Beton ist allgegenwärtig: Er steckt in Gebäuden, Brücken und Strassen und gilt als unverzichtbarer Baustoff für moderne Gesellschaften. Weltweit werden jährlich rund acht Milliarden Kubikmeter verbraucht.
Gleichzeitig belastet der Baustoff das Klima. Die Betonproduktion verursacht rund acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen – und damit mehr als der Flugverkehr.
3D-Drucker erlaubt massgeschneiderten Baustoff
Ein europäisches Forschungsteam hat deshalb einen klimafreundlicheren Beton aus dem 3D-Drucker entwickelt. «So können viel leichtere Strukturen gedruckt werden, die viel weniger Armierungseisen enthalten als bisher», erklärt SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg.
Herkömmlicher Beton enthält als Bindemittel zudem Zement. Das Problem: Die Herstellung dieses Rohstoffes ist sehr energieaufwändig und setzt viel Kohlenstoffdioxid frei.
Deshalb setzen die Forschenden auf ein klimafreundlicheres Bindemittel wie beispielsweise Stahlschlacke, ein Abfallprodukt aus der Stahlindustrie.
Klimafreundlicher Beton wäre ein Durchbruch
Hinter dem Projekt stecken elf Forschungseinrichtungen und Architekturbüros, darunter die ETH Zürich und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Das Besondere am massgeschneiderten Beton ist, dass er wiederverwendet werden kann.
Für die Baubranche wäre der klimafreundliche und kreislauffähige Beton ein Durchbruch. «Weil man mit dem neuen Beton ohne Schallungen und mit weniger Zement und Eisen arbeitet, könnte es unter dem Strich auch wirtschaftlich interessant werden», so Christian von Burg.
Bis die Idee in die Praxis umgesetzt werden kann, dürfte es aber noch dauern. «Die Forschenden haben nachgewiesen, dass es funktioniert. Jetzt muss der Schritt in die Praxis erfolgen.»