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Legende: Audio Waffengesetz verschärfen – ja oder nein? abspielen. Laufzeit 54:47 Minuten.
54:47 min, aus Forum vom 18.04.2019.
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Kampf ums Sturmgewehr Waffengesetz verschärfen – ja oder nein?

Die EU hat ihr Waffenrecht verschärft. Die Schweiz soll als Mitglied der Schengen- und Dublin-Abkommen nachziehen. Dagegen haben Schiess- und Schützenverbände das Referendum ergriffen. Am 19. Mai stimmen wir ab. Waffengesetz verschärfen – ja oder nein?

Von der Verschärfung des Schweizer Waffengesetzes betroffen wäre das Sturmgewehr als halbautomatisches Gewehr mit einem Magazin von mehr als zehn Schuss und Pistolen mit über 20 Schuss. Für diese Waffen müssten die Besitzer statt wie heute einen Waffenerwerbsschein eine Ausnahmebewilligung beantragen.

Doch der Bundesrat hat bei Verhandlungen mit der EU Ausnahmeregelungen für die Schweiz herausgeholt. Sturmgewehre können nach dem Dienst weiterhin direkt übernommen werden – ohne Ausnahmebewilligung. Auch im Schiesssport können halbautomatische Waffen mit grossem Magazin (wie z.B. das Sturmgewehr) weiterhin verwendet werden.

Schützen, die eine solche Waffe kaufen, müssen neu eine Mitgliedschaft im Schiessverein nachweisen oder aber belegen, dass sie die Waffe regelmässig fürs sportliche Schiessen nutzen.

«Das Ende des Schiessens als Volkssport»

Die Gegner der Verschärfung fahren grobes Geschütz auf: «Freiheitsfeindlich und antischweizerisch» sei das «Entwaffnungsdiktat der EU», so die Schützenlobby. Ein Ja laufe auf eine Entwaffnung der Bürger hinaus, behaupten sie. In der Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie sieht die Schützenlobby das Ende des Schiessens als Volkssport.

Angst haben die Gegner vor allem auch vor einer möglichen weiteren Verschärfung des Waffengesetzes: «Was heute nur mit Ausnahmebewilligung geduldet ist, kann morgen schon verboten sein.»

«Mumpitz», sagt eine breite Allianz der Befürworter der Verschärfung. Die Anpassungen seien für Schützen «minimal» und die Schweizer Schiesstradition werde «in keiner Weise gefährdet».

«Fatal für Wirtschaft, Tourismus und Polizeiarbeit»

Die Befürworter warnen, falls das Volk zur Übernahme der EU-Waffenrichtlinie nein sage, drohe der automatische Schengen-Austritt. Der Rauswurf der Schweiz aus Schengen-Dublin könnte laut dem Bund Kosten von mehreren Milliarden Franken pro Jahr verursachen. Unter anderem auch, weil dem Tourismus so Steine in den Weg gelegt würden.

Zudem geht es den Befürwortern auch um Suizid. Gerade bei Familienmorden seien es oft unbescholtene Bürger, die in einer Kurzschlusshandlung zur Waffe greifen. Sie behaupten: «Jede Verschärfung des Waffenrechts bedeutet weniger Tote.»

Diskussion im «Forum»

In der Livesendung «Forum» diskutierten zwei Gäste mit Hörern und Hörerinnen unter anderem über die Fragen: Dient ein schärferes Waffengesetz der Sicherheit und verhindert Suizide? Oder ist es das Ende des Schweizer Schiesssports?

  • Pro: Thomas Haemmerli, Komitee «für ein modernes Waffenrecht»
  • Contra: Ines Kessler, Schützin und angehende Büchsenmacherin
Grafik Waffenrecht

28 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Jud (M. Jud - JuCom)
    GENAU! NICHTS REGELN, was es nicht braucht!

    will eine EU jemals glaubhaft sein, MIT UNTERSTÜTZUNG VON ALLEN, dann soll sie das regeln, das schief läuft: Orban, Flüchtlinge, Lohnschutz, Aussenpolitik, PolenNazis etc.

    KEINE gurkenkrümmungsnormen bitte und lasst uns tellnachfolgern unsere armbrustnachfolger.
    ProNewEU #LEAN #CLEAN

    ProNewEU #Lean #Clean
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  • Kommentar von Ivo Schmucki (Jetzt oder nie)
    Alle anderen, die Böses im Schilde führen, kommen auch so illegal zu Schusswaffen.So wie bei den Terroristen in Frankreich. Diese haben die Schusswaffen aus dem Balkan bezogen. Zudem wenn eine Schusswaffe für eine Gewalttat verwendet worden ist, so nützt ein Register nur wenig. Zudem kann über das Meer einiges in den Schengen-Raum eingeschmuggelt werden, ohne das die EU-Aussen-Grenzkontrollen etwas davon merken. EU-Waffenrecht hin oder her. Aus diesen Gründen nützt das EU-Waffenrecht nichts.
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  • Kommentar von Ivo Schmucki (Jetzt oder nie)
    Da gibt es in der Schweiz jährlich Kantonalschützenfeste und alle fünf Jahre ein eidgenössisches Schützenfest. Da werden Millionen von Schüssen abgegeben und doch geschehen keine Unfälle. Was soll nun eine Registration dazu beitragen? Dies ist mir ein grosses Rätsel. Die Schützen sind sehr Verantwortungsvoll und sich der Gefahr bewusst, die von einer Schusswaffe ausgehen kann.
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