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Wirtschaft Wider die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen

Zwar sind in der Schweiz nicht derart viele Jugendliche ohne Job wie in der EU. Trotzdem spannen nun Bund, Wirtschaft und Non-Profit-Organisationen zusammen: Sie gründen den ersten nationalen Dachverein gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

Legende: Video Bund und Wirtschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.02.2015.

Knapp 20'000 Jugendliche haben in der Schweiz derzeit keine Stelle und sind bei einer Regionalen Arbeitsvermittlungsstelle RAV registriert. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von lediglich 3,5 Prozent. Tatsächlich dürfte das Problem aber grösser sein: Nicht alle Jugendlichen melden sich bei einem RAV; auch weil nicht alle Anspruch auf Arbeitslosengelder haben.

Situation könnte sich rasch verschärfen

Zudem könne sich das Problem schnell verschärfen, wie Valentin Vogt sagt. Er ist Präsident des Arbeitgeberverbands und führt künftig auch den neuen Dachverband gegen die Jugendarbeitslosigkeit namens «Check Your Chance». «Wenn sich die wirtschaftliche Situation verändert, verändert sich auch relativ schnell die wirtschaftliche Situation der Jugendlichen», so Vogt. Hier setzt der neue Dachverband gegen die Jugendarbeitslosigkeit an.

Jugendliche an einem elektrischen Gerät, einer schraubt daran herum, die anderen schauen zu.
Legende: Jugendliche an der Berufsbildungsmesse in Zürich. Keystone

«Check Your Chance» will arbeitslosen Jugendlichen helfen, rasch eine neue Stelle zu finden. Oder verhindern, dass Jugendliche überhaupt beim RAV landen. Dies soll mit Projekten geschehen, wie sie beispielsweise das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH anbietet. CT 2 – Coaching Transfer 2 – ist ein solches Projekt. Teilnehmen können daran Jugendliche, die nach der Ausbildung erstmals eine Stelle suchen. Sie werden während dieser Phase persönlich begleitet, wie Hans Fröhlich, Geschäftsführer des SAH Zürich ausführt.

Hilfe bei der ersten Stellensuche

Denn schon bei der ersten Stellensuche stehen viele Jugendliche vor hohen Hürden. «Das Kernproblem ist oft, dass sie schlicht zu wenig Erfahrung und Übung haben bei der Stellensuche», so Fröhlich. Es gehe um die Zusammenstellung von Vorstellungsunterlagen und das Üben von Vorstellungsgesprächen, damit die Jugendlichen in der Arbeitswelt rasch Tritt fassen. So soll möglichst niemand gleich am Anfang einer Berufskarriere aus dem System herausfllen.

Projekte wie das erwähnte wurden bislang im Rahmen einer Initiative der Credit Suisse angeboten. Die Grossbank hat in den letzten fünf Jahren rund 30 Millionen Franken in das Projekt investiert. Ziel war, zu verhindern, dass Jugendliche ihre Stelle verlieren oder lange keinen Arbeitsplatz finden und dann möglicherweise in die Sozialhilfe abrutschen.

Häufig werden Jugendliche zuerst entlassen

Nun soll die Initiative der Credit Suisse mit der Unterstützung von Bund und Arbeitgeberverband breiter abgestützt werden. Es gehe nun darum, die vorhandenen Strukturen zu erhalten und zu verbessern. «Damit man sie hochfahren kann, wenn man sie braucht», sagt Arbeitgeber-Präsident Vogt.

Tatsächlich könnte sich das Problem schnell verschärfen. Denn in schwierigen Zeiten, wie sie sich jetzt angesichts der Frankenstärke abzeichnen, sind es häufig gerade Jugendliche, die zuerst auf die Strasse gestellt werden.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Die nächste nicht zielführende Schaumschlägerei unseres leicht überforderten Herrn Johann Schneider. Bin ich froh, ist bald Herbst.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Schon oft versuchte ich beim Thema "Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz" eine Meinung mit zuwiderlaufenden Fakten zu schreiben. Immer und immer wird der Kommentar nicht aufgeschaltet! Ein weiterer Versuch: Es brauche (laut MEI-Gegner) unbedingt eine jährliche Nettozuwanderung von 80-90'000 Ausländer und anderseits haben 20'000 (!) Jugendliche bei uns keinen Job! Anderseits sind viele Jugendliche nicht bereit, einen Job anzunehmen, der nicht ihren Traumvorstellungen entspricht! Netiquette JA ??
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler, Langenthal
    Nachdem die Schule den Kopf mittels unverdauter Intellektualität und Theorien zum Überlaufen gebracht hat, wäre eine (Nach-) Ausbildung der Handintelligenz bitter nötig, um diese jungen Menschen mit der realen physischen Welt vertraut zu machen. Dann erleben sie, dass sie unsere Welt mitgestalten können, was mittels Handy- und Computerspielen nicht funktioniert. Weltfremd und ohne Lebenssinn erzeugt Aggressionen, wie uns jüngste Entwicklungen in vielfältiger Art gespiegelt werden.
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