Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tag schlafen sie gerne in einem schattigen Versteck, um sich von den nächtlichen Touren zu erholen. Je mehr solche Verstecke es in seinem Revier gibt, umso besser. Droht in der Nacht Gefahr, sind kurze Wege wichtig, damit sich der Igel schnell in Sicherheit bringen kann.
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Bild 1 von 1. In der Schweiz ist der Braunbrustigel heimisch. Er hat eine hellbraune Brust und auf dem Rücken schützen ihn bis zu 8000 Stacheln vor Feinden. Bildquelle: Keystone/Armin Weigel.
Wer Laub unter schattenspendenden Bäumen anhäuft und liegen lässt, macht dem Igel einen Gefallen. Er findet dort Schutz in der Nacht und eine Schlafstätte für den Tag.
Auch eine regengeschützte Hauswand kann in ein Igelwohnzimmer verwandelt werden. Man nehme ein Meter lange und 50 cm breite Bretter und stellt diese schräg an die Wand, sodass darunter eine Nische entsteht. Den Boden darunter mit Laub oder Stroh auslegen. Das isoliert und ist feuchtigkeitsausgleichend. Nicht geeignet sind Kleinstrohhäcksel oder Heu. Das kann schimmeln oder die Igelbeine können sich darin verheddern.
Vier Ideen für weitere Igelbehausungen
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Bild 1 von 4. Altgrasstreifen stehen lassen: Der Igel findet einen Eingang zum Tagesversteck. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 2 von 4. Im Laubkompost wurde ein Harass umgekehrt platziert und ein Durchgang ins Gitter geschnitten – ein sicheres Igelversteck. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 4. Versteck für Igel aus Steinen: Man kann an einem schattigen Ort auch einen Steinring mit Öffnung bauen, mit Platten abdecken und Laub hineinlegen. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 4. Auch geschnittene Hecken, wie dieser Rotbuchenquader, können für Igel ein ideales Tagesversteck sein. Bildquelle: Sivlia Meister.
Findet der Igel im Garten genügend Material, kleidet er sich Nischen mit noch mehr Laub, Moos oder abgerupftem Gras aus.
Barrierefreier Garten
Der Lebensraum eines Igels erstreckt sich über viele Gärten und Parks. Oft streift er ein bis zwei Kilometer weit durchs Quartier. Igel haben einen ausgezeichneten Orientierungssinn und kennen ihr Revier gut.
In der Paarungszeit von Mitte April bis Ende August gehen Igelmännchen auf Brautschau und können bis zu fünf Kilometer zurücklegen. Geschnittene oder frei wachsende Hecken sind kein Hindernis für Igel. Problematisch sind Zäune oder Mauern, die ihm den Weg versperren.
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Bild 1 von 3. Ein junger Igel auf Wanderschaft in der Dämmerung. Bildquelle: Barbara Lüthi Roth.
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Bild 2 von 3. Latten am Zaun und Maschendrahtgeflechte sollten mindestens 10 cm Abstand zum Boden haben. Dort wo ein Zaun bereits tiefer montiert ist, ermöglichen lokale Durchlässe in Form von Bodenvertiefungen unter dem Zaun oder das Aufbiegen des Drahtgeflechtes den Durchgang. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 3. Lesesteinhaufen bestehen auf Steinen, die irgendwo «aufgelesen» wurden. Den Igeln bietet er eine Möglichkeit darüberzuklettern, um ein Hindernis zu meistern. Bildquelle: IMAGO / Redeleit.
Die Sockelmauer von Zäunen ist oft höher als 10 cm, hier helfen «Treppen» aus Holzbalken oder Steinen oder ein Lesesteinhaufen, damit der Igel darüber klettern kann.
Die Speisekarte des Igels
Der Igel ist mit dem Maulwurf verwandt. Beide Arten gehören zu den Insektenfressern. Der Igel steht auf Engerlinge, Laufkäfer, Schmetterlingsraupen und Regenwürmer.
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Bild 1 von 4. Die aktivste Zeit der Regenwürmer ist im März und April sowie im September und Oktober. Bildquelle: IMAGO / Ardea.
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Bild 2 von 4. Blumenrasen voller Regenwurmhaufen sind wichtig für Igel. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 4. Kleine Trichter verraten die erfolgreiche Igeljagd nach Engerlingen im Rasen. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 4 von 4. Die Spanische Wegschnecke ist bei Igeln wegen ihres bitteren Schleims nicht sehr beliebt. Bildquelle: Keystone/KARL-JOSEF HILDENBRAND.
Dies Tiere suchen ihre Nahrung auf Wiesen. Im Juni und September sieht man oft typische, kleine Trichter im Rasen: Das sind Spuren eines Igels, der im Rasen nach dicken Junikäferlarven gesucht hat. Insekten findet das Stacheltier auch unter Sträuchern, im Laub, auf dem Boden oder im Komposthaufen.
Wo für die geschützten Igel Gefahr lauert
Tellermäher und Rasenroboter sind für Igel wie der Mähdrescher für die Rehkitze eine Gefahr. Besonders gefährdet sind junge Igel.
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Bild 1 von 3. Einen Rasenroboter sollte man nur tagsüber laufen lassen, während die Igel im Tagesversteck schlafen. Bildquelle: IMAGO / Zoonar.
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Bild 2 von 3. Für Igel sind Mähroboter eine Gefahr. Insbesondere nachts, wenn die Tiere unterwegs sind. Bildquelle: IMAGO / imagebroker.
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Bild 3 von 3. Zum Trinken sollte einem Igel nur Wasser angeboten werden. Igel können Laktose nicht verdauen. Bei Igelbabys kann der daraus resultierende Durchfall den Darm so schwächen, dass die Tiere an Folgeerkrankungen sterben. Bildquelle: Barbara Lüthi Roth.
Ein Igelweibchen bringt nach rund 35 Tagen vier bis fünf Junge zur Welt. Dafür braucht sie ein stabil gebautes Nest, welches mit Gras und Blättern ausgepolstert wird und viel Futter in der näheren Umgebung. Igelweibchen suchen geschützte, ruhige Standorte im Schatten und Polsterung für den Wohnraum: trockenes Laub und Stroh zur Verfügung stellen. Erst nach drei Wochen erkunden die jungen Igel die nähere Umgebung des Nestes. Die Mutter säugt sie noch zwei, drei Wochen, dann zieht sie weiter.
Geschützter Unterschlupf für den nächsten Winter
Im November und Dezember begibt sich der Igel in den Winterschlaf: zuerst verziehen sich die Männchen, dann die Weibchen. Ihr Winternest bauen Igel in Hecken, unter Ast- und Laubhaufen oder in sonstigen, trockenen Hohlräumen.
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Bild 1 von 3. Eine Holzbeige ist ideal, sie dient als Holzdepot, als Sichtschutz und geschickt aufgebaut, als perfekter Überwinterungsort. Bildquelle: IMAGO / Zoonar.
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Bild 2 von 3. Ein versteckter Asthaufen ist eine gute Überwinterungsmöglichkeit für Igel. Bildquelle: Silvia Meister.
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Bild 3 von 3. Bis unten beastete Eiben bieten auch einen winterlichen Schutz für Igel. Bildquelle: Silvia Meister.
Sie suchen dafür einen schattigen Platz, denn sobald die Wintersonne scheint, erwachen sie zu früh aus dem Winterschlaf.