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Radio SRF 1 Reform der Altersvorsorge 2020 – die Diskussion

Am 24. September entscheidet das Volk über die Reform der Altersvorsorge 2020. Sie soll unsere Renten sichern. Ein guter Kompromiss oder eine Mogelpackung? Im Forum wurde genau das diskutiert.

Legende: Audio Reform der Altersvorsorge 2020: Was halten Sie davon? abspielen. Laufzeit 51:38 Minuten.
51:38 min, aus Forum vom 31.08.2017.

Die Reform der Altersvorsorge 2020 sieht vor, das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre anzuheben und den Umwandlungssatz der beruflichen Vorsorge zu senken. Die Mehrwertsteuer würde erhöht. Wird die Vorlage angenommen, erhalten Neu-Rentnerinnen und Rentner 70 Franken zusätzlich. Für die einen ist dieser Vorschlag ein guter Kompromiss. Für die anderen eine Mogelpackung.

Drei Argumente dafür

Befürworter argumentieren, die Reform sichere die Finanzierung der Renten zukünftiger Generationen. Ohne diesen Kompromiss sei das Defizit der AHV bereits im Jahr 2030 untragbar. Zudem finanziere die heutige berufstätige Generation die Rentner jährlich mit 1,3 Milliarden Franken in die berufliche Vorsorge. Mit der Senkung des Umwandlungssatzes werde diese ungerechte Verteilung reduziert.

Frau in schwarzem Blazer spricht in ein Mikrophon
Legende: Sie ist für die Vorlage: Doris Bianchi vom SGB Keystone
Wenn wir diese Reform ablehnen, drohen uns das Rentenalter 67 und leere Töpfe bei der AHV
Autor: Doris BianchiStv. Sekretariatsleiterin Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

Drei Argumente dagegen

Nach Ansicht der Gegner erhält die AHV so nur eine kurze Verschnaufspause. Durch den «unverantwortlichen Ausbau» mit der Giesskanne verschärfe sich das Finanzierungsproblem schon bald, prophezeien sie. Zudem bemängeln sie, dass die aktuellen Rentner nicht von den 70 zusätzlichen Franken profitieren. Das sei ungerecht. Sie plädieren deshalb für ein Nein und eine «echte Reform» zur nachhaltigen Sicherung der Renten auf heutigem Niveau.

Mann mit blauer Krawatte und Brille
Legende: Er ist gegen die Vorlage: Roland A. Müller vom Arbeitgeberverband Keystone
Es braucht eine Reform, aber nicht diese! Wir dürfen nicht mit der Giesskanne Geld verteilen, welches wir gar nicht haben
Autor: Roland A. MüllerDirektor Schweizerischer Arbeitgeberverband

41 Kommentare

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  • Kommentar von Kriti Kar (Kriti Kar)
    Die Übergangsgeneration wird bei dieser Vorlage bevorzugt. Wenn das Motto sein sollte, dass alle etwas daran geben sollen, dann trifft das mit dieser Verteilung nicht zu. Die Ü-Generation muss neben der Mwst. nur die höheren Umwandlungssätze in der 2. Säule tragen und erst noch für evtl. nur sehr kurze Dauer (z. Bsp. 64-Jahre) bekommen aber dafür ein Plus von 70 Franken. Gerecht wäre gewesen bei der Ü-Generation nur eine Besitzstandesgarantie für die Gesamtrente 1. und 2. Säule zu geben.
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    1. Antwort von Thomas Hartl (Thomas.)
      Auch das wäre nicht gerecht, denn dann würden jene welche direkt auf die Übergangsgeneration folgen bevorteilt. Ein Jahr jünger, und schon kriegt man 70 Franken mehr. Gerecht wäre wohl eine kontinuierliche Zunahme von 0 bis 70 Franken. Aber mal ehrlich, auch so würden sich wieder Gruppen finden, welche kleine Vor- oder Nachteile erfährt. Zumindest benachteiligt die Vorlage nicht jene Rentner, welche dringend auf die AHV angewiesen ist, wie das der Plan-B der FDP tun würde.
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  • Kommentar von Kriti Kar (Kriti Kar)
    Die Übergangsgeneration wird bei dieser Vorlage bevorzugt. Wenn das Motto sein sollte, dass alle etwas daran geben sollen, dann trifft das mit dieser Verteilung nicht zu. Die Ü-Generation muss neben der Mwst. nur die höheren Umwandlungssätze in der 2. Säule tragen und erst noch für evtl. nur sehr kurze Dauer (z. Bsp. 64-Jahre) bekommen aber dafür ein Plus von 70 Franken. Gerecht wäre gewesen bei der Ü-Generation nur eine Besitzstandesgarantie für die Gesamtrente 1. und 2. Säule zu geben.
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  • Kommentar von Emmanuel Kuster (Emmanuel Kuster)
    Die Rentenreform in der vorliegenden Form ist ein Kompromiss. Die Bürgerlichen sind dagegen weil eine Sanierung durch Mehrausgaben (70.-) fragwürdig ist. Aber ohne die Linke und die Gewerkschaften im Boot ist noch keine Rentenreform gelungen. Die guten Teile der Reform braucht es jetzt, Senkung des Umwandlungssatzes z.B., und zwar so schnell wie möglich. Der Ausbau der AHV hätte schon früher kommen sollen.
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