Mittlerweile gibt es über 110'000 zugelassene Wohnmobile in der Schweiz. In dieser Statistik sind «nur» Fahrzeuge erfasst, die als Wohnmobil beim Strassenverkehrsamt registriert sind. Darin noch nicht eingerechnet sind viele teilmodifizierten Kleinbusse, Mikrocamper und Personenwagen mit Dachzelt, die nicht als Wohnmobil eingetragen sind. Campingurlaube mit Fahrzeugen liegen im Trend und beliebt.
Kaufen oder Mieten?
«Wohnmobilferien sind nicht günstig», sagt Rolf Järmann. Er ist Geschäftsführer des Vereins «Wohnmobilland Schweiz», welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Campen in der Schweiz für Reisende attraktiver zu gestalten und weiss, was es bei Ferien mit dem Fahrzeug zu beachten gilt. Die Anschaffung eines Wohnmobils ist kostspielig. Wer nur über wenige Wochen im Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs sein will, sollte lieber mieten und kommt so günstiger weg.
Wer aber das Reisemobil auch an Wochenenden oder für andere Anlässe nutzen möchte – beispielsweise an einem Geburtstagsfest, um im Anschluss gleich übernachten zu können, wenn mal ein Gläschen Wein getrunken wird – für solche Personen kann eine Anschaffung sinnvoll sein.
Auch bei der nächsten Hitzewelle kann man so spontan ohne Problem in höhere Lagen fliehen und einen Stellplatz aufsuchen.
Stellplatz oder Camping?
Das romantische Bild vom Fahrzeug an einem abgelegenen See mit Lagerfeuer entspricht heute nicht mehr der Realität. «Diese Zeiten sind vorbei», weiss Rolf Järmann. Romantische Szenerien gäbe es heute noch, aber diese fänden sich eher auf den Stellplätzen.
Viele Stellplätze kann man nicht reservieren und das sei auch bewusst so. Auf Stellplätzen soll man verweilen, wenn man auf Durchfahrt ist oder maximal drei Nächte bleiben möchte. Wer länger bleiben will, «gehört auf einen Camping».
Es gilt, stets die lokalen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Diese unterscheiden sich innerhalb der Schweiz teils je nach Region oder Kanton und im Ausland sowieso.
Luxusreisemobil oder Kompromissbereitschaft?
Kompromissbereitschaft ist gefragt, wenn es um die Anschaffung eines Campingfahrzeugs geht. Aber ausschlaggebend bei der Wahl des Fahrzeugs ist die Reiseabsicht, betont Järmann: «Will ich eher in den Norden, wo es wenig Menschen gibt oder in eine Stadt, in der es viele Menschen hat, oder ans Meer, wo es dann heiss ist?».
Entsprechend sollte die Grösse des Fahrzeugs gewählt werden. Schon manche Ferienreise wurde zum kleinen Horror für Wohnmobilisten, welche mit einem zu langen oder hohen Fahrzeug in einer mediterranen Küstenstadt durch enge und verwinkelte Altstädte kurven wollten.
Wer Städte und dicht besiedelte Orte vermeiden will, kann sich auch ein sehr luxuriös ausgestattetes Fahrzeug zulegen. Hierbei kann man problemlos mehrere hunderttausend Franken investieren. Egal wie bescheiden oder luxuriös das Fahrzeug ist, Wohnmobilexperte Rolf Järmann ist überzeugt: «Ich empfehle jedem Wohnmobilisten, eine Toilette mitzuführen.»
Wohin geht der Trend?
Das fahrbare Zuhause wird tendenziell wieder kleiner. Die trendigen «Büssli» sind praktisch. Im Alltag kann man sie als Personenwagen verwenden und am Wochenende mit einem zweckmässigen Ausbau zum Camper umfunktionieren.
Sie passen in Tiefgaragen und können auch in kleinere Ortschaften bewegt werden. Allerdings müssen die «Büssli» diszipliniert beladen werden, denn: «Der Schweizer nimmt lieber zu viel als zu wenig mit», sagt Järmann.