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Ein Podcast, der glücklich macht
Aus Input vom 21.03.2021.
abspielen. Laufzeit 26:27 Minuten.
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Glücks-Experiment Drei Übungen, die glücklich machen

Was braucht es, um den Menschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern? Wie stärkt man das positive Gefühl? Drei Versuche.

Ich nenne es «Amélie de Poulain-Effekt». Damals, als der französische Film 2001 in die Schweizer Kinos kam, verliessen viele ZuschauerInnen den Saal mit einem Lächeln auf den Lippen und einem guten Gefühl. Und ich frage mich: Geht das auch mit einem Podcast (siehe Audio oben in diesem Artikel) oder vielleicht sogar mit einem Artikel?

Hier der Versuch für etwas Sofort-Glück:

Übung 1 – Stärken erfragen

Nehmen Sie ein Handy und schreiben sie drei FreundInnen eine SMS mit der Frage, welches ihre Stärken sind und was sie auszeichnet.

Menschen seien sehr gut darin, die Charakterstärken von nahe stehenden Personen differenziert zu beschreiben, erklärt Lisa Wagner, Dozentin für positive Psychologie an der Universität Zürich.

Diese Übung wirkt positiv, weil wir so unserer Charakterstärken bewusstwerden und diese dann auch einsetzen können.
Autor: Lisa WagnerDozentin für positive Psychologie an der Universität Zürich

Und seine eigenen Stärken zu kennen, sei ein nachhaltiger Baustein des Wohlbefindens.

Lisa Wagner

Lisa Wagner

Dozentin für positive Psychologie an der Universität Zürich

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Lisa Wagner ist Studiengangsleiterin des CAS in Positiver Psychologie und Postdoktorandin an der Universität Zürich. Ihre Fachgebiete sind die Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie.

Übung 2 – Visualisierung

Stellen Sie sich einen Ort vor, an welchem es ihnen so richtig gut geht. Wie fühlt sich das an? Zum Beispiel könnte das ein gemütliches Wohnzimmer mit einem bequemen Stuhl sein. Hier lassen sie sich nieder, nehmen ein Buch zur Hand oder blicken einfach ins Feuer, welches im Cheminée in der Ecke brennt. Es ist wohlig warm, durchs offene Fenster hören sie das Meer rauschen.

Geräusche helfen dabei, uns an eine glückliche Situation zurück zu erinnern.

Durch die Vorstellung, die wir uns aufbauen, haben wir die Möglichkeit die Emotionen zu erleben, die wir auch in der realen Situation erleben würden.
Autor: Lisa WagnerDozentin für positive Psychologie an der Universität Zürich

Auf Instagram habe ich euch nach euren Glücksgeräuschen gefragt. Hört euch die Geräusche an.

Übung 3 – Glücksvirus

«Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.» Ganz im Sinne dieser Weisheit von Albert Schweitzer ist der folgende Versuch. Lassen sie sich vom Glück anderer anstecken.

«Wenn uns andere von ihren Glücksmomenten erzählen, kann das bei uns selbst warmherzige Freude auslösen, weil wir mit dieser Person mitfühlen. Es löst jedoch nicht die gleichen Gefühle aus, wie bei der Person, die den Glücksmoment erlebt, aber sicher positive Gefühle», unterstützt Lisa Wagner diesen Versuch.

Ein solcher Glücksmoment kommt von SRF-Hörerin Maria Frener aus Geiss. Für die maximale Wirkung bitte das Audio hören.

«Ich mache seit Jahren Kreuzworträtsel. In jeder Zeitung und überall, wo ich welche finde. Und kürzlich bekam ich vom Magazin «Tierwelt» dann einen Brief mit fünfzig Franken. Das hat mich so glücklich gemacht. Ich habe nämlich noch nie, noch gar nie, irgendwo was gewonnen. Es ging mir nicht ums Geld, es hat mich einfach ganz grundsätzlich gefreut.»

Der zweite Glücksmoment kommt von SRF-Hörerin Eliane Weber aus Luzern.

«Ich sähe gerade Tomaten, Blumen und Schnittmangold aus. Und bereits das Sähen macht Freude. Aber auch die Vorfreude auf die selbst gezogenen Tomaten, auf die Blumen und die Tatsache, dass ich davon auch meinen Nachbarn geben kann. Es ist ein Schwelgen im Sommer.»

Glücklich sein können Sie trainieren

Glück lässt sich nicht erzwingen, aber man kann es ein Stück weit trainieren, zum Beispiel mit den oben genannten Versuchen. Weitere Übungen wären zum Beispiel abends drei schöne Dinge in ein Glückstagebuch zu notieren oder jemandem eine unerwartete Freude zu bereiten.

«Studien haben sehr klar gezeigt, dass solche Übungen das Wohlbefinden positiv beeinflussen.» Die Effekte seien zwar nicht riesig, meint Psychologin Lisa Wagner, aber doch messbar.

Trainingsprogramm an der Universität Zürich

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An der Universität Zürich startet gerade ein neues Online-Trainingsprogramm, Link öffnet in einem neuen Fenster mit Übungen, die das Glückserleben steigern können. Die Teilnahme ist kostenlos und das Programm wird wissenschaftlich evaluiert.

Sendung «Input», Radio SRF 3, Sonntag 21. März, 20 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Silvia Grossenbacher  (Siku)
    Im Moment gibt es so viel Negatives, da finde ich es am schönsten, wenn ich ein Lächeln sehe - ja, man kann es sehen trotz Masken, man braucht den Menschen nur bewusst anzusehen und dann erkennt man es an den Augen. Genau diese echten Lächeln finde ich unglaublich ansteckend und man kann sie ohne grossen Aufwand weitergeben.
    Vielleicht kann man auch daraus einen psychologischen Schluss ziehen: dass wir wieder lernen sollten, einander mehr in die Augen zu sehen als auf den Mund zu hören.
  • Kommentar von Valentin Lendi  (valentin)
    Der Horizont ist für Alle Gleich, der Unterschied machen die Sichtweisen aus. Das Glas ist doch Halb Voll.....
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Schnell was gutes Kochen. Kein Mensch kann dann nicht lächeln ! Echt wahr!
    1. Antwort von Silvia Grossenbacher  (Siku)
      @René Baron Allein schon ihr Kommentar hat bei mir ein Lächeln geweckt :-) danke