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Flüchtlinge in Griechenland bedroht: Müsste die Schweiz mehr tun?
Aus Forum vom 23.04.2020.
abspielen. Laufzeit 57:02 Minuten.
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Corona und das Asylwesen Flüchtlinge bedroht: Müsste die Schweiz trotz Krise mehr tun?

Das Coronavirus bedroht die überfüllten Flüchtlingslager in Griechenland. Muss die Schweiz aktiv Menschen holen? Oder machen wir bereits jetzt genug? In der Sendung «Forum» diskutierten Gäste mit Hörerinnen und Hörern.

Inmitten der Coronakrise denkt fast niemand mehr an sie. Doch in überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln leben schätzungsweise 40'000 Migranten und Migrantinnen in Zelten oder Containern, dicht gedrängt, unter katastrophalen Hygienebedingungen und mit fehlender medizinischer Versorgung.

Rund 200 Menschen müssen sich eine Dusche und Toilette teilen, ein Wasserhahn kommt auf 1000 Personen. Hygienemassnahmen und Social Distancing sind unter den Gegebenheiten fast unmöglich einzuhalten und in den Spitälern der Inseln gibt es nur wenige Intensivbetten. Das heisst: Bei einem grossflächigen Corona-Ausbruch droht eine Katastrophe mit vielen Toten.

«Schweiz trägt Mitverantwortung»

Mehr als 100 humanitäre Organisationen fordern deshalb mit Online-Petitionen und Appellen vom Bundesrat und dem Parlament, Flüchtlinge in die Schweiz zu holen. Vor allem unbegleitete Minderjährige.

Die Schweiz trage als Dublin-Staat Mitverantwortung für die humanitäre Katastrophe und habe als eines der reichsten Länder die nötigen Kapazitäten und Mittel, um zu helfen, so die Forderung. Trotz aktueller Krise den Verletzlichsten zu helfen, entspreche der humanitären Tradition der Schweiz, so die Botschaft der Hilfsorganisationen - darunter Amnesty International Schweiz. Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz befinde sich zudem auf einem historischen Tief.

Gäste in der Sendung

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Mario Gattiker, Staatssekretär für Migration

Fabian Molina, SP-Nationalrat

Bürgerliche fordern Koordination mit der EU

Kritiker aus dem bürgerlichen Lager wenden ein, die Schweiz könne nicht ohne Koordination mit der EU vorpreschen und beispielsweise 5000 Menschen aufnehmen. Es brauche eine einheitliche, europäische Lösung. Zudem sei es besser, vor Ort zu helfen, anstatt die Flüchtlinge in die Schweiz zu holen.

Am Donnerstag, 23. April 2020, diskutierten wir in der Sendung «Forum» über die Schweiz und ihre Rolle in der Flüchtlings-Thematik inmitten der Coronavirus-Pandemie. Im Vorfeld wurde bereits Online über die Frage der Bedrohung der Flüchlinge diskutiert.

«Forum» Radio SRF 1, 23.04.20

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Wellenzohn  (Rock73)
    Schweiz den Schweizer!
  • Kommentar von Rainer Fauser  (Rainer Fauser)
    Wenn schon angeblich in den Herkunftsländern die Not so gross sei - warum vermehren sich dort die Leute so hemmungslos? Wir sind nicht verantwortlich für die Folgen des Sexualtriebs der halben Welt!
    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      "warum vermehren sich dort die Leute so hemmungslos?" Viele sehen auch hierzulande keinen Zusammenhang mit dem erschreckenden Zustand unseres Planeten, oder sind dazu schlicht nicht imstande. Oder ist es vielleicht auch so, dass da einige gezielt mehr Kinder haben, damit sie sie als Einkommensquelle nach Europa schicken können?
    2. Antwort von Pippo Hess  (Pippohess)
      Dieser Kommentar ist unverschämt rassistisch! Sie verstehen offenbar nicht, dass die Geburtenrate in weniger entwickelten Ländern genau wegen der Armut höher ist: Kinder sorgen für ihre Eltern wenn sie alt sind, weniger Zugang zu Verhütungsmittel etc. Aber eigentlich tut das hier gar nichts zur Sache; ihr empörender Kommentar zeigt einfach, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit Gründe sind, wieso noch immer Menschen in diesen unmenschlichen Lagern leben und sterben müssen.
  • Kommentar von Alle Mitglieder  (Alle Mitglieder)
    Gestern hat Gattiker in der NZZ erwähnt «Die Situation in Griechenland ist schwierig, aber es gibt keine Krise.» Gattiker war im Februar in Athen. Leider hat er es nicht auf die Inseln geschafft. Die ‘Sicherheitslage’ liess das nicht zu. Ich frage mich ja, wie kann er diese Aussage rechtfertigt, wenn er selbst nicht einmal für einen Besuch auf die Inseln kann?