Wechsel in der Chefetage Wer ist der neue Chef von Novartis?

Er ist jung, Mediziner mit hoher Erfolgsbilanz und kennt sich in der Wirtschaft aus: Vasant Narasimhan ist der neue CEO.

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Neuer Chef für Novartis

1:30 min, aus Tagesschau am Mittag vom 4.9.2017

Amtsantritt ist für Vasant Narasimhan der 1. Februar 2018. Der künftige Chef ist 41 Jahre alt und amerikanischer Staatsbürger. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Basel. Vasant ist aktuell Mitglied der Geschäftsleitung von Novartis. Seit 2005 arbeitet er für den Konzern – aktuell als Leiter Pharmaentwicklung. Er kennt also den Konzern von innen.

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Bildlegende: Dem künftigen Novartis-Chef wird ein ausgeprägter Geschäftssinn nachgesagt. Keystone

Verwurzelt in der medizinischen Forschung

Zudem ist er Arzt, hat Biologie studiert und kennt auch den kommerziellen Bereich bestens. Vor seinem Einstieg bei Novartis arbeitete Narasimhan für das Beratungsunternehmen McKinsey & Company. Während und nach seinem Studium widmete sich der künftige Novartis-CEO Gesundheitsproblemen in Entwicklungsländern.

«Vas ist tief in der medizinischen Forschung verwurzelt und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Koordination der Schnittstellen zwischen Forschung und Entwicklung einerseits, sowie Marketing und Absatz andererseits», sagte Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt.

«Ich fühle mich geehrt»

Ausserdem habe er einen «ausgeprägten Geschäftssinn und eine herausragende Erfolgsbilanz». Als Arzt zeichne ihn seine starke Patientenorientierung, eine aufrichtig menschliche Perspektive und ein persönliches Engagement für die Werte von Novartis aus.

«Ich fühle mich geehrt, dass mir die Führung von Novartis angetragen wurde und werde das Amt mit grossem Respekt antreten», sagte Narasimhan.

Für Stefan Schneider, Pharma-Analyst bei der Bank Von Tobel ist Narasimhan die richtige Wahl: «Ich halte sehr viel von ihm.» Er bringe das Zeug mit, was das Pharma-Geschäft nach vorne bringen soll.

Novartis muss zulegen

Denn wie viele grosse Pharmakonzerne leidet auch Novartis darunter, dass der Konzern nicht schnell genug aus eigener Kraft neue Medikamente auf den Markt bringt.

Und was bedeutet das? Auch wenn es heute in den Medien hiess, dass vorerst keine grösseren Veränderungen bei Novartis anstehen: «Novartis muss in den kommenden Jahren auf der Wachstumsseite zulegen», sagt Schneider. Der Pharma-Analyst der Bank Von Tobel geht davon aus, dass Novartis Zukäufe tätigen wird.