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Wirtschaft Wie Langzeitgäste den Schweizer Tourismus retten sollen

Aus der Schweizer Tourismusbranche gibt es oft nur schlechte Nachrichten: Die Gäste bleiben weg, weil ihnen der Franken zu stark ist oder die Hotels zu teuer sind. Investiert wird kaum noch. Einige Hotels im Mittelland tun aber genau das – sie investieren in eine neue Zielgruppe.

Legende: Video Hotels für Langzeitgäste (Tagesschau am Mittag vom 24. Juli 2016) abspielen. Laufzeit 2:00 Minuten.
Vom 24.07.2016.

Das Forschungsinstitut Bak Basel rechnet damit, dass das Investitionsvolumen bei Schweizer Hotels im Jahr 2016 weiter sinkt – und zwar um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Schweizer Hotels stecken in der Krise, teure Investitionen sind offensichtlich rausgeschmissenes Geld.

Doch nicht überall in der Schweiz sieht‘s düster aus. Fernab von den klassischen Ferienregionen, so zum Beispiel im Mittellland, entstehen neue Hotels. Die Betreiber setzen hier auf eine ganz neue Zielgruppe, die Langzeitgäste. So auch das Hotel «Aarau West» in Oberentfelden (AG). Das Hotel befindet sich ganz offensichtlich nicht an einer Traumlage.

Geschäftsreisen oder Familienangelegenheiten

Dennoch hat der Gastgeber hier erweitert. Ein ganzes Gebäude wurde hier im Mai fertiggestellt. Es sieht aus wie ein unscheinbares Mehrfamilienhaus. Die 26 Zimmer sind nicht im klassischen Stil gehalten, es sind vielmehr so genannte Apartementzimmer. Sie haben eins bis drei Zimmer, sind möbliert, ausgestattet mit Bad und voll funktionstüchtiger Küche.

Nur eines steht noch leer. Die Zimmer kosten je nach Aufenthaltsdauer zwischen 50 und 120 Franken pro Nacht. Mindestens sieben Nächte muss ein Gast buchen – die meisten bleiben jedoch länger, erzählt Hotelier Dominik Wyss. Es handelt sich bei den Langzeitgästen um Geschäftsreisende, die für ein Projekt in die Schweiz kommen. Oder Mechaniker, die langwierige Revisionen durchführen. Oder Gäste, die aus familiären Gründen länger bleiben.

Bis zu einem Jahr Aufenthalt

Auch das Hotel «Amaris» in Olten (SO) hat sich auf Langzeitgäste spezialisiert. Neue Apartementzimmer sind auch hier geplant. Schon beim letzten Umbau setzte die Betreiberin Sylvia Holzmann auf die Langzeitgäste. Alle Apartments sind aktuell ausgebucht. Sie sagt, die meisten Gäste blieben zwischen drei Monaten und einem Jahr. Sie kommen ebenfalls zu Arbeitszwecken in die Schweiz.

Schmucke Bijous sind die Apartementhotels nicht. Aber eine neue, sichere Einnahmequelle für Hoteliers im Mittelland.

6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Mit diesem Hintergedanken wurden die meisten "Grossbauprojekte" gebaut. Es gibt schweizer Immobilien Multis die Hotels und Badeanlagen bauen, welche kein Mensch bezahlen will oder kann. Die Gemeinden unterstützen dies, da sie so zu "gratis Geld" (Abschöpfung) kommen, d.h. je grösser + teurer und prunkvoller ein Hotelbau ist, desto mehr Millionen bekommt die Gemeinde. Leider sind immer noch die meisten Bürger zu "blind" für diese Tricks und ermöglichen so, sogar Naturzerstörung! z.B. Deltapark!
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  • Kommentar von Fritz Kartoffel (Mosses01)
    Wir sind auf einer Rundreise durch Kroatien - zurück via Slowenien, Oesterreich, Oberitalien. Weder auf der Hin- noch auf der Rückreise werden wir uns ein Hotel in der CH "leisten" - die Preise hierzulande sind nur noch jenseits von Gut und Böse (schlicht nicht konkurrenzfähig).
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Was kostet das den ?
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