Marco Wölfli hat 2018 als Goalie von YB in der Champions League gespielt. Er war damals der älteste und erfahrenste Spieler auf dem Platz. In seinen jungen Jahren wurde er vom legendären Walter Eich trainiert und heute ist er selbst eine YB-Legende. Vor dem ersten Auftritt am Abend der Berner gegen Aston Villa schätzt der 42-Jährige die Chancen von YB ein.
SRF: Wenn man die Champions-League-Hymne als Fan hört, wird man schon etwas nervös. Wie fühlt sich dieser Moment als Spieler an?
Marco Wölfli: Das ist magisch. Jeder Bub, jeder Fussballer, jeder Fan kennt die Hymne. Wenn man zu der Champions-League-Hymne auflaufen darf, ist das wie ein Traum. Für mich ist es vergleichbar mit der Nationalhymne.
Heute Abend sind Sie ‹nur› Zuschauer – das ist noch einmal ein anderes Gefühl.
Ja sicher. Es ist viel ruhiger, viel gelassener. Ich schaue mir das Spiel mit meinem Sohn und dessen Kollegen an.
Die Karriere von Marco Wölfli in Bildern
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Bild 1 von 9. YB-Torhüter Marco Wölfli grüsst 2022 die YB-Fans ein letztes Mal nach seinem Abschiedsspiel im Stadion Wankdorf in Bern. Bildquelle: Keystone/Anthony Anex.
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Bild 2 von 9. Wölfli spielte 2018 mit YB in der CL. Er war mit 36 Jahren der älteste CH-CL Spieler ever. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 3 von 9. Wölfli sitzt im Elend nach dem Schweizer Fussball-Cupfinal zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Sion im Stade de Suisse Wankdorf am Ostermontag 2006 in Bern. YB verlor das Spiel nach Penaltyschiessen. Bildquelle: Keystone/Lukas Lehmann.
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Bild 4 von 9. Die beiden YB-Torhüter Paolo Collaviti und Marco Wölfli. Der FC Thun holte Wölfli nach einem Abstecher beim YB im Sommer 2003 zurück. Er war dann für 10 Jahre Stammtorwart. In dieser Zeit war er auch Teil der Nationalmannschaft. Bildquelle: Keystone/Lukas Lehmann.
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Bild 5 von 9. Wölfli spielte insgesamt 11 Länderspiele. Bildquelle: Keystone/Laurent Gillieron.
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Bild 6 von 9. Eine Achillessehnenriss-Verletzung während eines Meisterschaftsspiels im Dezember 2013 kostete ihn den Stammplatz bei YB und die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien. Bildquelle: Keystone/Peter Schneider.
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Bild 7 von 9. Die YB-Spieler wünschen dem verletzten Goalie Marco Wölfli gute Besserung, nach dem Fussball Super League Spiel zwischen den Berner Young Boys und dem FC St. Gallen am 15.12.2013 im Stade de Suisse in Bern. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 8 von 9. Wegen einer Verletzung des Stammtorhüters in der Saison 2017/2018 hatte Marco Wölfli sein Comeback als Nummer 1 im Berner Tor. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 9 von 9. 2018 war ein unglaubliches Jahr für Marco Wölfli – YB beendete die Saison mit dem ersten Meistertitel nach 32 Jahren. Im selben Jahr haben sie sich auch das erste Mal für die Champions League qualifiziert. Bildquelle: Keystone/Peter Klaunzer.
In der Super League läuft es für YB momentan gar nicht. Europäisch brilliert der Club aber. Wieso dieser Gegensatz?
In der Meisterschaft sind Details entscheidend. Es ist wichtig, dass einer wie Loris Benito wieder zurückkommt. Leader müssen wieder Verantwortung übernehmen. Wenn es schlecht läuft, geht der Ball an die Hand, dann gibt es einen Penalty und am Schluss verlierst du 1:2, anstatt 2:1 zu gewinnen. Man sieht in der Champions League, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt. Daher hoffen wir alle, dass irgendwann in der Meisterschaft der Knackpunkt kommt und YB einen Match gewinnt. Dann sind sie wieder im Flow.
Der Modus der Champions League hat sich verändert, es gibt mehr Matches für jede Mannschaft. Statt 32 spielen neu 36 Mannschaften. Was halten Sie von dieser Änderung?
Für YB ist es sicher positiv. Jedes Jahr war es unser Ziel, international zu überwintern. Das hat man jetzt schon geschafft, weil es zwei Spiele mehr sind, die letzten im Januar. Es kommt auch darauf an, wie gut die Jungs spielen und auf welchem Platz sie sind. Es gibt keine Hin- und Rückspiele, das ist auch speziell.
Das sind die typisch magischen Nächte, die man sich erkämpfen muss.
Wie gross ist die Chance, dass YB das Achtelfinale erreicht?
Ich bin guter Dinge. Wir haben bis jetzt international zu Hause immer gute Spiele gezeigt. Zu Hause kann man eigentlich jeden Gegner schlagen. Heute Abend ist es wichtig, dass man Punkte holt und wenn man irgendwann in einem Auswärtsspiel noch einen Effort leisten kann, dann ist alles möglich. Das sind die typisch magischen Nächte, die man sich erkämpfen muss.
YB gegen Aston Villa – auf welches Endresultat tippen Sie?
3:1 für YB.
Das Gespräch führte Sven Epiney.