhung

Die Löhne könnten 2017 leicht steigen. Aber wegen der anziehenden Teuerung bleibt am Ende vermutlich weniger Geld.

Legende: Video Weniger im Portemonnaie trotz Lohnerhöhung abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.11.2016.

Der Lohnherbst ist angelaufen. Erste Verhandlungsabschlüsse mit Arbeitnehmern zeigen: Die Löhne auf dem Bau, in der Hotellerie und im Autogewerbe dürften 2017 zwischen 0,3 und 1 Prozent steigen.

Doch die Freude darüber wird bei vielen Arbeitnehmern nur von kurzer Dauer sein. Denn laut Prognosen soll auch die Teuerung in der Schweiz im kommenden Jahr zunehmen. Ökonomen rechnen mit bis zu einem halben Prozent.

Das bedeutet bei Lohnerhöhungen unter 0.5 Prozent für die Arbeitnehmer einen Kaufkraftverlust.

Nur ein Prozent mehr Lohn bringt etwas

Für Michael Siegenthaler von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ist klar: «Nächstes Jahr ist kein gutes Jahr für die Lohnbezüger in der Schweiz. Man hat zwar nominal vielleicht ein bisschen mehr in der Tasche, aber auch die Preise steigen nächstes Jahr.»

Eine erste Zwischenbilanz zum Lohnherbst von der Unia, der grössten Gewerkschaft in der Schweiz, zeigt ein durchzogenes Bild. Nur wer ein Prozent mehr Lohn erhält, gehört in diesem Jahr zu den Gewinnern.

Noch sind bei weitem nicht alle Lohnverhandlungen abgeschlossen. Unia-Präsidentin Vania Alleva will aber substanzielle Lohnerhöhungen für alle erreichen. Allerdings würden die Arbeitgeber «pickelhart» verhandeln.

Kaufkraftverlust erstmals seit acht Jahren

In den letzten Jahren sind die Löhne im Durchschnitt um 1,2 Prozent angestiegen. Gleichzeitig sind die Preise gesunken. Selbst bei stagnierenden Löhnen ist deshalb die Kaufkraft angewachsen.

Als Grund für die sinkenden Preise werden der tiefe Ölpreis genannt sowie der starke Schweizer Franken, der Importe in die Schweiz deutlich verbilligt hat. Damit ist nun Schluss. Zum ersten Mal seit acht Jahren droht ein Kaufkraftrückgang.

Die UBS geht laut einer eigenen Studie davon aus, dass die Löhne im nächsten Jahr um durchschnittlich 0,6 Prozent steigen werden. Die Credit Suisse rechnet mit 0,5 Prozent mehr Lohn – aber auch mit einer Teuerung etwa in der gleichen Höhe.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Loser (Jessica)
    Gratis-Betreungen, Beistände, Schulpsychologen, Gratis Arzt-Spitalpflege,Gratis OeV-Billete, Gratis Wohnungen und und und müssen von irgend jemanden bezahlt werden! Von wem wohl?!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das CH Volk hatte es bei der seinerzeitigen Abstimmung für eine "gesamtschweizerische Grund"-Versicherung im Gesndheits-Wesen in der Hand, endlich für eine gewisse Fairness gesamthaft abzustimmen. Die Zusatzversicherung hätten dann alle entsprechend ihren Wünschen/Bedürfnissen abschliessen können. Das wäre wirklich eine volkswohl-freundliche Entscheidung gewesen. Leider aber hat sich die Mehrheit der StimmbürgerInnen dagegen entschieden - somit geht die Unfairness weiter!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Solange die Mehrheit der CH Bevölkerung, bei jeder wichtigen Abstimmung, blindlings auf das hört, was die Mächtigen in der Politik empfehlen, solange muss sich auch niemand wundern, dass wir einen Politfilz haben und keine echte Politik zugunsten des VOLKES!
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