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Wie dem Güsel auf der Strasse der Kampf angesagt wird
Aus Input Story vom 04.03.2020.
abspielen. Laufzeit 29:42 Minuten.
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Abfall reduzieren Grossverteiler sparen bei der Verpackung

Abfall ist ein Problem für die Umwelt. Die Industrie entwickelt deshalb dünnere Verpackungen. Manchmal geht es auch ohne.

Grossverteiler wie Coop, Migros, Aldi oder Lidl setzen sich für Nachhaltigkeit ein. Nachhaltig heisst zum Beispiel: weniger Abfall produzieren. Weniger Abfall produzieren heisst auch: weniger Verpackungsmaterial verwenden. Industrie und Grossverteiler tüfteln deshalb an dünneren Plastikfolien, Plastikschalen, Etiketten und Kartons herum. Coop hat damit in den letzten acht Jahren 20'000 Tonnen Verpackungsmaterial gespart, die Migros in den letzten neun Jahren 10'000 Tonnen. Bis Ende 2020 sollen es noch einmal 6000 bzw. 8000 Tonnen weniger sein.

Die Sendungen zum Thema

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  • In der SRF 3-Hintergrundsendung «Input» vom 8. März 2020 zeigen wir, wie sich das Verhältnis zum Abfall verändern kann.
  • In der SRF 1-Hintergrundsendung «Doppelpunkt» gehen wir am 10. März 2020 dem Zusammenhang von Abfall, Verpackung und Nachhaltigkeit nach.
  • Der Podcast «Input Story» zeigt auf, dass wir in Sachen Abfallentsorgung nur vordergründig alles im Griff haben. Das Littering beispielsweise nimmt nämlich zu. Das geht nicht nur auf Kosten des Staats, sondern auch der Natur.

Wegwerfen ist ein Wohlstandsprinzip, ein Charakeristikum der Konsum- und Überflussgesellschaft. Verpackungen werden generell weggeworfen, im besten Fall getrennt entsorgt und der Wiederverwertung zugeführt. Deshalb ist der Ansatz, möglichst wenig Verpackung zu generieren, relevant für die Verminderung der Abfallmenge.

Warum ist die Gurke noch immer im Plastik?

Zur Abfall-Verminderung wollen, wie gesagt, auch die Grossverteiler beitragen. Trotzdem: Ausserhalb der Saison bieten sie Salatgurken an, die in eine dünne Plastikfolie eingeschweisst sind. Das leuchtet vielen Kunden und Kundinnen nicht ein. Diese Folie schütze vor dem Austrocknen und mache die Gurken um mehrere Tage länger haltbar, sagt Hanna Krayer, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei der Migros. Wenn man die Hülle entferne, werde die Gurke schneller schrumpelig und lande öfter im Kompost. Damit leiste sie der Lebensmittelverschwendung Vorschub. Generell schütze eine Verpackung heikle Lebensmittel auch vor Stössen beim Transport. Himbeeren oder Pilze könne man ohne Verpackung gar nicht transportieren.

Blick auf die Gemüseauslage eines Grossverteilers
Legende: Warum ist die Gurke überhaupt im Plastik? Weil sie sonst zu schnell weich werde, heisst es bei der Migros. Jürg Oehninger / SRF

Auf Nachhaltigkeit zu setzen heisst auch, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. So ist in gewissen Fällen ein «Mehr» an Verpackung sinnvoller als ein Lebensmittel, das weggeworfen wird, weil es zu wenig geschützt war. Denn dieses wird ja auch mit Energie, Wasser und Arbeitskraft hergestellt. Die Plastikfolie bei Salatgurken mache lediglich zwei Prozent des ökologischen Fussabdrucks aus, so Hanna Krayer.

Alternative Materialien sind nicht in jedem Fall nachhaltiger

Um Plastik zu vermeiden, wird vermehrt auf alternative Materialien wie Zellulose, Karton, Graspapier, Holzfasern oder Biokunststoff gesetzt. Diese sind nur sinnvoll, wenn sie in Sachen Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch insgesamt besser abschneiden als Plastik. Was nicht in jedem Fall gegeben ist.

Mehrwegbeutel im Einsatz.
Legende: Um Plastik zu vermeiden, setzen die Industrie, aber auch die Verbraucher vermehrt auf alternative Materialien. Zum Beispiel auf Mehrwegbeutel aus Zellulose. Keystone

Unverpackt-Läden: Menge selbst bestimmen

Grossverteiler bieten einige Lebensmittel auch unverpackt an. Konsequent diesen Weg gehen die Unverpackt-Läden: Sie bieten alles unverpackt an. Ohne Verpackung am besten haltbar sind Grundnahrungsmittel wie Flocken, Reis oder Teigwaren. Ein Vorteil dabei sei unter anderem, dass man die exakte Menge des Lebensmittels selbst bestimmen könne. Dafür müssten der Kunde, die Kundin bereit sein, selbst Gefässe, Taschen und Boxen von zuhause mitzubringen und sie im Laden selbst zu befüllen, sagt Nicole Widmer vom Unverpackt-Laden in Aarau.

Der Anteil dieser Unverpackt-Läden am Gesamtumsatz des Schweizer Detailhandels ist gering. Aber sie zeigen, was möglich ist, und sie verweisen auf die Zeit unserer Grosseltern, als eine Mehrzahl der Lebensmittel wie selbstverständlich unverpackt angeboten wurde.

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