Zehn Jahre Aldi – wo steht der Schweizer Detailhandel?

Vor zehn Jahren machte sich Aldi daran, den hiesigen Detailhandel zu erobern. Vor fünf Jahren folgte Lidl als weitere Konkurrenz für Migros, Coop und Denner. Die Konsumenten hofften auf tiefere Preise. Wie schlagen sich die beiden Harddiscounter bei der anspruchsvollen Schweizer Kundschaft?

Ein Mann füllt seine Einkäufe aus einem Wagen in Plastiksäcke von Lidl und Aldi. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aldi und Lidl haben den Wettbewerb im Schweizer Detailhandel verschärft. Imago

Der deutsche Harddiscounter Aldi kam vor zehn Jahren in die Schweiz, vor fünf Jahren folgte Lidl nach. Es wurde befürchtet, dass besonders der Discounter Denner unter der neuen Konkurrenz mit seinen spartanischen Laden- und Verkaufskonzepten fast ohne Personal leiden werde.

Laut dem Detailhandelsexperten Thomas Hochreutener vom Forschungsinstitut GfK hat sich der Wettbewerb unter den Discountern tatsächlich verschärft. Dies zeige sich auch daran, dass sie allesamt zumindest während der Weihnachtszeit eine Premium-Linie führten. Sortimente, die nach den Feiertagen wahrscheinlich wieder aus den Regalen verschwänden.

Anders als in Deutschland setzen Aldi und Lidl zudem in der Schweiz vermehrt auf Bioprodukte und Produkte von Schweizer Herkunft. Denn die hiesigen Kunden haben laut Hochreutener einen höheren Qualitätsanspruch.

Es lebe der Unterschied

Nicht nur an Weihnachten, sondern während des ganzen Jahres sind Premium-Produkte bei Migros und Coop erhältlich. Damit wollen sie sich von den Discountern abheben. Coop beispielsweise setzt seit Jahren stark auf Bioprodukte. «Coop wird diesen Bereich ganz klar weiter stärken, denn hier kann man sich gegenüber den Harddiscountern profilieren», ist Hochreutener überzeugt.

Fazit: Aldi und Lidl sind in den letzten Jahren zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz geworden. Die beiden Harddiscounter konnten in der Schweiz aber weniger schnell Marktanteile erobern als im Ausland. Die alteingesessenen Schweizer Detailhändler behaupten sich und wollen vor allem auch mit Nachhaltigkeit punkten.

Sendung zu diesem Artikel