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Baze im Interview Baze bleibt anders

Rapper Baze ist ein musikalisches Chamäleon. Wieso der Berner auf Fischotter steht und was er mit Kraken am Hut hat, verrät er im Interview über seinen neuen Release: «Aus Blibt Angers», der letzte Teil seiner EP-Trilogie.

Dein neues Minialbum nennst du «Aus Blibt Angers». Wann hast du entschieden, einen Grönemeyer Album-Titel zu übernehmen? (Herbert Grönemeyer: «Bleibt alles anders?», 1998)

Hatte der das schon? Scheisse. Da ich nie Grönemeyer höre, kann ich den Titel auch nicht von ihm abgekupfert haben.

Baze - seine Herkunft und sein Background

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Baze - seine Herkunft und sein Background

Baze bezeichnet sich selbst als ein Kind des 90er-Raps. Zusammen mit PVP und Chlyklass hat er den Schweizer HipHop geprägt. Mittlerweile gefällt ihm auch Trap und Autotune. Er wohnt in Bern, arbeitet nebenbei als Grafiker, ist 40 Jahre alt, bekam 2020 den Swiss Music Award. Die Musik der «Aus»-EP-Trilogie produzierte der Berner Komponist und Produzent Ben Mühlethaler.

Inwiefern bezieht sich «Aus Blibt Angers» auf die Ungewissheit wegen Corona?

Eigentlich gar nicht. Mir hat der Titel gefallen. Es bleibt ja tatsächlich immer alles anders. Auch wenn dir gewisse Tage immer gleich vorkommen, unterscheiden sie sich trotzdem voneinander. Dass etwas anders bleibt, ist ein schizophrener Ausdruck, der sich selbst auflöst. Er passt zu meiner «Aus»-Trilogie.

Deine Zeile «Wele Mönsch luegt im Bös (Bus) hüt none Mönsch a?» bekommt mit den Hygiene-Masken eine zusätzliche Dimension. Hat sich das Zwischenmenschliche aus deiner Sicht verändert?

Sogar das Busfahren hat sich verändert: Früher hatten wir Augenkontakt, heute entfernen wir uns voneinander und vergraben uns in unseren Smartphones. Wir sind gar nicht mehr an dem Ort, wo wir uns physisch befinden. Und jetzt tragen wir Masken, was uns noch mehr entfremdet.

Maskierte Social-Media-Junkies?

Ich habe selbst ein Suchtverhalten entwickelt, das nicht gesund ist. Ich halte momentan mit den einfachsten Mitteln dagegen: Spazierengehen oder Kochen zum Beispiel.

Du bist 40 Jahre alt. Blick zurück. Was würdest du anders machen?

Ich würde versuchen, weniger cholerisch zu sein und alles etwas gelassener nehmen.

Was machst du für Körper und Geist?

Ich geh einmal die Woche trainieren. Für den Geist lese ich viel, interessiere mich für Neues.

Gibt es ein Leben ohne Musik?

Das ist für mich schlicht unvorstellbar. Für mich ist Musik die direkteste Form, Kunst zu machen. Ein guter Song begleitet mich 30 Jahre lang, einen guten Film schaue ich vielleicht zwei Mal.

Was ist deine Konstante?

Die Unkonstante. Gefühlstechnisch bin ich ein Flipperball.

Was warst du in deinem vorherigen Leben?

In meinem letzten Leben war ich ein Fischotter, das sind die coolsten Tiere der Welt. In meinem nächsten bin ich dann vermutlich ein Kaktus.

Was kommt als nächstes?

Die drei «Aus»-EPs will ich als Vinyl veröffentlichen. Im Frühjahr erscheint zudem ein Album mit dem Duo «Kraake», eine Zusammenarbeit von mir und dem Pianisten Fabian Müller, dem ich acht Hände andichte und ihn deshalb Krake nenne. Zusammen nennen wir uns «Kraake». Überdies schliesse ich noch ein Album ab, welches ich vor fünf Jahren in Südafrika gemacht habe. Und mit der Band, mit der ich das Album «Bruchstück» gemacht habe, entstehen zurzeit neue Aufnahmen. Es ist also einiges am Kochen.

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