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Schiffsstau durch Iran-Krieg «Die Preise in der Schweiz werden durch den Konflikt steigen»

Der Krieg im Iran wird auch in der Schweiz spürbare Auswirkungen haben. Viele Schiffe sind blockiert und können ihre Zeitpläne nicht einhalten. Die Transportkosten steigen und werden auf die Endverbrauchenden umgewälzt, sagt der CEO eines Logistikunternehmens der Basler Rheinhäfen.

Durch den Krieg im Iran ist der Schiffstransport durch die wichtige Strasse von Hormus gestört. Davon sind vor allem Öl- und Flüssiggastanker betroffen, auch Frachtschiffe sind blockiert. Die Golfregion ist darüber hinaus ein Nadelöhr für Lieferketten weltweit. Vor den Auswirkungen kann sich auch die Schweiz nicht absichern.

Frachtschiffe im Meer bei Nebel.
Legende: Frachtschiffe vor Fujairah, nahe der Strasse von Hormus. Reuters

«Seeschiffe haben einen festen Zeitplan, der sich jetzt verzögert. Sie können die Importwaren nicht pünktlich zu uns bringen und sind nicht vor Ort, um unsere Waren zu exportieren», sagt Martin Ticks, Geschäftsführer der Birsterminal AG in Birsfelden.

Eine Frage der Zeit

Momentan sei die Lage zwar noch ruhig. «Die Frachtkapazitäten die sich jetzt anstauen, werden aber zu einem Problem. Wir werden die Nachwehen auf jeden Fall zu spüren bekommen», sagt Ticks. Er geht davon aus, dass die Seehäfen, etwa in Rotterdam, in ein bis drei Wochen stark unter Druck sein werden: «Dann werden wir sehen, ob wir noch Waren bringen dürfen und pünktlich kriegen».

Die Mehrkosten sind immens.
Autor: Martin Ticks Geschäftsführer der Birsterminal AG

Dann sei wichtig, wie lang diese Situation anhalte und wie schnell dieser Frachtstau abgearbeitet werden könne. Neben den US-Amerikanischen Zöllen sei dies nun die nächste Verkomplizierung des Geschäfts.

Die Kosten im Laden steigen

Viele Schiffe sind blockiert, manche Reederein haben bereits reagiert und meiden das Gebiet komplett. Das führt zu langen Umwegen. «Die Mehrkosten sind immens», sagt Martin Ticks, «Gleichzeitig steigen die Ölpreise, was die Transportkosten nach oben drückt.»

Diese Kosten werden an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben. Dass gewisse Produkte gar zur Neige gehen könnten, glaub Ticks jedoch nicht: «Das wird sicher nicht heute und morgen passieren. Aber auch hier: Es hängt alles von der Dauer des Konflikts ab.»

Das kostet Zeit, Kraft und Geld.
Autor: Martin Ticks CEO Birsterminal AG

Bei der Rheinschifffahrt gehören widrige Umstände historisch dazu. Die periodischen Niedrigstände des Rheins hätten sie mittlerweile gut im Griff, dann laufe der Transport vermehrt über die Bahn. «Auch bei der Blockade des Suez-Kanals gab es einen langen Warenstau, der danach abgebaut werden musste. Das kostet immer viel Kraft, Zeit und Geld», sagt Ticks.

Frachtschiff mit Containern im Industriehafen.
Legende: Für den Import von Waren in die Schweiz sind die Rheinhäfen essenziell. Unterbrechungen von Lieferketten haben weitreichende Folgen. Keystone/Gaetan Bally

Auch die US-Zölle waren ein Hindernis. Wer konnte, hielt seine Exporte zurück: «Das führte bei Herstellern und auch bei uns am Terminal zu Stausituationen. Viele Exporteure hofften, dass sich das Problem mit der Zeit löst». Viel mehr kann die Rheinschifffahrt derzeit auch nicht tun.

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Radio SRF 1, «Regionaljournal Basel Baselland», 5.3.2026, 17:30 Uhr ; 

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