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Phänomen Jugendsprache Zwei Zahlen, tausend Fragen – was steckt hinter «six-seven»?

Mit «six-seven» hat das US-amerikanische Online-Wörterbuch einen Ausdruck der Jugendsprache zum Wort des Jahres 2025 bestimmt. «Six-seven» drückt soziale Zugehörigkeit aus und ist eigentlich bedeutungslos – und gerade deswegen passend für das Selbstverständnis der jüngeren Generation.

Auch wenn sie nicht alle verstehen, ist es nicht zu bestreiten: Die Jugendsprache beeinflusst den allgemeinen Sprachgebrauch.

Das zeigt sich unter anderem beim Ausdruck «six-seven». Dieser wurde vom US-amerikanischen Online-Wörterbuch dictionary.com zum Wort des Jahres 2025 gekürt. Auch in der Schweiz gehört der Begriff mittlerweile zum alltäglichen Wortschatz von Kindern und Jugendlichen.

Digitale Spuren

Ursprünglich stammt «six-seven» aus einem Lied des US-amerikanischen Rappers Skrilla. Doch bereits im Song ist die Bedeutung unklar und der Rapper selbst erklärt, dass er dem Ausdruck nie eine klare Bedeutung geben wollte.

Vom Lied aus hat sich der Begriff über die sozialen Medien verbreitet und wurde in unterschiedlichste Kontexte übertragen, sodass er sich zunehmend vom Ursprung abgekoppelt hat.

Vier Jugendliche stehen in einem Kreis und blicken auf den Bildschirm eines Handy.
Legende: Der Sprachgebrauch der Jugendlichen wird zunehmend durch ihren Medienkonsum beeinflusst, sei das durch Social Media, Filme, Serien oder Musik. Imago/NurPhoto

Sinn in der Bedeutungslosigkeit

Die Jugendlichen nutzen «six-seven» in verschiedenen Kontexten: im Schulunterricht, beim Einkaufen oder beim Sport. Schon rein die Zahl «sechs» oder «six» kann die Assoziation «six-seven» hervorrufen.

Mit dem Begriff sind aber nicht die mathematischen Zahlen 6 und 7 gemeint. Der Ausdruck ist ein fixer Begriff aus der Jugendsprache, der flexibel angewendet werden kann.

Es kann so gut wie jede Frage mit «six-seven» beantwortet werden, sodass der Ausdruck letztendlich gar keine konkrete Bedeutung mit sich trägt. «Six-seven» ist also eigentlich ein unsinniger Begriff.

Pragmatische Bedeutung

Für die Jugendlichen spielt die inhaltliche Bedeutung von «six-seven» überhaupt keine grosse Rolle. Zentral ist viel eher der Gebrauch und daher liegt die Bedeutung im Sozialen.

Denn wer «six-seven» nutzt, zeigt, dass er oder sie Teil des viralen Trends ist. Der Begriff drückt somit Zugehörigkeit zur jüngeren Generation aus.

«Brainrot»

Das Selbstverständnis ebendieser Generation ist stark vom Konsum auf den Sozialen Medien geprägt. Stumpfsinnig stundenlang Kurzvideos anzuschauen, dem sagen die Jugendlichen «Brainrot», der Zerfall des Hirns.

Die Jungen nutzen «Brainrot» als Selbstbeschreibung und zeugen damit von einem klaren Bewusstsein dafür, wie stark ihr Alltagvon der Reizüberflutung durch die Sozialen Medien geprägt ist.

Auch «six-seven» mit seiner eigentlichen Bedeutungslosigkeit kann zu diesem Phänomen gezählt werden, das nicht zuletzt auch davon lebt, dass er die Erwachsenen irritiert.

Das Originalvideo zum «Six-seven»-Meme

SRF 1, Mundartrubrik, 26.11.2025, 09:40

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