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Arbeitsgerät Schlittschuh «Denis Malgin hat seine Kufen am besten im Griff»

Die Schlittschuhe sind nebst dem Stock das wichtigste Utensil des Eishockeyspielers. Welche Feinheiten den Unterschied machen und wie Schlittschuhe in der Schweiz hergestellt werden.

«Wer gut auf den Schlittschuhen ist, hat mehr Zeit, um das Spiel zu gestalten», sagt Marc Reichert, ehemaliger Eishockeyprofi und SRF-Experte. Reichert streicht diesbezüglich einen Spieler der Schweizer Eishockeynati heraus: «Denis Malgin ist vermutlich einer der besten Schlittschuhläufer der Welt – er fährt wie auf Schienen.»

Eishockeyspieler Denis Malgin im roten Schweizer Trikot gegen lettischen Spieler im weissen Trikot auf dem Spielfeld.
Legende: König auf Kufen: Denis Malgin im WM-Spiel gegen Lettland. Keystone/CLAUDIO THOMA

Aber nicht nur die Technik und das Talent sind entscheidend, sondern auch das Material unter den Füssen.

Einst Beton, heute Hightech

«Früher fühlten sich Schlittschuhe an wie schwere Betonklötze», erinnert sich Marc Reichert an seine ersten Erfahrungen auf Eis. «Heute wird der Fuss für Massanfertigungen genau ausgemessen und eingescannt. Die Verarbeitung ist feiner, das Material leichter und langlebiger.»

Wenn du gute ‹Schlöf› hast, ist der ‹Mischt scho fasch gcharret›.
Autor: Marc Reichert Ehemaliger Eishockeyprofi, SRF Experte

Die richtige Härte, möglichst keine Druckstellen, der perfekte Schliff: «Als Eishockeyspieler bist du ständig mit deinen Schlittschuhen beschäftigt.» Unter anderem auch in Zusammenarbeit mit dem Materialchef, der die Kufen schleift.

Drei Männer auf dem Eishockeyfeld, einer in Spielertrikot mit Auszeichnung.
Legende: War eher fürs Grobe zuständig: Marc Reichert bei seiner Ehrung für 1000 Spiele National League. Keystone/ANTHONY ANEX

«Harter Schliff, weicher Schliff – da gibt es individuelle Vorlieben.» Kurz: «Wenn du gute ‹Schlöf› hast, ist der ‹Mischt scho fasch gcharret›.» Ein herrliches Bonmot, das die Wichtigkeit des Schuhwerks im Eishockey unterstreicht.

Das Heiligtum der Eisprinzessin

«Meine Schlittschuhe behandle ich wie ein Juwel, das ich immer in einem speziellen Koffer bei mir trage», sagt Denise Biellmann. «Ein Geiger lässt seine Stradivari ja auch nicht aus den Augen.»

Eisläuferin in gelbem Kostüm führt Pirouette auf Aussenbahn aus.
Legende: Talent, Training und die richtigen Schlittschuhe: Denise Biellmann auf der Dolder-Eisbahn in Zürich (1976). Keystone/STR

Welt- und Europameisterin, mehrfache Schweizer Meisterin: Biellmann hat als Eiskunstläuferin in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrtausends einiges erreicht. Einerseits dank Talent und Training, andererseits eben auch dank des richtigen Schuhwerks.

Eiskunstläuferin auf der Eisbahn.
Legende: Auf dem Eis daheim: Denise Biellmann ist nach wie vor als Trainerin und Eiskunstläuferin an speziellen Anlässen aktiv. Keystone/PETER KLAUNZER

«Die Schlittschuhe sind wie eine Art Körperteil von mir. Ohne sie kann ich meine Kunst nicht zeigen.» Klar, dass dabei der Schliff äusserst wichtig ist, die Pflege und: «Ich mag es gar nicht, wenn jemand meine Schlittschuhe anfasst und daran rumdrückt.»

Mit viel Handarbeit zum Schweizer Schlittschuh

Die Firma Graf Skates AG in Kreuzlingen gehört zu den führenden Schlittschuhherstellern der Welt. «Wir stellen rund 80'000 Paare pro Jahr her», sagt Petra Di Nardo-Graf, Geschäftsleitungsmitglied und Urenkelin des Firmengründers. «Rund 4000 Paare in Kreuzlingen, den Rest unter anderem in China.»

Frau hält Eishockeyschuh in Werkstatt.
Legende: Grosser Player im Schlittschuhmarkt: Petra Di Nardo-Graf in der Manufaktur der Graf Skates AG in Kreuzlingen. srf

Das Unternehmen produzierte ursprünglich Sportschuhe verschiedener Art, seit rund fünfzig Jahren ist es auf Schlittschuhe für Eishockey und Eiskunstlauf spezialisiert. «In den 1970er-Jahren entstanden viele Eisbahnen und Eishockey wurde in der Schweiz immer populärer.» Der Grossteil der Schlittschuhe wurde damals aus Kanada importiert. Di Nardo-Grafs Vater entschied sich, ebenfalls auf die Karte Schlittschuhe zu setzen.  

Impressionen aus der Schlittschuhmanufaktur in Kreuzlingen

Leder, Filz, Verstärkungs- und Fütterungsmaterial, Haken, Ösen, Plastik, Kufen, Schuhbändel: Um einen Schlittschuh herzustellen, braucht es einiges an Material, spezielle Maschinen und zahlreiche Arbeitsschritte.

Ausstanzen, Nähen, Kleben, Formen, Schleifen bis zum Einfädeln der Schnürsenkel – fünf Angestellte kümmern sich in Kreuzlingen um die Produktion. «Unsere Hauptmärkte sind Deutschland, Finnland und die USA.»

Radio SRF 1, Treffpunkt, 18.05.2026, 10:10 Uhr ; 

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