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Wirtschaft Zukunft ohne Banken?

Der Schweizer Finanzplatz ist im Umbruch: Traditionelle Banken erhalten zunehmend Konkurrenz von Startups. Fintech nennt sich die Szene, und sie ist auf dem Vormarsch. Kommen wir bald ohne Banken aus? «10vor10» zeigt den Nutzen solcher Anbieter und deren Grenzen.

Legende: Video Fintech auf dem Vormarsch abspielen. Laufzeit 4:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.05.2015.

Sie bieten Finanzdienstleistungen an, ohne eine Bank zu sein: Kredit ausleihen, mit dem Handy bezahlen, Geld anlegen – alles scheint online möglich, ganz ohne Bank. Fintech nennt sich das Phänomen, eine Kombination aus Finanz und Technologie.

Die Branche wächst rasant, vor allem in den USA und in London. Die Schweiz als traditioneller Finanzplatz will den Anschluss nicht verpassen. An der Finance 2.0 Konferenz in Zürich traf sich heute die Szene zum Schaulaufen.

«Viele wird es verblasen»

Rino Borini hat den Anlass organisiert. Das Interesse war riesig, die Veranstaltung schnell ausverkauft. Der Hype scheint in der Schweiz angekommen. Im Interview mit «10vor10» sagt Borini: «Es gibt weltweit abertausende Fintech-Startups.

Viele wird es verblasen.» Traditionelle Banken haben nach wie vor entscheidende Vorteile: Sie geniessen das Vertrauen der Kunden und sie erreichen die Masse. Aber, so Borini: «Banken sind zu wenig innovativ und verstehen meist nichts von Design.»

Kooperation statt Konkurrenz

Die grosse Chance für Fintech-Unternehmen sieht Rino Borini in der Kooperation mit Banken. «So profitieren beide Seiten.» Eine Welt ohne Banken werde es in nächster Zukunft nicht geben, ist der Finanzspezialist überzeugt.

Reto Widmer, SRF-Digitalexperte, glaubt, dass sich Banken in Zukunft warm anziehen müssen: «Im Moment findet eine kleine Revolution statt, das ist sicher mehr als ein Hype. Besonders im Ausland gibt es bereits viele Anbieter, die sich durchsetzen konnten und Vertrauen geniessen.»

Bargeldlos bezahlen ist erst der Anfang

Fintech-Unternehmen konzentrieren sich vor allem auf drei Bereiche: Bargeldloses Bezahlen, Geld anlegen und Kreditvergabe unter Privaten. Im Ausland werden solche Dienstleistungen bereits rege genutzt. In der Schweiz hat die Fintech-Branche noch Grünschnabel-Status.

Doch die Szene hat zumindest erreicht, dass grosse Banken wie die UBS wachgerüttelt wurden. Die UBS investiert im grossen Stil, damit ihr die jungen Wilden nicht bald den Rang ablaufen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Schwarb, Eiken
    Im Artikel wird gefordert die Banken sollten innovativer werden. Bloss nicht. Wie es herauskommt, wenn Banken innovativ sind , wissen wir spätestens seit der Finanzkrise. Leerverkäufe, Strukturierte Produkte, Hebelgeschäfte, CDS, usw. Es scheint als habe der selbe , welcher das Roulette erfunden hat auch hier die Finger im Spiel.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach
    Wer gerne sein Geld verliert soll es über die digitale Welt abwickeln lassen. Diesem System vertraue ich nie, denn zu viele Verbrecher tummeln sich in diesem Geschäft. Niemand wird für sie hinstehen, wenn etwas schief läuft.
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  • Kommentar von A. Huber - ICT, Basel
    Wer sein Geld gerne aus den Händen gibt und rund ums Geld möglichst umfassend überwacht, kontrolliert und fremdbestimmt werden will, bezahlt digital-elektronisch und geschäftet generell nur noch in der virtuellen Online Welt! Entscheidend: Es muss eine echte Wahlmöglichkeit bestehenbleiben - Bargeld muss auch in Zukunft uneingeschränkt als Zahlungsmittel akzeptiert werden!
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    1. Antwort von Beat Gurzeler, Winterthur
      @ A.Huber: dies wird noch lange so bleiben, das mit bargeld bezahlt werden kann, was machen sie dann wenn das System abgestürzt ist. Ich habe immer eine gewisse Summe bargeld bei mir und bei einem ueberfall die entsprechenden Hilfmittel.
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