Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Chemiefreier Garten Pflanzenschutz ohne Gift: 5 Tipps, die wirklich helfen

Ein aufmerksames Auge und gezieltes Vorbeugen im Garten können viel Schaden an Gemüse, Obst und Blumen verhindern – auch ohne klassische, chemische Pflanzenschutzmittel. Das wird umso wichtiger, weil verschiedene bisher gängige Mittel ab Ende Oktober 2026 für Private nicht mehr und andere Produkte ab 2027 nur noch mit Fachbewilligung erhältlich sein werden. Fünf Tipps, wie sie Ihren Garten auch ohne Chemie schützen können.

1. Den Anfängen wehren

Wenn Sie regelmässig durch den Garten gehen und genau hinschauen, erkennen Sie mögliche Probleme früh und verhindern, dass sich Schädlinge rasant vermehren. Besonders im Frühling lohnt sich der Blick auf Blattläuse, Wanzen und Bohnenfliegen.

Warnzeichen sind gekräuselte Johannisbeerblätter, Läuse auf Salat, Eigelege auf Blattunterseiten oder Schäden an Keimlingen. Oft reichen einfache Sofortmassnahmen, um grösseren Befall zu verhindern.

  • Befallene Triebspitzen wegschneiden und entsorgen.
  • Blattläuse zerdrücken oder mit 2 Prozent Schmierseifenlösung behandeln.
  • Eier von Wanzen auf Blattunterseiten früh entfernen.
  • Saatbeete lockern, gezielt giessen und mit Vlies schützen.

2. Mit Barrieren schützen

Wirksamer Pflanzenschutz beginnt, bevor überhaupt ein Schaden entsteht. Netze, Kragen und Sperren halten viele Schädlinge auf Distanz – ganz ohne Spritzmittel.

Sie schützen Kohl, Rüebli, Bohnen oder Salat in einer Phase, in der junge Pflanzen besonders empfindlich sind.

  • Insektenschutznetze helfen gegen Raupen, Möhren-, Bohnenfliegen und Lauchmotten.
  • Kohlkragen schützen vor der Kohlfliege.
  • Schneckenkragen bewahren junge Setzlinge vor Frass.
  • Ameisenbarrieren an Obstbäumen bremsen indirekt auch Blattläuse.

Achtung Sonnenbrand!

Box aufklappen Box zuklappen
Vier reife, rissige Stachelbeeren auf einem grauen Textilhintergrund.
Legende: Sonnenbrand an Stachelbeeren Silvia Meister

Setzlinge aus Gewächs- und Treibhäusern sind noch nicht abgehärtet gegen die UV-Strahlung der Sonne. Stehen sie ungeschützt in der prallen Sonne, bekommen ihre Blätter einen Sonnenbrand: grosse, braune Flecken oder Streifen – sie werden dürr und fallen ab.

Besondere Vorsicht im Juni: Folgen auf kühlere, bewölkte Tage plötzlich sonnige, heisse Tage, kann es an exponierten, jungen Früchten zu Sonnenbrand kommen.

3. Clever verführen

Im Mischgarten lassen sich Schädlinge auch umlenken. Lockpflanzen ziehen sie an und halten sie von den eigentlichen Kulturen fern. Statt alles zu bekämpfen, wird der Befall gezielt begrenzt.

  • Kapuzinerkresse lockt Blattläuse weg von Bohnen, Salat oder Kohl.
  • Tagetes hilft gegen Fadenwürmer und zieht Schnecken an den Beetrand.
  • Asiasalat kann Rapsglanzkäfer vom Brokkoli ablenken.
  • Stehen gelassene Spargeltriebe ziehen Spargelhähnchen an.

4. Nützlinge anlocken

Ein vielfältiger Garten fördert natürliche Gegenspieler von Blattläusen, weisser Fliege, Möhrenfliege oder Schnecken. Blüten liefern ihnen Nahrung und machen den Garten widerstandsfähiger.

  • Katzen- und Bergminze locken Florfliegen an.
  • Dill, Koriander und wilde Rüebli fördern Wespenarten.
  • Schafgarbe, Dost, Rainfarn und Kornblume ziehen Schlupfwespen an.
  • Doldenblütler wie Fenchel oder Kerbel helfen auch dem Weichkäfer.

5. Nützlinge beherbergen

Langfristig ist Pflanzenschutz dort am wirksamsten, wo Nützlinge nicht nur Nahrung, sondern auch geeignete Lebensräume finden. Mit Rückzugsorten fördern Sie das natürliche Gleichgewicht im Garten nachhaltig.

  • Ohrwurmglocken in Obstbäumen und Beerensträuchern aufhängen.
  • Holunder als frühe Nahrungsquelle für Marienkäfer und Florfliegen setzen.
  • Kleine Holzbeigen bieten Laufkäfern Unterschlupf.
  • Heimische Gräser dienen Schlupfwespen als Ort zum überwintern.

Merkblätter Pflanzenschutz

Radio SRF 1, Ratgeber, 1.6.26, 11:10 Uhr

Meistgelesene Artikel