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Legende: Video Weltgrösster Passagierjet am Ende abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus SRF News vom 14.02.2019.
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Zu gross und unökologisch Airbus stellt Produktion von A380 ein

  • Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus stellt die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 ein.
  • Weil die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung reduziert hat, lohnt sich die aufwendige Produktion nicht mehr.
  • Die letzte Auslieferung für den A380 sei für 2021 geplant.

Emirates ist der grösste A380-Kunde. Die Fluggesellschaft habe beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren. Dabei würden in den kommenden zwei Jahren noch 14 verbleibende A380 in Empfang genommen. Als Konsequenz werde Airbus seine Auslieferungen 2021 einstellen, teilte das Unternehmen mit.

Die Gründe für das Aus

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Vielen Airlines ist der Flieger zu gross und verbraucht zu viel Treibstoff – das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn der Riesenjet nicht voll besetzt ist. Die Fluglinien hielten sich mit Aufträgen für die riesigen Maschinen zurück, deren Grösse neue Landebahnen und umgebaute Terminals an Flughäfen erforderten. Andere Flugzeuge bei Airbus sind hingegen sehr beliebt.

Airbus hatte mit der A380 nach der Jahrtausendwende darauf gebaut, dass mit den weltweit steigenden Passagierzahlen auch immer grössere Flugzeuge benötigt werden. Inzwischen setzen die meisten Airlines aber lieber auf mittelgrosse Grossraumjets, die im Gegensatz zur A380 und Boeings Jumbo-Jet 747-8 mit nur zwei Triebwerken auskommen. Solche Jets wie die Boeing 787 «Dreamliner» und der Airbus 350 lassen sich auch auf weniger stark gefragten Strecken rentabel einsetzen.

Der Passagierjet hat dem Unternehmen schon länger grosse Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert. Airbus drohten die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Ruag baut Teile

Teile des Luftgiganten werden an mehreren Airbus-Standorten in Europa gefertigt. Auch der Schweizer Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag fertigte Bauteile wie das Flügelende für das Grossflugzeug.

3500 Stellen betroffen

Infolge der Entscheidung von Emirates gebe es keinen nennenswerten Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion, sagte Konzernchef Tom Enders.

Auch Qantas zog sich zurück

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Auch die australische Fluggesellschaft Qantas Airways hatte vor gut einem Monat die Bestellung von acht A380-Passagierjets zurückgezogen. Anfang Februar hatte zudem der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, dem A380 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Er hatte erklärt, dass er über eine vorzeitige Einstellung der Produktion nicht traurig wäre. Nach Al-Bakers Auffassung ist der Flieger zu schwer, weil seine Tragflächen für die nie gebaute Langversion ausgelegt sind.

Airbus werde in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3000 bis 3500 Stellen aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben.

A380 – Kennzahlen

TypVierstrahliges Grossraumflugzeug
Hersteller
Airbus
Erstflug27. April 2005
Erster kommerzieller Einsatz
25. Oktober 2007 / Singapur nach Sydney
Produktionszeitseit 2005 in Serienproduktion / Produktionsende 2021
Stückzahl245 / geliefert: 234 (Stand 14. Dezember 2018)
Sitzzahl853
Reichweite15'200 Kilometer
Länge72 Meter
Legende: Video Aus dem Archiv: Der A380 am Flughafen Zürich abspielen. Laufzeit 05:58 Minuten.
Aus News-Clip vom 04.11.2010.
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40 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Roos  (SR)
    @heusser. Die Fliegerei erzeugt weltweit gerade mal 2,69% des CO2. Der grosse Dreck kommt aus dem Energiesektor, mit über 40%.
    Leider wird die Fliegerei tendenziös behandelt. In besehenen Statistiken wird sie mitunter nicht separat aushewiesen.
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  • Kommentar von marc rist  (mcrist)
    Innerhalb von gut 10 Jahren vom gefeierten Medienstar zum Dinosaurier. Hut ab.
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  • Kommentar von Pascal Gienger  (Pascal Gienger)
    Hier in den USA sieht man das seit längerem schon deutlich: Die Luftfahrt ist weg von dem Hub-Prinzip - mit fatalen Folgen für die Pünktlichkeit. Eine Route einer Maschine kann sein EWR - AUS - SEA - SAN - MIA - EWR.
    Es sind immer mehr kleinere Flughäfen als Direktflug erhältlich und die werden plötzlich auch Umsteigeflughafen.
    Ein A380 passt da nicht mehr hinein.

    Es ist auch klar dass Singapore Airlines vom A380 profitiert. SIN ist 90% Umsteige-Flughafen.
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