Urs Bruderer: Unser Mann in Osteuropa

Urs Bruderer arbeitet seit 2014 als SRF-Korrespondent in Osteuropa. Zuvor hat er aus Brüssel berichtet. Er fühlt sich überall schnell zu Hause. Ausserdem inspirieren ihn Geschichten mit Moral.

Korrespondent an einer EU-Veranstaltung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Brüssel oder Prag: Der ehemalige EU-Korrespondent lebt sich überall schnell ein. zvg

Laut Urs Bruderer soll ein Korrespondent ein Fremder sein in einem fremden Land. Das heisse aber nicht, dass man sich nicht zu Hause fühlen könne am neuen Arbeitsort. Das geschieht bei ihm jeweils sehr schnell: «Nach ein paar Tagen bin ich in vier neuen eigenen Wänden angekommen, ganz egal wo.»

Bevor er nach Prag kam, war er SRF-EU-Korrespondent in Brüssel. Die historische Leistung, die die EU mit der Osterweiterung erbrachte, habe er früher geahnt, sagt er. Jetzt, auf Reisen durch Polen, Ungarn oder Bulgarien, begreife er sie.

«  Nach ein paar Tagen bin ich zu Hause, ganz egal wo. »

Urs Bruderer
SRF-Korrespondent

Urs Bruderer horcht auf, wenn ihm jemand eine ganz persönliche Geschichte erzählt, in der sich die Geschichte einer ganzen Gesellschaft spiegelt. Etwa Juraj Stern, ein slowakischer Ökonom, der als Knabe von seinem Vater eine Ohrfeige bekam, nachdem er einen Freund verpetzt hatte. «Man verrät seine Freunde nicht», habe der Vater gesagt. Später erinnerte sich Juraj an die Ohrfeige, als der kommunistische Geheimdienst ihn mit allen Mitteln als Informanten anzuheuern versuchte. Dank dieser Erinnerung blieb Juraj Stern standhaft. Er erteilte dem Geheimdienst eine Abfuhr.

Lieblingsessen: Chlebicky

Kulinarisch sei Tschechien keine Reise wert, sagt der Osteuropa-Korrespondent. Aber die Chlebicky, kleine belegte Brötchen, mag er manchmal sehr, etwa während einer Konzertpause und mit einem Glas tschechischem Sekt.