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21.04.2026, 13:00 Uhr Hartmut Rosa: «Wir vollziehen, anstatt zu leben»

Wir würden vermehrt vollziehen und weniger handeln, schreibt Hartmut Rosa in seinem aktuellen Buch. Das führe zu Burnout und erkläre auch den Erfolg von populistischen Entscheiden. Der Soziologe ist zu Gast im Tagesgespräch bei Simone Hulliger.

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Der Kontrolleur verteilt eine Busse, auch wenn das Ticket nur ein paar Sekunden zu spät gelöst wurde. Das Kind baut nach Anleitung ein Lego-Flugzeug und der Vater wirft eine Kapsel in die Kaffeemaschine. In all diesen Situationen sind wir vollziehende, und keine handelnde. In der Arbeitswelt entstünden immer mehr sogenannten «Bullshit-Jobs», in denen nur noch vollzogen werden darf, was das Regelwerk oder die Technik vorgeben.

In der Politik wachse der Wunsch nach Personen, die ein eigenmächtiges Handeln versprechen. Hartmut Rosa plädiert für eine Rückeroberung der Spielräume, für ein das Vertrauen in die Urteilskraft, ohne allerdings die Errungenschaften der Moderne in Frage zu stellen. Rosa ist Soziologie-Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor des Max Weber Kollegs in Erfurt. Sein aktuelles Buch heisst: «Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums»

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