Haim: Ist das die Pop-Platte des Jahres?

Ist das jetzt perfekter Pop oder nicht? Eine Frage, die man sich beim Debut der drei Haim-Schwestern zwangsläufig stellen muss. Perfektion im Pop, geht das heute überhaupt noch? Und wie das geht! Was für eine Band, was für ein Debut!

Die Geschwister spielten in der familieneigenen Coverband. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Haim-Vorteil Die Geschwister spielten zunächst in der familieneigenen Coverband. PD

Mit Pop ist das so eine Sache. Pop kann alles, darf alles und ist alles. Pop ist ein Stelldichein an Referenzen, Zitaten und Kopien. Hier von Perfektion zu sprechen, ist oft ein Drahtseilakt. Im Falle der drei Schwestern Alana, Este und Danielle Haim aber ein Muss.

Kann das überhaupt gut gehen?, fragte man sich das ganze letzte Jahr, während die Musikwelt auf das Debutalbum der drei Haim-Schwestern aus Los Angeles wartete. Vorschusslorbeeren, ausgedehnte Tourneen, erster Platz auf der «BBC Sound Of 2013»-Liste - die Erwartungen waren riesig.

Wie eine wild sortierte Plattenkiste

Die drei Schwestern musizierten einst in der familieneigenen Coverband. Und da muss zu Hause wohl auch eine ganz ansehnliche Plattensammlung gestanden haben. Anders ist der wilde Stilmix aus Surf und New Wave der 60er, 70er und 80er und dem typischen Pop der 90er nicht zu erklären.

Hier könnte jetzt gross «Abklatsch!» stehen und ebenjenes Fazit gezogen werden. Nein: Haim schaffen es, all diese Einflüsse mit einem unverkennbar eigenen Touch zu versehen und in schmissig-eingängige Songs zu verpacken.

Ganz grosse Momente

«Days Are Gone» ist ein bestechend starkes Debut mit ganz grossen Pop-Momenten. Ist das jetzt perfekter Pop oder nicht? Am Ende ist das nach wie vor subjektiv - aber besser als diese Platte hat Pop 2013 nicht geklungen.

Haim - Falling