Zum Inhalt springen

Neue Super-Batterie Wichtige Bausteine für Stromversorgung der Zukunft?

Legende: Audio Batteriespeichersystem mit Leistung von 18 Megawatt abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
1:35 min, aus HeuteMorgen vom 11.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die leistungsfähigste Batterie der Schweiz entsteht in Volketswil: Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bauen dort ein grosses Batteriespeichersystem mit einer installierten Leistung von 18 Megawatt.
  • Damit könnte man rund 600 Haushalte mit Strom versorgen.
  • Doch nicht nur dies: Solche Batterien könnten auch wichtige Bausteine für die Stromversorgung der Zukunft werden.

Der Batteriespeicher von Volketswil hat vor allem einen Zweck, erklärt Marina González Vayá von den EKZ: «Der wird zur Stabilisierung vom Netz eingesetzt. Wenn es zu viel Strom im Netz gibt, wird die Batterie geladen und wenn es zu wenig Strom im Netz gibt, wird die Batterie entladen.»

Solche Schwankungen werden sich häufen: Je mehr Strom aus Wind- und Solarkraftwerken ins Netz kommt, denn: Diese umweltfreundlichen Kraftwerke haben den Nachteil, dass ihre Leistung je nach Wetter stark schwankt. Und dass sie nicht dann am meisten Strom erzeugen, wenn auch am meisten verbraucht wird.

Wenn es zu viel Strom im Netz gibt, wird die Batterie geladen, und wenn es zu wenig Strom im Netz gibt, wird die Batterie entladen.
Autor: Marina González VayáElektrizitätswerke des Kantons Zürich

Damit die Spannung im Stromnetz konstant gehalten werden kann, braucht es also einen Ausgleich. Die Speicherbatterie von Volketswil wird künftig einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Doch solche Batterien könnten auch für den Ausgleich in den regionalen Stromverteilnetzen wichtig werden. Das betont Stefan Muster vom Verband der Schweizer Elektrizitätsunternehmen. «Mit der Energiestrategie 2050 wird sich die Stromproduktion verändern. Wir werden mehr Richtung dezentrale Einspeicherung gehen. Und dann brauchen wir eben auch auf dezentraler Verteilnetzebene andere Lösungen», sagt er.

Mit der Energiestrategie 2050 wird sich die Stromproduktion verändern.
Autor: Stefan MusterVerband der Schweizer Elektrizitätsunternehmen

Solche dezentralen Lösungen – wie die grosse Speicherbatterie in Volketswil – haben laut Muster noch weitere Vorteile: So könne man damit auf Netzausbauten verzichten, die sonst nötig werden könnten, wenn etwa in einer ländlichen Region mehr Solar- oder Windstrom erzeugt als verbraucht werde.

Auch viele andere Schweizer Stromversorger würden deshalb an ähnlichen, dezentralen Speicherlösungen arbeiten.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

49 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Hr. Bonanomi, Ihr Artikel enthält noch eine Falschmeldung:"..-ausbau verzichten, die sonst nötig werden..etc". Effektiv ist Netzausbau aufgrund lokaler Überproduktion erst dann ein Thema, wenn 2X so viel erzeugt wird wie lokal verbraucht wird. Warum? Das Netz wurde ja für den Lokalen Verbrauch bei zentraler Versorgung gebaut. Es ist also in der Lage die volle Leistung 1x zu übertragen. Bis sie 1x in die andere Richtung die volle Leistung überträgt brauchts 2x die Leistung lokal produziert. OK?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Hr. Bonanomi, Kritik kam schon weil Sie im Artikel nur die Leistung, nicht aber die Kapazität des Akkus angegeben haben. Es hätte die Leute interessiert. Meine Kritik richtet sich mehr an eine andere Aussage die ich so nicht stehen lassen kann: "...und dass sie nicht dann am meisten Strom erzeugen wenn auch am meisten verbraucht wird". Tatsache ist, dass im Vergleich zu anderen Arten die Erzeugung durch PV ein viel besser an den Verbrauch angepasstes Tagesprofil hat. Ihre Aussage gilt so nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Guntram Rehsche (Solarmedia)
    600 Haushalte werden genannt, um Vorstellung von Kapazität zu erhalten. Gebraucht wird Batterie aber zur Bereitstellung von Regelenergie (kfr. Ausgleich von Angebot und Nachfrage) - in diesem Bereich wirtschaftlich. Bei heutigen Preisen amortisiert sich Anlage in fünf Jahren. Atomstrom dazu unfähig, da auf einer anderen Verteilnetzebene. Auch nach Abstimmung zur Energiestrategie haben Atombefürworter nicht gemerkt, was zukunftsfähig ist - und keine Ahnung zu haben, wie Stromnetz funktioniert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Rehsche: Ihre Deutschen Landsmänner heizen im Sommer die Schienen alter Güterbahnhöfe, um das Netz stabil zu halten. Mit dieser Batterie vernichtet man nicht mehr 100% des volatilen Stroms, sondern lediglich 70%. Das ist aber auch grad alles. Die Kosten dieser Aktion decken sich jedoch niemals mit dem Wert der "geretteten 30%". Das Teil läuft nur wirtschaftlich, wenn der Strompreis rund 68 (achtundsechzig!) Rp/kWh betragen würde, ist also auf Subventionen angewiesen (Marktpreis: 4,1 Rp/kWh).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Rehsche: Nicht zukunftsfähig sind vorallem die Links-Grünen sektiererisch verbreiteten Spinner-Ideen. In Deutschland, wo man mittlerweile pro Jahr 32 Milliarden Euro in den Sand setzt, nur weil man kein Atomstrom will, wird die EEG-Zulage nun gedeckelt. Will heissen, dass man in 20 Jahren kaum noch Windräder sieht und die PV-Anlagenbesitzer neu zahlen müssen, statt kassieren können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen