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Insektenforschung Lästige Blutsauger: Acht Fakten rund um die Bremse

Wer schon mal von einer Bremse erwischt wurde, weiss: Ihre Bisse schmerzen, und abschütteln lässt sich das Tier nur schwer. Doch warum saugen die Tierchen mit den grossen Facettenaugen überhaupt Blut? Was tragen sie zur Umwelt bei? Und wie wird man sie los? Antworten gibt der Entomologe Marco Bernasconi.

Wo kommen Bremsen vor?

Bremsen kommen in der ganzen Schweiz vor. Besonders wohl fühlen sie sich in der Nähe von Gewässern, Wäldern und Weiden. «Sie brauchen Feuchtgebiete, um ihre Larven zu entwickeln», sagt der Insektenexperte.

Nahaufnahme einer Fliege, die kopfüber an einem Grasblatt hängt.
Legende: Die Grosse Sumpfbremse legt ihre Eier auf einer Pflanze ab. Für die Eibildung braucht sie eine Blutmahlzeit, weil darin wichtige Proteine und Nährstoffe enthalten sind. IMAGO/blickwinkel

Wann sind Bremsen aktiv?

Die fliegenden Insekten sind vor allem in den warmen Sommermonaten anzutreffen. Im Gegensatz zu vielen Mücken fliegen sie vor allem tagsüber, insbesondere bei Wärme, Sonne und Windstille.

Was hilft gegen Bremsen?

Wer keine Bekanntschaft mit dem scharfen Mundwerk einer Bremse machen möchte, meidet am besten ihre typischen Aufenthaltsorte. Schutz bieten lange Kleidung, Insektenschutzmittel sowie Fliegengitter an Fenstern und Türen.

Schon mal «Bremsenstich» gehabt?

Warum «stechen» Bremsen?

Die Weibchen benötigen Blut, um Eier zu produzieren. Die Männchen saugen hingegen kein Blut, sie ernähren sich von Nektar. Genau genommen stechen Bremsen aber gar nicht: «Sie haben einen Mundapparat, der unsere Haut aufkratzt, damit Blut herauskommt», erklärt Marco Bernasconi.

Nahaufnahme einer Fliege auf weissen Blüten.
Legende: Wie viele Fliegenarten spielen auch Bremsen eine wichtige Rolle als Bestäuber. IMAGO/blickwinkel

Warum haben manche Menschen mehr «Stiche» als andere?

Manche Menschen sind geplagter als andere. Das hat mit unserem Geruch zu tun. «Die Mikroorganismen auf unserer Haut spielen eine wichtige Rolle dabei, wie attraktiv sie für die Bremsen ist.» Wer häufig «gestochen» wird, riecht für die Insekten also besonders gut.

Nahaufnahme einer Fliege auf menschlicher Haut.
Legende: Nur die weiblichen Bremsen saugen Blut. Ihr Mund ist so ausgestattet, dass sie die menschliche Haut aufkratzen kann. IMAGO/blickwinkel

Wie behandle ich «Bremsenstiche»?

Der Speichel der Bremse enthält Eiweisse, die eine Hautreaktion auslösen. Diese Proteine sind hitzeempfindlich: Wer direkt einen Hitzestift anwendet, kann den Juckreiz reduzieren. Wichtig ist, dass die Temperatur hoch genug ist (etwa 40–45 Grad Celsius). Ein Kühlpack oder ein kalter Waschlappen helfen gegen die akute Schwellung und den Schmerz.

Sind Bremsen auch nützlich?

Auch wenn sie lästig sind: Bremsen spielen wie jeder Organismus eine Rolle im Ökosystem. Einerseits sind sie eine wichtige Futterquelle für Vögel, andererseits regulieren sie andere Insektenpopulationen. «Sie können aber auch eine Rolle als Bestäuber spielen», so Bernasconi. Die Schattenseite? Die Weibchen können als Blutsauger auch Krankheiten übertragen.

Was macht Bremsen besonders?

Die grossen, auffälligen Facettenaugen kommen nicht von irgendwo: Bremsen haben ausserordentlich gute Augen – wobei die Männchen laut dem Insektenexperten grössere Augen als die Weibchen haben.

Nahaufnahme eines Insekts auf einem Blatt.
Legende: Die Facettenaugen von Bremsen sind sehr bewegungsempfindlich. Dadurch erkennen sie potenzielle Wirte auch aus grosser Distanz. Depositphotos

Radio SRF 1, 24.06.2026, 14.06 Uhr

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