Mit den ersten warmen Tagen beginnt für Küchenkräuter die wichtigste Pflegephase des Jahres. Viele Pflanzen treiben neu aus, andere werden zurückgeschnitten oder frisch ausgesät. Unterteilt in fünf Kräutergruppen zeigen wir, welche Pflege jetzt sinnvoll ist – und welche Tipps zu üppiger Ernte führen.
1. Kräuter mit mildem Geschmack
Peterli & Kleiner Wiesenknopf
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Bild 1 von 6. Wiesenknopf im Pflanzsack gezogen schmeckt nussig und zart. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 6. Peterlisetzlinge und Aussaaten brauchen jedes Jahr einen neuen Standort im Gemüsebeet, sonst wachsen sie mickrig. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 6. Krauser Peterli schmeckt mild und ist sehr dekorativ. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 6. Glattblättriger Peterli schmeckt sehr aromatisch. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 5 von 6. Peterlistängel sind fein geschnitten eine Delikatesse in der Frühlingsuppe. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 6 von 6. Peterli gehört zu den beliebtesten und am vielfältigsten verwendbaren Küchenkräutern. Bildquelle: Silvia Meister.
Im Frühling brauchen zarte Kräuter wie Peterli besondere Aufmerksamkeit, damit sie nicht verholzen oder im Wachstum stocken. Alternativen wie der Kleine Wiesenknopf liefern mild-nussige Aromen und sind besonders pflegeleicht.
Tipps & Empfehlungen:
- Peterli Ende März ein letztes Mal ernten, bevor er blüht.
- Gelbe Blätter entfernen und mit organischem Flüssigdünger stärken.
- Jedes Jahr Standort (Garten) bzw. Erde (Topf) wechseln – Peterli ist selbstunverträglich.
- Für schnelle Keimung: Samen im Einmachglas vorkeimen.
- Kleiner Wiesenknopf: sonnig stellen, junge Blätter bis Mitte Mai ernten.
2. Kräuter mit säuerlicher Frische
Sauerampfer, Blutampfer, Zitronenmelisse, Zitronenverbene
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Bild 1 von 6. Kultur-Sauerampfer macht viele zarte Blätter. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 6. Beim Blutampfer werden die jungen Blätter geerntet. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 6. Schild-Sauerampfer ist besonders zart und sauer. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 6. Zitronenmelisse nach dem Schnitt Ende März. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 5 von 6. Erntebereite Zitronenmelisse im Mai. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 6 von 6. Bei der Zitronenverveine werden die jungen Triebspitzen geerntet. Bildquelle: Silvia Meister.
Diese Kräuter bringen lebendige Frische in die Frühlingsküche – im Salat, zu Fisch oder als aromatischer Tee. Viele Sorten profitieren jetzt von einem kräftigen Rückschnitt.
Tipps & Empfehlungen:
- Sauerampfer: dürre Blätter entfernen und organischen Dünger leicht einharken.
- Blutampfer nur jung ernten, da der Geschmack sonst fade wird.
- Zitronenmelisse jährlich umtopfen, dürren Stängel entfernen – Standort wechseln, da selbstunverträglich.
- Zitronenverbene nach der Winterruhe halb zurückschneiden und frisch düngen.
3. Kräuter mit Zwiebel- und Knoblaucharoma
Schnittlauch, Winterheckenzwiebel, Schnittknoblauch
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Bild 1 von 3. Schnittknoblauch macht sich auch im Blumenbeet gut. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 3. Schnittlauch mit Pfennigkraut als Einfassung kombiniert. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 3. Die Winterheckenzwiebel hat dicke, saftige Röhren. Bildquelle: Silvia Meister.
Die robusten Allium-Arten liefern schon früh im Jahr frische Röhren und aromatische Blüten. Alle drei sind wahre Düngerliebhaber.
Tipps & Empfehlungen:
- Regelmässig mit organischem Kräuterdünger versorgen.
- Nach jedem Schnitt zusätzlich flüssig düngen.
- Für Topfkultur jährlich frische Erde verwenden.
- Schnittknoblauch wegen seiner essbaren Blüten besonders geeignet für Garten & Salat.
- Schnittlauch als dekorative Einfassungspflanze nutzen.
4. Kräuter mit mediterranem Flair
Rosmarin, Salbei, Thymian, Bohnenkraut
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Bild 1 von 5. Rosmarin nach der Blüte im April schneiden. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 5. Graugrüne, junge Blattquirle wachsen im Innern des Lavendels. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 5. Thymian wächst gerne neben wärmespeichernden, grossen Steinen oder Platten. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 5. Ende März oder Anfangs April wird bis auf die jungen Blattquirle geschnitten. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 5 von 5. Aus dem Schnittgut des Rosmarins lassen sich Stecklinge ziehen. Bildquelle: Silvia Meister.
Mediterrane Kräuter brauchen Wärme, gut drainierte Erde – und vor allem einen kräftigen Frühjahrsrückschnitt. Nur so bleiben sie kompakt und aromatisch.
Tipps & Empfehlungen:
- Ende März stark zurückschneiden, aber nie ins alte Holz ohne Blattquirle schneiden.
- Anschliessend mit stickstoffarmem Kräuterdünger versorgen.
- Rosmarin erst nach der Blüte schneiden; Stecklinge gleich mitvermehren.
- Salbei sparsam düngen – Mehltau weist auf zu viele Nährstoffe hin.
- Thymian nach der Blüte im Herbst ein zweites Mal schneiden.
- Zitronen- oder kriechende Bohnenkrautsorten für besondere Aromen wählen.
5. Kräuter mit feiner Anisnote
Kerbel, Dill, Estragon
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Bild 1 von 4. Kerbel hat ein sehr delikates Aroma. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 4. Dillblüten locken Schwebfliegen und Schwalbenschwanz in den Garten. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 4. Dill mit Schwalbenschwanzraupe. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 4. Französischer Estragon kann unter Spätfrost leiden. Bildquelle: Silvia Meister.
Diese Arten bringen leichte, frische Würze in Frühlingssuppen, Salate und französische Gerichte. Viele lassen sich unkompliziert aussäen.
Tipps & Empfehlungen:
- Kerbel ab März alle zwei Wochen neu aussäen für kontinuierliche Ernte.
- Dill nur mit frischem Saatgut und gerne mit Einmachglas-Trick keimen.
- Dill neben Kohl, Gurken oder Mais pflanzen – er liebt schattierte Wurzeln.
- Estragon alle 2–3 Jahre teilen und versetzen, da er zum Wandern neigt.
- Nach dem Rückschnitt mit Kompost oder Kräutererde nachdüngen.