Foo-Fighters-Sänger Dave Grohl: «Tut mir leid, liebe Schweiz!»

«Rock Special»-Moderator Dominic Dillier traf die Foo Fighters in Berlin zum Interview. Die Band um Sänger Dave Grohl entschuldigte sich für das abgesagte Schweizer Konzert – und erklärte, warum sich das neue Album «Concrete and Gold» deutlich von den letzten Werken unterscheidet.

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Bildlegende: Dave Grohl verspricht den Schweizer Fans: «Wir kommen wieder!» SRF 3

Foo Fighters: Das ganze Interview (ohne Untertitel)

8:19 min, vom 14.9.2017

Sie sind die grösste U50-Rockband der Welt. Die Foo Fighters veröffentlichen mit «Concrete and Gold» ihr neuntes Studioalbum und etablieren sich auch musikalisch immer mehr im Classic Rock. Zum Album-Release lud die Band zum Interview im Berliner Nobelhotel – in Vollbesetzung. Die Entourage verbreitet Hektik, es herrscht ein nervöses Gewusel. Rock n’Roll ist das nur bedingt. Die Foo Fighters sind zum Klassiker geworden.

Der Tom Hanks des Rock

Sechs bärtige Männer lümmeln auf der Sofa-Landschaft. Mittendrin Dave Grohl, Ex-Nirvana-Drummer, Rock-Hansdampf in allen Gassen und seit Mitte der 90er Jahre mit seinen Foo Fighters als prägnanter Songwriter und Frontmann eine der grossen Figuren der Rockwelt. Grohl sei, sagt sein Kumpel und Schlagzeuger Taylor Hawkins, «was Tom Hanks für Hollywood ist», der grösste Rockstar und der nette Dude von nebenan gleichermassen. Der Typ mit dem jeder auf ein Bier gehen will.

Ihren Schweizer Fans sprechen die Foo Fighters ein grosses «Sorry» aus. Im Juni 2015 hätte die Band in St. Gallen gespielt. Weil sich Sänger Dave Grohl bei einem Auftritt in Schweden das Bein gebrochen hatte, wurde das Schweizer Konzert aber abgesagt. Noch nie in seinem Leben habe er solche Schmerzen gehabt, beteuert Grohl – und verspricht: «Wir kommen wieder».

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Dave Grohl: «Tut mir leid, liebe Schweiz!»

1:02 min, vom 14.9.2017

Das neue Album: Beach Boys treffen auf Slayer

Einfach in ein Aufnahmestudio gehen und elf Songs aufnehmen, sei das Radikalste gewesen, was die Foo Fighters dieses Mal tun konnten. Nachdem man die letzten drei Alben entweder als unendlich ambitionierte Fernsehproduktionen, in einer Garage oder einer Hotellobby aufgenommen hatte, sei klar gewesen: «Concrete and Gold» musste ein Studioalbum im klassischen Sinne werden.

Es klingt tatsächlich wie ein Album aus der goldenen Ära des Classic Rock. Paul McCartney hat Schlagzeug gespielt, Justin Timberlake gesungen. Psychedelische Momente wechseln sich ab mit Dunkelheit, aber immer wieder viel Licht. «Wir wollten ein Album, das klingt wie Sgt. Peppers und Motörhead zusammen». Man könnte auch «Beach Boys meets Slayer» als Vergleich heranziehen.

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Foo Fighters: «Wollen beste Live-Band der Welt sein»

0:52 min, vom 14.9.2017

Keine Witze über AC/DC

Deshalb will man es aus erster Hand erfahren: Wie geht es ihm, dem alten Patienten Rock n’Roll? Braucht er Artenschutz? Wie machen sich die Rolling Stones? Die Bemerkung des Interviewers, dass die Foo Fighters AC/DC ja unterdessen besser spielen als diese selbst, stösst auf wilde Proteste.

Majestätsbeleidungen sind nicht erlaubt in dieser Runde. Die Foo Fighters sind selbst längst zur Stadionband, zum Klassiker geworden. Das jüngste Mitglied im grossen Club der Rock-Dinosaurier.

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Foo Fighters: «Wir sind niemals besser als AC/DC!»

0:26 min, vom 14.9.2017
Dave Grohl (rechts) und Dominic Dillier.  Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dave Grohl (rechts) und Dominic Dillier. SRF 3

Der Rock Special mit Dominic Dillier

Alles zum neuen Foo-Fighters-Album sowie die besten Ausschnitte aus dem Interview hört ihr am Mittwoch, 20. September ab 20 Uhr auf SRF 3. Die zwei Stunden seiner Sendung Rock Special widmet Moderator Dominic Dillier den Rock-Helden aus den USA. Gleich nach der Sendung könnt ihr sie euch hier als Podcast herunterladen.

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