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Wirtschaft Wer grosse Träume hat, muss strategisch denken

Silicon Valley ist das Mekka für Startup-Firmen: Apple, Facebook, Twitter und viele mehr sind hier angesiedelt. Andere Länder versuchen, ihr eigenes Silicon Valley zu kreieren – ohne Erfolg. Warum lässt sich das Erfolgsmodell nicht verpflanzen, zum Beispiel in die Schweiz?

Zwei Männer stehen vor vielen technischen Geräten.
Legende: Gerade für Technologie-Unternehmen ist das Silicon Valley ein Mekka. Keystone

Steve Blank gilt als Pate der Jungunternehmer im kalifornischen Silicon Valley. Er kennt sich mit Firmengründungen aus. Dreissig verschiedene Hard- und Softwarefirmen hat Steve Blank gestartet. Heute ist er Dozent für Unternehmertum.

Er sagt zum Erfolg dieses Innovationszentrums Silicon Valley: «Es ist nicht so, dass die Menschen hier gescheiter oder irgendwie besser wären. Hier gibt es einfach das grosse Geld, die Risikokapitalfirmen, die sie unterstützen. Und hier in den USA gibt es auch einen einheitlichen Markt von 310 Millionen potenziellen Kunden.» Das seien entscheidende Bedingungen für Firmen, die rasch wachsen wollten.

Markt in Europa komplexer

Viel schwieriger sei es in Europa. Das heisst aber nicht, dass Unternehmensgründer in einem kleinen Land wie der Schweiz zum Scheitern verurteilt seien, sagt Blank: «Die Zeitpunkte, an dem sie die verschiedenen Schritte vollziehen, werden andere sein.» Mit dem kleineren Markt, mit sprachlichen Hürden bei der Expansion sei der Prozess komplexer und langwieriger.

Blank hat gemeinsam mit seinem Schweizer Kollegen Alexander Osterwalder eine neuartige Strategie entwickelt – Lean Startup heisst sie. Im Wesentlichen geht es dabei darum, ein Produkt in einem frühen Stadium am Markt zu testen und anzupassen, bevor zu viel Geld verloren gegangen ist. «Die grösste Herausforderung für jedes junge Unternehmen ist es, im Geschäft zu bleiben, bevor das Geld ausgeht. Unsere Strategie verlängert die Anlaufbahn, verleiht mehr Zeit.»

«Global geboren werden oder lokal sterben»

In den USA kann eine kleine Firma quasi uniform und konstant wachsen. Aus der Schweiz oder aus einem anderen europäischen Land heraus müssen Unternehmer mehr Hürden überwinden, ihr Geschäft in verschiedene Märkte ausdehnen und schrittweise wachsen. Das müsse geplant werden.

«In der Schweiz und Europa muss man entscheiden, ob man global geboren werden oder lokal sterben will», sagt Blank plakativ. Es sei auch ganz in Ordnung, wenn jemand nur eine kleine Firma haben wolle. Aber wer grosse Träume hege, müsse entsprechend strategisch vorgehen, strategischer vielleicht als in seiner Heimat, dem Silicon Valley.

5 Kommentare

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  • Kommentar von John Berger-Rees, Kalifornien
    Silicon Valley ist einmalig. ETH ist nicht mit Stanford zu vergleichen. Alle ETH-Studenten wünschten sie wären an einer US-Elite Uni. Die Schweizerische Kultur ist halt eine konservative Bankenkultur, welche die IT-Innovation nicht fördert.
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  • Kommentar von E. Sutter, Sacramento CA
    @Dreier: Wenn Sie das Silicon Valley kennen würden; oder sogar im Silicon Valley gearbeitet hätten, würden Sie feststellen, dass das Silicon Valley das Eldorado von "besessenen" Wissenschaftler, Forscher, Tüftler und "Arbeitstieren" ist, welchen primär die Motivation von Wissen -und nicht das Geld im Vordergrund steht. Basierend auf unserer freien Marktwirtschaft gibt es daher im Silicon Valley sehr wohl auch finanzielle Loser und Gewinner. ..aber die Loser interessiert niemand...
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    In Silicon Valley leben doch nur die reichen Bonzen, die sich wichtig machen und sich selbst auf die Schulter klopfen. Sobald man mit der Entwicklung des Quellcodes zu tun hat, wird man nach Malaysia oder Indien weiter geleitet. Das fehlt in diesem Artikel...
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