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Legende: Audio Lehrer am Rand ihrer Kräfte: Braucht es wieder Kleinklassen? abspielen. Laufzeit 57:27 Minuten.
57:27 min, aus Forum vom 23.05.2019.
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Integrative Schule am Ende? Umgang mit Radau-Schülern: Braucht es wieder Kleinklassen?

Verhaltensauffällige Schüler, die früher in Kleinklassen oder Sonderschulen unterrichtet wurden, werden seit rund 10 Jahren in die normalen Klassen integriert und bringen die Lehrerschaft häufig an den Rand ihrer Kräfte. Ist das integrative Modell gescheitert?

Verhaltensauffällige Schüler integriert

Kinder mit Behinderung, psychischen Problemen, Lernschwierigkeiten oder Verhaltensstörungen, die früher in Kleinklassen oder Sonderschulen unterrichtet wurden, gehen seit rund 10 Jahren gemeinsam mit allen anderen zur Schule. Das Zauberwort heisst «Integration» oder «Inklusion».

Doch für viele, vor allem für Lehrerinnen und Lehrer, ist die integrative Schule am Ende. Die Belastung sei riesig – vor allem die Integration von Radau-Schülern bringe die Lehrpersonen an die Grenzen ihrer Kräfte. 90 Prozent der Lehrerschaft sehen Verhaltensauffälligkeiten von Schülern als ein Hauptproblem ihres Berufsalltages.

«Kaum mehr zu bewältigen»

Richten sollen es die Heilpädagogen. Doch davon gibt es viel zu wenige. Und im Vergleich zu den Kleinklassen sind die Möglichkeiten der Heilpädagogen und Heilpädagoginnen beschränkt. Kleinklassen, sagen Kritiker, hätten durchaus ihre Berechtigung.

Die Zeit der Ausgrenzung ist vorüber

Für die Befürworter der integrativen Schule hingegen ist klar: Nein, es gibt kein zurück. Kein Kind solle ausgegrenzt werden und das Stigma einer Kleinklasse ertragen müssen. Für Kinder mit Beeinträchtigung sei die Integration häufig ein Segen.

«Kein Kind soll stigmatisiert werden»

Wissenschaftliche Befunde decken diese Einschätzung. Kinder mit besonderen Bedürfnissen profitieren meist von integrativer Förderung, und dies ohne Auswirkungen auf die leistungsstärkeren Mitschüler. Zudem können integrativ geschulte Erwachsene besser lesen und schreiben als solche, die in Sonderklassen waren. Und sie sind erfolgreicher in der Berufsbildung und finden eher eine Arbeitsstelle.

Fakt ist aber auch: Die Integration von Kindern mit Lern- oder Verhaltensschwierigkeiten ist eine der grössten Sorgen an unseren Schulen.

Diskussion

Ist das integrative Modell nach zehn Jahren am Ende? Profitieren Ihre Kinder vom integrativen Modell? Kommen Sie als Lehrperson damit klar? Oder ist die Integration für Sie ein Fehlkonstrukt?

In der Sendung «Forum» diskutierten Andrea Lanfranchi, Professor an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH, und Marion Heidelberger, Primarlehrerin und ehemalige Vizepräsidentin des Dachverbands der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH, diese Fragen.

71 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Erziehung ist Elternsache! Integrations-Auflagen, Kontrollen für Asylanten/Migranten = Bundesamt für Migration! Bildung 1-nes Sinn machenden, "gesamtschweizerischen Bildungs-Grundsystems" -und Kleinklassen= Zuständige für das Schweizer Bildungswesen! Effektive Ursachen-Verursachung des Bildungs-Wiirrwarrs (Kantönligeist-Systeme en masse)! Dringender Handlungsbedarf der Zuständigen!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Ursachen-Verursachungen beheben im Schweizer Bildungs-Unwesen: Unfähigkeit - Zuständige für das Chaos "Bildungs-Wirrwarr" (Masse an Kantönligeist-Systemen)= unübersichtlich, kompliziert, teuer! Hinzu kommt die weitere Zunahme an Kindern von Eltern mit Migrations-Hintergrund - ohne echte "Anpassung-Integration" = Aufgabe von Bundesamt für Migration! Gesamtheitliche Verbesserungen sind dringend notwendig! Damit auch vermehrte Kleinklassen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Einerseits wird auch Integration von Asylanten/Migranten unterschiedlich (typisch Mini-Schweiz) uund viel zu "lasch" gehandhabt. So gibt es seit vielen Jahren Probleme, vor allem mit Eltern von Kindern/Jugendlichen mit Migrations-Hintergrund, welche sich nicht integrieren/anpassen wollen (Sprache, Umgangsformen, Rituale/Gepflogenheiten, Arbeitsmentalität). Zur Unterstützung der Lehrpersonen, braucht es unbedingt Ursachen-Verursachungs-Behebung, welche die Zuständigen im Bildungs-Wesen betrifft
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