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Herz für Stacheltiere So verwandeln Sie Ihren Garten in ein Wohnzimmer für Igel

Einen igelfreundlichen Garten ist keine Hexerei. Die Gartenexpertin weiss, wie ein wohliges und sicheres Zuhause aussehen muss.

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tag schlafen sie gerne in einem schattigen Versteck, um sich von den nächtlichen Touren zu erholen. Je mehr solche Verstecke es in seinem Revier gibt, umso besser. Droht in der Nacht Gefahr, sind kurze Wege wichtig, damit sich der Igel schnell in Sicherheit bringen kann.

Wer Laub unter schattenspendenden Bäumen anhäuft und liegen lässt, macht dem Igel einen Gefallen. Er findet dort Schutz in der Nacht und eine Schlafstätte für den Tag.

Auch eine regengeschützte Hauswand kann in ein Igelwohnzimmer verwandelt werden. Man nehme ein Meter lange und 50 cm breite Bretter und stellt diese schräg an die Wand, sodass darunter eine Nische entsteht. Den Boden darunter mit Laub oder Stroh auslegen. Das isoliert und ist feuchtigkeitsausgleichend. Nicht geeignet sind Kleinstrohhäcksel oder Heu. Das kann schimmeln oder die Igelbeine können sich darin verheddern.

Vier Ideen für weitere Igelbehausungen

Findet der Igel im Garten genügend Material, kleidet er sich Nischen mit noch mehr Laub, Moos oder abgerupftem Gras aus. 

Barrierefreier Garten

Der Lebensraum eines Igels erstreckt sich über viele Gärten und Parks. Oft streift er ein bis zwei Kilometer weit durchs Quartier. Igel haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn und kennen ihr Revier gut.

In der Paarungszeit von Mitte April bis Ende August gehen Igelmännchen auf Brautschau und können bis zu fünf Kilometer zurücklegen. Geschnittene oder frei wachsende Hecken sind kein Hindernis für Igel. Problematisch sind Zäune oder Mauern, die ihm den Weg versperren.

Die Sockelmauer von Zäunen ist oft höher als 10 cm, hier helfen «Treppen» aus Holzbalken oder Steinen oder ein Lesesteinhaufen, damit der Igel darüber klettern kann.  

Die Speisekarte des Igels

Der Igel ist mit dem Maulwurf verwandt. Beide Arten gehören zu den Insektenfressern. Der Igel steht auf Engerlinge, Laufkäfer, Schmetterlingsraupen und Regenwürmer.

Dies Tiere suchen ihre Nahrung auf Wiesen. Im Juni und September sieht man oft typische, kleine Trichter im Rasen: Das sind Spuren eines Igels, der im Rasen nach dicken Junikäferlarven gesucht hat. Insekten findet das Stacheltier auch unter Sträuchern, im Laub, auf dem Boden oder im Komposthaufen.

Wo für die geschützten Igel Gefahr lauert

Tellermäher und Rasenroboter sind für Igel wie der Mähdrescher für die Rehkitze eine Gefahr. Besonders gefährdet sind junge Igel.

Ein Igelweibchen bringt nach rund 35 Tagen vier bis fünf Junge zur Welt. Dafür braucht sie ein stabil gebautes Nest, welches mit Gras und Blättern ausgepolstert wird und viel Futter in der näheren Umgebung. Igelweibchen suchen geschützte, ruhige Standorte im Schatten und Polsterung für den Wohnraum: trockenes Laub und Stroh zur Verfügung stellen. Erst nach drei Wochen erkunden die jungen Igel die nähere Umgebung des Nestes. Die Mutter säugt sie noch zwei, drei Wochen, dann zieht sie weiter.

Die Gefahren für junge Igel

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Europäischer Braunbrustigel mit seinem Nachwuchs.
Legende: Europäischer Braunbrustigel mit seinem Nachwuchs. IMAGO / imagebroker

Der Europäische Braunbrustigel ist in der Schweiz eine geschützte Wildtierart. Zudem ist er seit 2022 auf der Roten Liste als «potenziell gefährdet». Nur verletzte oder kranke Tiere dürfen zur Pflege aufgenommen werden. So können Sie die Gefahren für junge Igel mindern.

  • Hohes Gras oder krautige Schicht unter Sträuchern vorsichtig mähen. Zuerst Kontrolle mit dem Laubrechen, ob sich nicht junge Igel darin aufhalten. Erst danach mit Sense oder Fadenmäher mähen.
  • Wichtig: Keine Schneckenkörner mit Metaldehyd, nur biologische Schneckenkörner (Wirkstoff Eisen-III-Phosphat) verwenden.
  • Igel nicht füttern – ein reiches Angebot an Insekten und Würmern im Garten ist ideal.
  • In trockenen Zeiten während des Sommers ist es sinnvoll, eine Schale mit täglich frischem Wasser bereit zu stellen .
  • Spät im Jahr geborene Junge sind im Spätherbst oft noch auf Futtersuche unterwegs. Hier kann – in Rücksprache mit einer Igelstation – eine Fütterung sinnvoll sein.
  • Schwimmbecken oder Gartenweiher mit steilen Ufer: Ausgangshilfe schaffen und z.B. auf ein langes Brett Querlattli nageln. 
  • Treppen zum Keller können zu hoch für kleine Igel sein, mit flachen Steinen oder Backsteinen Ausstiegshilfe schaffen.

Geschützter Unterschlupf für den nächsten Winter

Im November und Dezember begibt sich der Igel in den Winterschlaf: zuerst verziehen sich die Männchen, dann die Weibchen. Ihr Winternest bauen Igel in Hecken, unter Ast- und Laubhaufen oder in sonstigen, trockenen Hohlräumen.

Sie suchen dafür einen schattigen Platz, denn sobald die Wintersonne scheint, erwachen sie zu früh aus dem Winterschlaf.

Radio SRF 1, 02.03.2026, 11:05 Uhr, ruek

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