In der Kanti hat es angefangen: Fabian Unteregger parodiert seine Lehrpersonen. Diese wissen lange nichts von ihrem «Glück» – «und das war auch gut so», lacht Unteregger.
Die Essenz einer Person herausschälen
Das Imitieren von Stimmen läuft oft automatisch, sagt der 49-Jährige: «Diese Stimmen sind einfach da.» Und wenn nicht, dann lässt er die Personen auf sich wirken, schaut sich deren Besonderheiten an. «Ich achte auf Sachen, die sie ausmachen. Schlussendlich ist es eine Reduktion auf die Essenz.»
Was ist der Unterschied zwischen einem Schizophrenen und mir? Ich lebe von den Stimmen im Kopf.
In seiner Comedy-Karriere hat Fabian Unteregger so manchen Schweizer Promi parodiert: von Karin Keller-Sutter bis Peach Weber. Manche meldeten sich bei ihm – und nahmen im Fall von Baschi, Felix Blumer und Moritz Leuenberger sogar an der 10-Jahr-Jubiläumssendung von «Zum Glück isch Fritig» teil.
10 Jahre Parodie-Radiosendung «Zum Glück isch Fritig» (2021)
Seit Jahren ist Fabian Unteregger nicht mehr aus der Schweizer Entertainment-Szene wegzudenken – mit seinen Parodien am Radio, im Fernsehen und in abendfüllenden Comedy-Programmen.
Und doch sieht er den Erfolg mit Humor: «Was ist der Unterschied zwischen einem Schizophrenen und mir? Ich lebe von den Stimmen im Kopf.»
Vielseitiges Talent
Der 49-Jährige ist aber nicht nur auf den Comedy-Bühnen erfolgreich. Unteregger hat an der ETH Lebensmittelwissenschaften studiert, dann an der Uni Zürich Medizin. 2017 erlangt er seinen Doktortitel, macht ausserdem das Lehrerdiplom der ETH.
Das beste Psychopharmakon ist gratis: Humor.
«Ich bin die Entertainment-Version eines Schweizer Sackmessers», sagt Unteregger über seine vielseitigen Interessen und Talente. Und ergänzt: «Mich interessiert einfach vieles. Ich weiss, ich habe eine limitierte Lebenszeit und darum gehe ich meinen Passionen nach.»
Prioritäten zu setzen sei dabei besonders wichtig, sagt Unteregger: morgens das eine, nachmittags das andere – und auf gewisse Dinge ganz bewusst verzichten. «Die Gefahr besteht immer, sich zu verzetteln.»
Humor heilt
Trotzdem bleibt die Medizin aktuell nur das zweite Standbein des Zürchers. Bis 2027 tourt er mit seinem Comedy-Programm «Fachkräftemangel» durch die Schweiz. Doch der Zusammenhang mit der Gesundheit bleibt. Denn egal, wie abgedroschen es klingt: Lachen ist gesund.
«Der Effekt ist sehr konkret. Lachen hat etwa 45 Minuten positive Auswirkungen auf den Körper, wir schütten Glückshormone aus, senken den Blutdruck und werden gedanklich abgelenkt», sagt Fabian Unteregger. Ein Reset für das Gehirn, sozusagen.
«Es macht riesig Freude, nach einer Show in lauter glückliche Gesichter zu schauen», sagt Fabian Unteregger. Er bezeichnet Humor denn auch als «das beste Psychopharmakon». Als Comedian und Arzt ist er schliesslich vom Fach – in vielfacher Hinsicht.