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King Pepe im Chat WhatsApp King Pepe – Der Chat zum neuen Album

Der Berner Musiker King Pepe lädt mit «To Hell with Ewigkeit» zum Tanz zwischen nonchalanten Abgesängen und Kreuzfahrt-Partys. Wir luden ihn zum Interview in den Chatroom und sprachen über Notlösungen und Elvis Presley.

Claudio Landolt: Hallo King Pepe.

King Pepe: Hi Hallo Bonjour!

CL: Bevor wir loschatten: Dein Lieblings-Emoji?

KP: 🆒

CL: Ok. Dein neues Album heisst «To Hell with Ewigkeit». Wieso?

KP: Es passt so gut. Das Hier und Jetzt ist/war grad so mässig lustig, aber was, wenn es im Jenseits noch schlimmer wäre? Ich meine: Gut, die Lieben kommen in den Himmel. aber weischwas, dort hat‘s nur Neonlicht, die Engel sind schlecht gelaunt und können nur C-Dur!

CL: To Hell with C-Dur. Zurück zur Ewigkeit. Was soll auf dieser Welt für ewig bleiben?

KP: Natur

KP: Liebe

KP: Du

CL:  Du Schmeichler du. Was wolltest du früher werden, wenn du gross bist?

KP: Lastwagenchauffeur. Später wollte ich Al Bano Power werden. Der italienische Sänger und seine Mitsängerin und Ehefrau (Überhit: Felicità) sahen immer so glücklich aus. Jetzt find ich es doch fast besser, mich zu sein.

CL: Von der Ladebühne auf die Konzertbühne?

KP: Musik war eher eine Notlösung. Ich fand keinen Job und verdiente etwas Geld mit privatem Konzertieren. Da dachte ich ok jetzt probier ich halt das. Der King Pepe entstand dann aus dem Bedürfnis, nicht länger Band-Diskussionen führen zu müssen. Ich bin jetzt Chef. Ich darf alles so wie ich will. Mit den Queens zusammen bin ich jetzt wieder entspannter. Ich kann inzwischen auf das Chef sein auch mal verzichten.

CL: Viele Leute lieben dich. Andere finden King Pepe doof. Wie wichtig ist dir Mainstreamerfolg?

KP: Nicht wichtig. Ich möchte, dass möglichst viele Menschen, denen meine Musik etwas bedeuten könnte, den Zugang zu ihr haben können. Ähm komischsatz.

KP: Ah und wer‘s doof findet, verstehe ich. Voll okay.

KP: Bistu aufm WC?

CL: Nein, ich lese deine Medienmitteilung. Darin steht «King Pepe & The Queens stehen kurz vor dem Durchbruch». Im Sommer spielst du am Gurten Festival. Wirst du jetzt endlich berühmt?

KP: Durchbruch ist für Anfänger:innen!

CL: Wie hat die Pandemie die Album-Aufnahmen beeinflusst?

KP: Wir haben Distance-Recording gemacht. Aso einander Spuren geschickt. Aber es ist gar nicht so hör/spürbar, finde ich. An einer Stelle haben wir später zum Ausgleich noch eine Party hinter das Stück gefakt.

CL: Und aus den Songs winken Zitate aus der Musikgeschichte – von LCD Soundsystem, über Elvis Presley bis zu Deichkind – wie bewusst klaust du Songkonzepte?

KP: Ähm sehr unbewusst in diesem Fall. Was du mit Deichkind meinst, tschegge ich. Aber die anderen?! (Normalerweise stehle ich recht viel. Und meistens gelingt es mir mehr oder weniger, das zu kaschieren).

CL: «Gang hei Vergangenheit» klingt nach LCD Soundsystems «Dance Yrself Clean».

KP: Kool, kenn ich nicht (oder nur mein Unterbewusstes. Haha). «Gang hei Vergangeheit» ist ziemlich von The Knife inspiriert.

CL: Und dein «Stoubsuger» ist bei Elvis ein «Teddy Bear». Wie schreibst du eigentlich deine Texte?

KP: Ich hab im Computer viele Textfetzen. Zu viele. Und ich denke «ach die taugen eh nichts, aber bevor ich jetzt mein Oeuvre Principale schreibe, leere ich doch noch dieses Textfile.» Und beim File-Leeren entstehen dann die Lieder. Genius gell?

CL: Schreibst du nicht ständig an deinem Oeuvre Principale?

KP: Nein, das sind nur Fingerübungen.

CL: Fingerübungen für die Ewigkeit.

KP: Du Schmeichler du.

CL: The end is nah. Also von diesem Chat: Was soll auf deinem Grabstein stehen?

KP: Das war jetzt aber mal ein guter Mensch!

Radio SRF 3, 24. Februar 2022, 14:20 Uhr;

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