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Kleinkindererzieher und Ingenieurinnen sind selten – wieso?
Aus Forum vom 03.10.2019.
abspielen. Laufzeit 53:46 Minuten.
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Traditionelle Berufswahl Kaum Männer in Kitas, kaum Frauen in technischen Berufen: warum?

In Kitas werden dringend Männer gesucht, in Technik- und Informatikberufen Frauen. Dass Frauen eher soziale Berufe wählen und Männer technische, habe mit Biologie zu tun, sagen die einen. Es gehe um Rollenbilder, behaupten die anderen. Hören Sie die Diskussions-Sendung «Forum» zum Thema.

Kaum Männer in Kitas, kaum Frauen in technischen Berufen: warum?

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Das war Thema der Sendung «Forum» vom Donnerstag, 3. Oktober 2019. Die Online-Kommentare zur Sendung können sie hier nachlesen.

Männer sind in sozialen Berufen die grosse Minderheit

Männer auf der Unterstufe in der Schule sind eine Rarität. 2017 waren gerade mal 5 Prozent aller Unterstufenlehrkräfte männlich. In der Kita und im Hort sind rund 8 Prozent der Beschäftigten Männer. Das besagen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS). In der Pflege sind Männer zwar noch keine Selbstverständlichkeit, aber mit 15 Prozent immerhin sichtbar vertreten.

Nur jede zehnte Studentin wählt MINT

2015 studierten in der Schweiz insgesamt 218'650 Frauen und Männer – mehr als die Häfte davon waren Frauen. Jedoch nur jede zehnte Studentin entschied sich für eines der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Wenn Frauen sich für MINT entscheiden, dann hauptsächlich für Biologie und Chemie, wo sie eine Mehrheit darstellen. Im Bauwesen sind sie mit 34 Prozent vertreten, in der Technik und in der Informatik mit 12 – 15 Prozent. Auch das geht aus Zahlen des BfS hervor.

Lassen sich Mädchen eher verunsichern?

Zwar weichen sich die klassischen Rollenbilder in der Berufswelt auf. Aber nur langsam. Mädchen trauten sich weniger zu und liessen sich trotz guter Leistungen schneller verunsichern, lautet eine These. «Wenn man Mädchen immer wieder fragt: 'Bist du dir wirklich sicher, ob du Physik studieren willst?', ist das alles andere als motivierend», sagt Marina Battaglia, Dozentin für Physik am Institut für Data Science an der Fachschule Nordwestschweiz (FHNW).

Frauen würden bei der Berufs- und Studienwahl weniger an die Einkommens- und Entwicklungsmöglichkeiten denken, die ihr Beruf später biete, sagt Irene Kriesi, Professorin am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB). Das könne ein weiterer Grund für die niedrigen Frauenanteile sein.

Gewisse Berufsfelder sind «undenkbar»

Es kommt auch vor, dass Mädchen oder Jungen gar nicht an gewisse Berufsfelder denken. «Nachdem ich keine Lehre als Informatiker gefunden hatte, sagte meine Schwester, ich solle doch mal in einer Kita schnuppern», sagt Frederik Deck, der heute Fachmann Betreuung Kinder ist.

Braucht es mehr Männer in sozialen Berufen und mehr Frauen in Technik und Naturwissenschaft? In der Sendung «Forum» haben folgende Gäste über diese Fragen diskutiert:

  • Marina Battaglia, Physikerin an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)
  • Frederik Deck, Fachmann Betreuung Kinder
  • Irene Kriesi, Professorin, Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB)

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