Zehn Jahre ist es her, dass Bertrand Piccard und André Borschberg mit dem Solarflugzeug Solar Impulse 2 eine Weltumrundung ohne einen Tropfen fossilen Brennstoff vollendeten.
Die Landung in Abu Dhabi sorgte für Euphorie und weckte Hoffnungen auf eine saubere Zukunft der Luftfahrt. Heute fällt die Bilanz gemischt aus.
Ein Solar-Passagierflugzeug wie ein A380 ist physikalisch leider nicht möglich.
«Man war damals bereits am Limit der Physik», erklärt Stefan Leutenegger, Professor für mobile Robotik an der ETH Zürich, der seine Doktorarbeit über das Solarfliegen schrieb.
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Bild 1 von 5. Die Solar Impulse 2 während des Fluges nach Nagoya, Japan. Der damals 62-jährige Schweizer Pilot André Borschberg hat dieses herausfordernde Teilstück des Weltumrundungsversuchs geflogen. Bildquelle: Keystone/Solar Impulse/Pilot Andre Borschberg.
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Bild 2 von 5. Über San Francisco, USA: Das Flugzeug startete am späten Freitagabend, dem 10. Juni 2016, vom Lehigh Valley International Airport in Pennsylvania, USA. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Noah Berger .
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Bild 3 von 5. Bertrand Piccards Blick aus der Solar Impulse 2 während seines Fluges über das Rote Meer am 24. Juli 2016. Bildquelle: Keystone/SI2/Bertrand Piccard und Jean Revillard.
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Bild 4 von 5. Das Ziel in Griffnähe: Der Schweizer Pilot Bertrand Piccard während des letzten Abschnitts des Solarumrundungsflugs mit Solar Impulse 2 über der Arabischen Halbinsel am 25. Juli 2016. Bildquelle: Keystone/Solar Impulse/Bertrand Piccard .
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Bild 5 von 5. Flugpionier Bertrand Piccard am 26. Juli 2016 beim Landeanflug in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Der erste Flug um die Welt ohne Treibstoff endete erfolgreich. Bildquelle: Keystone/SI2/Jean Revillard.
Die für den Solarflug nötigen Bedingungen – grosse, leichte Flugzeuge, die extrem langsam fliegen – lassen sich nicht auf die Passagierluftfahrt übertragen.
Auf die klare Frage, ob ein Grossraumjet wie ein A380 dereinst solar fliegen könnte, lautet seine Antwort unmissverständlich: «Ein Solar-Passagierflugzeug wie ein A380 ist physikalisch leider nicht möglich.»
Potenzial bei unbemannten Drohnen
Sinnvoll eingesetzt wird die Technologie heute in einem anderen Bereich: bei kleineren unbemannten Fluggeräten. «Ich denke, dass sie vor allem dort Potenzial hat», so Leutenegger.
Solar-Drohnen können sehr lange in der Luft bleiben und Aufgaben wie die Erdbeobachtung oder die Bereitstellung von Kommunikationsnetzen übernehmen. Sie agieren gewissermassen als Satelliten, die aber deutlich näher an der Erde operieren.
Impuls für die Elektrofliegerei
Auch wenn der Traum vom Solar-Passagierjet geplatzt ist, war der Flug von Solar Impulse 2 kein Misserfolg. Im Gegenteil: Das Projekt hat der gesamten Elektrofliegerei einen entscheidenden Schub verliehen. So wurden in den vergangenen zehn Jahren etwa elektrische Segelflugzeuge entwickelt, die selbstständig starten können.
Es muss der Anspruch sein, dass man auch in der Fliegerei nachhaltig wird.
Für die künftige klimafreundliche Passagierluftfahrt sieht Leutenegger den Weg eher in batterieelektrischen Antrieben für Kurzstrecken oder in nachhaltig produzierten Treibstoffen (Sustainable Aviation Fuels, SAF).
Diese synthetischen Treibstoffe könnten mithilfe von Solarenergie hergestellt und dann in konventionellen Flugzeugen verwendet werden. «Es muss der Anspruch sein, dass man auch in der Fliegerei nachhaltig wird», sagt Leutenegger.
Der Flug von Solar Impulse 2 bleibt für den Experten vorrangig eine Leistung der Demonstration. «Das Demonstrieren, dass Solarfliegerei im Prinzip möglich ist, das ist für mich schon eine unglaubliche Leistung», sagt Leutenegger.
Ein Beweis, dass man manchmal einfach etwas wagen muss, um Veränderung anzustossen.