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Waldbaden – Experiment einer Skeptikerin
Aus Input Story vom 14.10.2020.
abspielen. Laufzeit 19:02 Minuten.
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Umweltmedizin kann helfen Natur pur: die wirksamste Medizin gegen Zivilisationskrankheiten

Bluthochdruck, Übergewicht, Typ-2-Diabetes – der Schutz davor liegt direkt vor unserer Haustür. Natur ent-stresst. Auch Krebs ist eine Form von übermässigem Stress.

Klar, tut Natur gut. Das weiss jedes Kind. Und doch vertrauen viele Westler auf Handfestes wie Tabletten. Nicht auf Präventives wie grüne Blätter. Unsere Schulmedizin heilt Krankheiten – die Umweltmedizin lässt sie gar nicht erst entstehen.

Natur hat einen positiven Einfluss auf unsere Stressverarbeitung.
Autor: Cornel WickAllgemein- und Umweltmediziner in Winterthur

Mit Stress meint der Mediziner nicht nur die psychische Belastung, die viele von uns begleitet. Stressoren sind auch Umweltverschmutzung, Lärm oder ungesundes Essen. Viele Stressoren nehmen wir nicht bewusst wahr. Deshalb ist es zentral, dass wir den uns bewussten Stress reduzieren.

Brigitte Wenger

Brigitte Wenger

SRF-Gesundheitsredaktorin

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Als Outdoorsportlerin weiss Brigitte Wenger, wie gut Natur tut. Als Sport- und Umweltwissenschaftlerin will sie dieses Wissen aber wissenschaftlich belegt haben.

Stress macht krank

Weniger Stress dank Natur? Das tönt nach wenig Medizin, nach wenig Wissenschaft. Ist es aber nicht. Denn: Stress ist der wichtigste Auslöser von vielen Zivilisationskrankheiten. Bluthochdruck, Übergewicht, daraus resultierend Typ-2-Diabetes, sogar Krebs ist eine Form von übermässigem Stress.

Natur hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen, was den Blutdruck und die Pulsfrequenz senkt, und so Schlafqualität und -länge verbessert und Angst und Ärger reduziert.
Autor: Cornel WickAllgemein- und Umweltmediziner in Winterthur

Schon in den 1980er Jahren machte der US-amerikanische Architekt Roger Ulrich folgende Beobachtung: Spitalpatientinnen und -patienten, die Aussicht auf Grünflächen hatten, heilten schneller, benötigten weniger Schmerzmittel und litten weniger unter Komplikationen als die Vergleichsgruppe mit Aussicht auf eine Wand.

Bäume stärken Abwehrkräfte

Schon der Blick auf Natur tut gut. Besser ist nur der Aufenthalt in der Natur. Die frische Luft, die Düfte, die Ablenkung, die Bewegung. Aber auch die Ausdünstungen der Bäume, sogenannte Terpene, haben eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit.

Terpene stimulieren unser Immunsystem und stärken bei regelmässigem Aufenthalt im Wald unsere Abwehrkräfte.
Autor: Cornel WickAllgemein- und Umweltmediziner in Winterthur

Hausarzt Cornel Wick rät allen, sich täglich in der Natur zu bewegen. Nicht nur weil es uns beruhigt und ablenkt, sondern weil es Zivilisationskrankheiten vorbeugt. Weil es die günstigste, praktischste und schönste Medizin gegen Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes ist.

Mehr Natur, weniger Zivilisationskrankheiten

Dass die Natur uns gesund macht, ist wissenschaftlich bewiesen. Dies wäre jedoch gar nicht nötig, wenn wir uns nicht mit unserer modernen Lebenswelt krank machen würden. Zivilisationskrankheiten sind – wie der Name sagt – Folgen der Zivilisation. Wir sollten eigentlich nicht erforschen, wie die Natur uns gesund macht, sondern wie die naturferne Lebenswelt uns krank macht.

Input Story, Mittwoch 14.10.20;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    t.rosen, Naturräume in der Stadt od.stadtnah sind auch darum überfüllt, weil die CHer Bevölkerung ihrem eigenen Wachstum laufend zugestimmt, sich seit meiner Kindheit nahezu verdoppelt hat. Damals vor über 70J gab es in Städten noch viele Freiräume, Gärtchen, überall ausgedehnte Pärke, einen Balkon für jeden. Viele natürl.Lebensräume sind weg, überbaut, verdichtet. Menschen wissen nicht mehr, was ihnen guttäte, was jeder Kuh zusteht. Es geht nur noch um Wirtschaftswachstum u.vermeintl.Wohlstand.
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  • Kommentar von Corinna Ehling  (medizin-frau)
    Dass es 2020 werden musste für solch eine Erkenntnis, dass Stress DER Auslöser von Krankheiten ist! Dies war uns in der Naturheilkunde schon immer klar. Wenn wir gegen unsere innere Natur, gegen unser Wesen handeln, entsteht Stress. Wir sind nicht mehr in Einklang mit uns selbst und je länger dieser Stress anhält, je mehr kann sich Krankheit manifestieren. Wenn wir gestresst sind, atmen wir flacher, essen wir schneller, schlafen wir schlechter, Spannungen in Muskulatur und Darm entstehen...
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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Natürlich ist es für uns besser, sich in der Natur zu bewegen, anstatt uns in der S-Bahn oder dem Grossraumoffice zu stressen. Welch‘ bahnbrechende Erkenntnis. Aber bitte nennt es nicht „Waldbaden“ und macht daraus kein esoterisches Heilsversprechen. Geht einfach wieder mehr wanden, spazieren, treibt mässigen Sport in der Natur. Ach Moment mal - Stadtnah geht das ja kaum noch. Mittlerweile sind die halbwegs bekannten und erreichbaren Naturräume auch schon recht besucht (überfüllt).
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    1. Antwort von Aaron Dettwiler  (Aaron1984)
      Aber, man kann doch nicht einfach in den Wald gehen! Dazu braucht es einen Waldbadeexperten mit einem Diplom
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